"Gurkentruppe" schlägt zurück – EVL schlägt Klostersee und zwingt Kaufbeuren ins Penaltyschießen

Als „Gurkentruppe“ ist der EV Landsberg 2000 in letzter Zeit immer öfter bezeichnet worden. Sowohl in den Eishallen als auch in den Internetforen Eishockey-Deutschlands zogen Fans über die Leistungen der Lechstädter her. Wie gut die Mannschaft aber wirklich ist, hat sie am Wochenende unter Beweis gestellt. Der große Nachbar ESV Kaufbeuren musste sogar ins Penaltyschießen und verhinderte beim 2:1 gerade noch eine Blamage. Zwei Tage zuvor holten die Landsberger im Schongang einen 5:2-Sieg gegen den EHC Klostersee.

Das Spiel gegen Klostersee stand unter einem schlechten Stern. Neben den Verletzten meldeten sich etliche Spieler unter der Woche krank. Franz-Xaver Ibelherr konnte am Freitag aber dann doch - mit Ausnahme von Andreas Widmann und Patrick Gruber - mit allen Akteuren auflaufen. Zu Beginn sah die Minuskulisse von 422 Zuschauern das gewohnte Bild. Landsberg spielte verunsichert und hatte in der 4. Minute Glück, als die Scheibe nach einem Gestochere am linken Pfosten plötzlich auf der Torlinie lag und mit Müh und Not weggespielt werden konnte. Quasi im Gegenzug aber dann die Landsberger Führung. Nach einer Chance von Jordie Preston und einer angezeigten Strafe herrschte große Verwirrung in der Abwehr der Grafinger. Christian Köllner reagierte geistesgegenwärtig, zog von der blauen Linie ab und Preston fälschte ab zum 1:0. Drei Minuten später dann wieder Jubel beim EVL. In Überzahl wurde Alex White am rechten Pfosten angespielt, der Kanadier legte blind quer und Daniel Huhn besorgte das 2:0 (in der 8. Minute). Klostersee danach völlig desolat und mit großen Problemen gegen die erste, starke Landsberger Reihe um Huhn, White und Preston. Alex White hatte nach ganz genau zwölf Minuten die große Chance auf 3:0 zu erhöhen. Einen Schuss von Dominik Nörenberg fälschte er aus der Luft an den linken Pfosten ab. Huhn trifft doppelt EHCK-Goalie Patrick Ashton ging das ganze wohl zu schnell - er hatte gar nicht reagiert. Dafür legte Daniel Huhn noch einmal nach. Am linken Bullykreis setzte sich der Landsberger Stürmer spektakulär gegen zwei Grafinger durch und schoss den Puck ins lange Eck zum 3:0 (in der 15. Minute). Die Gebrüder Nörenberg hätten in den ersten 20 Minuten fast auch noch getroffen. Dominik traf nur den linken Pfosten (in der 17. Minute), Daniel schoss ans rechte Lattenkreuz (20.). Dafür schepperte es gleich zu Beginn des zweiten Drittels wieder. 43 Sekunden waren wieder gespielt, da setzte Clayton Barthel einen knallharten Handgelenkschuss zum 4:0 in die Maschen. Danach aber ein Bruch im Landsberger Spiel. Klostersee in Überzahl mit leichten Vorteilen und den ersten zwei Toren, beide durch Johannes Wieser. Erst fälschte er im Powerplay einen Schuss von Alexander Schuster unhaltbar zum 4:1 (in der 28. Minute) ab, dann jagte er einen Schlagschuss vom rechten Bullykreis zum 4:2 (in der 30. Minute) ins Netz. Das Spiel drohte danach tatsächlich zu kippen, weil der EVL immer nachlässiger wurde und die Grafinger somit zu Chancen kamen. Markus Rohde hätte aber kurz vor Drittelende alles klarmachen müssen. Binnen weniger Sekunden tauchte er zweimal frei vor Patrick Ashton auf, versiebte aber beide Male leichtfertig (in der 39. Minute) - auch Alex White vergab noch eine dicke Möglichkeit. Im Schlussdrittel passierte dann lange nichts mehr, bis die Gäste in der 50. Minute nur noch zu dritt auf der Eisfläche standen. Allerdings konnten die Ibelherr-Mannen die Gelegenheit auf die endgültige Entscheidung nicht nutzen. Jordie Preston erlöste zwei Minuten vor dem Ende dann doch die spärlich gekommenen Fans. Clayton Barthel hatte von der blauen Linie abgezogen und Preston verwertete den Abpraller zum 5:2-Endstand. Der Sieg hatte Auftrieb gegeben. In Kaufbeuren kam die Mannschaft wie die Feuerwehr aufs Eis und machte viel Druck auf das Tor der Hausherren. Brent Fritz (in der 5. Minute) in Unterzahl und Markus Rohde (8.) hätten den EVL bereits früh in Führung bringen können. Fritz scheiterte aber an ESVK-Goalie Leo Conti, Rohde knallte neben das Tor. Nach knapp zehn Minuten war er aber dann machtlos. Alex White hatte in der blauen Linie abgezogen, der abgefälschte Schuss landete zum Entsetzen der Hausherren zum 0:1 in den Maschen. Fast im Gegenzug aber der Ausgleich. Ein Schlagschuss von Robert Paule landete nur am Pfosten (in der 12. Minute). Landsberg blieb aber gefährlich und hätte durchaus den zweiten Treffer nachlegen können. Stattdessen trafen die Joker in der 18. Minute zum Ausgleich. Im Powerplay zog Emil Ekblad einen Schlenzer auf das EVL-Tor, Kevin Saurette verwandelte den fälligen Abpraller zum 1:1-Ausgleich. Zu Beginn des letzten Drittels betretene Mienen auf der Landsberger Bank. Alexander Reichelmeir hatte mehrmals einen Kaufbeurer Schläger auf die linke Hand bekommen und musste verletzt ausgewechselt werden. Die „etatmäßige“ Nummer eins Varian Kirst kam und bekam gleich richtig viel Arbeit. Insgesamt viermal durfte der ESVK Überzahl probieren. Kirst konnte gleich mehrmals in höchster Not retten, hatte in der 27. Minute aber auch Glück, als der Ex-Landsberger Jordan Webb nur den Pfosten traf. Zum Drittelende durften sich die Hausherren aber bei Leo Conti bedanken, dass es noch unentschieden stand. Sebastian Wolsch scheiterte in der 37. Minute mit einem Alleingang am Kaufbeurer Goalie. Nachdem im Schlussabschnitt lange nichts passierte, hatten die Landsberger in den letzten Minuten noch die große Chance auf den Sieg. Daniel Rau musste mit einer Spieldauer-Strafe vom Eis, nachdem er mit einem hohen Stock Ross McCain niedergestreckt hatte. Doch die Mannen von Franz-Xaver Ibelherr schafften es nicht, die Scheibe noch einmal über die Torlinie zu bringen. Stattdessen musste die Verlängerung und ein Penaltyschießen her. Nachdem Jordie Preston für den EVL traf, waren nur noch Daniel Schury und Jordan Webb für Kaufbeuren zum 2:1-Endstand erfolgreich. Trotzdem war man beim EVL nach der Partie nicht unzufrieden, auch „wenn es gerne zwei Punkte hätten sein dürfen“, resümierte Mannschaftsleiter Karl-Heinz Zotzmann. Mit zwei Punkten wäre die Mannschaft aber wohl schon am kommenden Wochenende zufrieden. Am Freitag geht es zuhause gegen den zuletzt starken EV Füssen - am Sonntag muss die Landsberger Truppe dann zum Tabellenführer EC Peiting. Nicht dabei ist Andreas Widmann. Für ihn ist die Saison nach einem Kreuzbandriss gelaufen. Patrick Gruber soll dafür wieder in der Verteidigung auflaufen.

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