Guter Platz zum Laichen

Einen neuen Kieslaichplatz finden diverse Fischarten nun auch im Bereich der Lechstaustufe 20 bei Scheuring. Im Rahmen des Projektes „Kies für den Lech“ ist dort auf Initiative des Landesfischereiverbandes Bayern (LFV) sowie des Luftwaffenfischereivereins Lechfeld eine 60 Meter lange und 20 Meter breite Fläche mit rund 1500 Kubikmeter Kies aufgeschüttet worden.

Gerade frisch umgelagerter und lockerer Kies ist für die meisten Flussfischarten im Lech überlebensnotwendig, betonte Johannes Schnell vom Landesfischereiverband bei einer Besichtigungstour vor Ort. Arten wie Äschen, Nase, Barbe oder Huchen benötigten demnach das lockere Material als Laichplätze. Derzeit stünden laut Schnell im Lech etwa 90 Prozent der Kieslaicher auf der Roten Liste. „Die Populationen einzelner Arten sind vielerorts auf inselartige Restbestände zusammengeschrumpft, einige sind bereits verschwunden“, betonte der Fischexperte. Der Grund für die fehlenden Kieslaichplätze begründet Schnell damit, dass durch Querverbauungen, Stauhaltungen und Uferbefestigungen der natürliche Transport von Flusskies im Lech weitestgehend unterbrochen oder gar ganz verloren gegangen ist. Daher wurde auf LFV-Initiative das Projekt „Kies für den Lech“ ins Leben gerufen. Ziel sei es, im Rahmen der Gewässerunterhaltung durch die künstliche Einbringung von Kies neue Laichplätze zu schaffen und somit zu einem natürlichen Artenerhalt beizutragen. Bislang erfolgten entlang des Lechs, so auch in der Staustufe 15 südlich Landsberg, mehrere dieser Kieszugaben. Diese wurden im Rahmen von Erfolgskontrollen eingehend untersucht. „Bisher konnten auf allen errichteten Laichplätzen Reproduktionserfolge nachge- wiesen werden“, betonte Schnell. Verbaute Ufer Gleiches erhoffen sich die Fischer auch von der Maßnahme im Fließbereich der Staustufe 20 bei Scheuring. Hier sind die Ufer überwiegend mit Steinsatz verbaut und die ehemalige Kiesauflage ist fast gänzlich abgetragen. „Noch vorhandene kiesige Flächen sind von feinem Abtrieb überdeckt und somit für Kieslaicher unbrauchbar“, beschreibt der Experte. Um den neuen Laichplatz anzulegen wurden rund 1500 Kubikmeter Kies in den Lech aufgeschüttet, was 150 Lkw-Ladungen entspricht. Zuerst wurde das aus einer gewöhnlichen Kiesgrube stammende Material mittels einer Planierraupe vorgeschoben, die anschließende Verteilung und Modellierung übernahm ein Bagger. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich laut Schnell auf rund 20000 Euro. Diese werden durch den LFV-Bayern, das Wasserwirtschaftsamt Weilheim sowie die E.ON Wasserkraft GmbH getragen. Hinzu kommt eine Spende der Sparkassenstiftung sowie eine Kiesspende durch das Scheuringer Baggerunternehmen Sailer. In Zukunft soll der Laichplatz bei Scheuring in einer Kooperation zwischen Wasserwirtschaftsamt Weilheim und LFV Bayern im Hinblick auf die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie am Lech in einem speziellen Monitoring näher untersucht werden. Damit beauftragt wurde die TU München; sie führt eine Erfolgskontrolle des Laichplatzes durch.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
Landrat klärt Mordfall
Landrat klärt Mordfall
Ein Weißbier mit Obama
Ein Weißbier mit Obama

Kommentare