Ein guter Ausschreibungszeitraum

Mit der Ruhe auf dem Grünstreifen ist’s bald vorbei: Sobald es die Witterung zulässt, wird der Landkreis die Erweiterung der Beruflichen Schulen Landsberg nach Osten (Foto) starten. Landrat Walter Eichner erhielt am Montag „Grünes Licht“ von der Regierung von Oberbayern. Foto: Schwaiger

Nach der wahren Auftragsflut im Zuge der umfangreichen Fördermaßnahmen aus dem Kon­junktur­pa­ket II weht vielen Firmen nun wieder eine deutlich schärfere Brise um die Ohren. Wer etwa einen Auftrag aus öffentlicher Hand ergattern möchte, der muss ein richtig gutes Angebot abgeben. Das drückt die Preise. Und davon profitiert der Landkreis bei der Generalsanierung des Schulzentrums an der Platanenstraße. Allein bei den jüngsten Vergabe von sechs Gewerken für insgesamt 3,1 Millionen Euro blieb man fast 950000 Euro unter den Ansätzen.

Ungeachtet des erfreulichen Ein­sparpotenziales fand es CSU-Kreisrat Norbert Kreuzer doch etwas „komisch“, dass die Ausschreibungsergebnisse nun so weit unter den Ansätzen liegen. Wollte etwa die Bauverwaltung zu sehr auf Nummer sicher gehen oder sind die Preise derart gefallen? Weder das eine noch das andere. „Es ist momentan einfach ein guter Ausschreibungszeitraum, da viele Firmen vor Auftragslücken stehen und deshalb gute Angebote abgeben“, sagte Kreisbaumeister Andreas Magotsch. Und postierte sich gleich mal vor seine Mitarbeiter: Mit schlechter Kostenrechnung hätten die Unterschreitungen nichts zu tun. Hinzu komme, dass man bei Sanierungen nie so exakt berechnen könne wie bei einem Neubau. Ohne Landkreis Gleichwohl darf sich der Kreiskämmerer auch bei den ersten Vergaben für die Erweiterung der Beruflichen Schulen über Ein­sparungen freuen: Rund 17000 Euro unter dem Ansatz liegen die Elektroarbeiten, die der Kreisausschuss an die Firma Spöttl Elektroanlagen in Prittriching vergab – für 693000 Euro. Mit 615000 Euro weniger als angenommen schlagen die Rohbauarbeiten (1,178 Mio.) zu Buche. Hier erhielt die Xaver Lutzenberger GmbH & Co. KG in Pfaffenhausen den Zuschlag. Für Verwunderung im Gremium sorgte die Tatsache, dass für diese Position kein Angebot aus dem Landkreis eingegangen war. Der Landrat kann das ebenso nicht verstehen, denn auch beim Bau der Realschule in Kaufering ist „kein einziger Euro im Landkreis geblieben“, so Walter Eichner. „Wir sind sogar bereit, zu große Gewerke zu teilen, damit auch örtliche Firmen zum Zug kommen können.“ Nebeneffekte Zurück zur Generalsanierung des Schulzentrums mit Dominikus-Zimmermann-Gymnasium und Johann-Winklhofer-Realschule. Die größte Differenz zwischen Kostenrechnung und Ausschreibung gab es bei den Trockenarbeiten: satte 405000 Euro bei einem nun vergebenen Auftragsvolumen von 671000 Euro. Erfreulicher Nebeneffekt: Jetzt seien die neuen Bodenbeläge wieder im Sanierungsprogramm drin, so Magotsch. Da man mit den Vergaben weit unter den Kostenschätzungen liege, sei es laut Kreiskämmerer Jürgen Felbinger zudem möglich, die zunächst ausgeklammerte Fassadensanierung an den Fachräumen nun doch durchzuführen. Der vom Kreistag festgezurrte Kostenrahmen von 13,2 Millionen Euro könne dennoch gehalten werden.

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