Kreisboten-Serie Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten

Günter Reitmeier aus Scheuring zeigt Herz fürs Brauchtum

Günter Reitmeier aus Scheuring
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Sich für das Brauchtum einsetzen – eine Aufgabe, die Günter Reitmeier aus Scheuring am Herzen liegt.

Scheuring – In Günter Reitmeiers Freizeit dreht sich alles um das Thema Tracht – und um alles, was damit zusammenhängt. Das ist, besonders in seinem Fall, eine Menge. Der 55-jährige ist seit 23 Jahren Vorsitzender des Heimat- und Volkstrachtenvereins Scheuring – ein Amt, in das er viel Herzblut und ungezählte ehrenamtliche Stunden investiert.

Kaum ein Jahr vergeht, in dem Reitmeier nicht irgendwelche außergewöhnlichen Aufgaben übernimmt. Besonders am Herzen lag ihm immer die Jugendarbeit. Bald, nachdem er sein Vorstandsamt übernommen hatte, ging er auf Kindergärten zu und kümmerte sich gezielt um Nachwuchs. „Eine unserer Jugendleiterin damals war Kindergärtnerin“, erinnert sich der zweifache Vater. „So kam der Kontakt zustande.“ Ein Tag der offenen Tür lockte ebenfalls viele Interessierte an. In der Folge erwachte der Nachwuchsbereich des Vereins zu neuem Leben. Zeitweise waren es bis zu 40 Kinder, die in den Jugendgruppen betreut wurden.

Brauchtum weitergeben

Auch Günter Reitmeier selbst kam schon als Kind zu den Trachtlern, und auch bei ihm war es so, dass der Verein die Initiative ergriff. Der damalige Vorplattler habe Familien im Ort angesprochen, erzählt der Scheuringer – darunter auch seine Familie. Die Eltern freuten sich, dass ihr Sohn Volkstanz und Platteln lernen konnte. Auch als Laienspieler stand er auf der Bühne.

Günter Reitmeier weiß, wie wichtig es ist, das Brauchtum der Region an immer neue Generationen von Trachtenkindern weiterzugeben, wenn man es am Leben erhalten will. Selten ließ der Textilmeister deshalb in den letzten 20 Jahren eine Jugendprobe aus. Hinzu kamen viele Veranstaltungen und Aktivitäten. Ob Jugendtage, Jugendwertungsplatteln, Gaujugendvolkstanztage, Zeltlager oder Jugendleiterschulungen – Reitmeier war immer maßgeblich beteiligt.

Über seine Vereinstätigkeit hinaus engagiert sich der Scheuringer in der Vereinigung der Trachtenvereine im Landkreis sowie beim Kreisjugendring. 2008 übernahm er mit seinem Verein, der damals sein 50-jähriges Jubiläum feierte, die Ausrichtung des Gautrachtenfests vom Altbayerisch-Schwäbischen Gauverband.

Welcher Aufwand notwendig war, wird klar, wenn man sich vor Augen führt, dass allein die Vorbereitungen zwei Jahre in Anspruch nahmen. Die Mühe lohnte sich. Das viertägige Festwochenende mit Festzeltbetrieb und Gottesdienst unter freiem Himmel lockte 4000 Besucher an und ist vielen bis heute unvergesslich. Allein am Festumzug marschierten 2500 Teilnehmer mit.

Schmuckstück Trachtenheim

Auch die Räumlichkeiten müssen passen, wenn ein Verein gedeihen soll. Deshalb kümmern sich Günter Reitmeier und seine Mitstreiter mit großer Sorgfalt um das Trachtenheim, ein Schmuckkästchen, wie es nicht viele Trachtenvereine haben. Hier ist immer etwas zu tun. Zuletzt wurde das Außengelände umgebaut, neu gepflastert und mit einem überdachten Grillplatz noch einladender gemacht.

Reitmeier ist für sein freiwilliges Engagement schon mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten. Der Altbayerisch-Schwäbische Gauverband heftete ihm das „Gauehrenzeichen für besondere Verdienste“ ans Revers und der Bayerische Trachtenverband das „Silberne Ehrenzeichen für besondere Verdienste in der Jugendarbeit“.

Doch es war nie die Aussicht auf Auszeichnungen, die den Scheuringer so lange bei der Stange gehalten hat. Sein Herz schlägt einfach für die Trachtensache.
Ulrike Osman

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