Das hält fit: 150 Meter mehr zum Bus

Nur 150 Meter länger als bisher soll der Weg für die Schüler des IKG bis zum Schulbus werden, wenn dieser statt am Hauptplatz künftig am (Bus)Bahnhof hält. Möglich macht dies der neue Lechsteg in Höhe des Mutterturms. Grafik: Stadt/kb

Es gibt viele Probleme, die der Hauptplatz in seiner aktuellen Form mit sich bringt: Die Gehwege zu klein, das Pflaster zu uneben, der Verkehr zu viel – um nur ein paar Punkte zu nennen. All das, bis auf den Durchgangsverkehr, soll durch den Umbau des Platzes bald der Vergangenheit angehören. So schön sich der Entwurf von Architekt Axel Lohrer auf den Informationsveranstaltungen der Stadt anhörte, eines der wichtigsten Anliegen der Bürger konnte er nicht beantworten: Wie löst man das Verkehrschaos durch die vielen Schulbusse, die tagtäglich 750 Schüler zur Mittagszeit am Hauptplatz in Empfang nehmen? Die Antwort auf die Frage gab es nun in der jüngsten Stadtratssitzung und sie fiel so aus, wie es viele bereits erwartet hatten: Statt am Hauptplatz sollen die Schüler künftig am Busbahnhof am Bahnhof einsteigen.

Die Lösung ist nicht neu, hatte sie Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) doch bereits vor ein paar Monaten ins Spiel gebracht. Damals allerdings erfolgte prompt ein negatives Echo aus dem Landratsamt. Dessen Verkehrsexperte Dietmar Winkler äußerte Zweifel daran, ob die vorhandenen Stellflächen für die Schülerzahl aus­- reiche (der KREISBOTE berichtete). Mittlerweile jedoch sind die Differenzen zwischen Stadt und Landratsamt ausgeräumt. Es habe sehr gute Gespräche gegeben, sagt Stadtbaumeisterin Annegret Michler. Dass nun der vor rund zehn Jahren aufwändig vergrößerte Busbahnhof die Aufgabe des Hauptplatzes als Schulbushaltestelle übernehmen soll, liegt auch an den wenig praktikablen Alternativen. So fielen etwaige Standorte an der Lechstraße und dem Papierfleck in der Untersuchung des Münchener Büros „Zwischenräume“ glatt durch. Während am Ignaz-Kögler-Gymnasium eine Erweiterung auf zwölf Bushaltestellen unweigerlich zu einem Ver­kehrs­chaos führe, müsste am Papierfleck ein Großteil der Parkanlage an der Von-Kühlmann-Straße weichen. „Das steht in keinem Verhältnis zu den 15 Minuten, in denen die Haltestelle genutzt wird“, erklärte Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD). Denn der normale öffentliche Nahverkehr soll auch nach dem Umbau weiterhin am Hauptplatz abgewickelt werden. Mit der Verlegung der Haltestelle rückt auch ein Projekt wieder in den Mittelpunkt, über das bereits seit Jahrzehnten gesprochen wird, jedoch nie verwirklicht wurde. Die Rede ist von einem neuen Fußgängersteg über den Lech. Anstatt den Schülerstrom über den Peter-Dörfler-Weg und die Katharinenbrücke von Süden her zum Bahnhof zu lenken und dabei ein Verkehrschaos zu produzieren, sollen die Schülermassen künftig direkt vom Inselbad über die neue Brücke zum Mutterturm geleitet werden. Am Landratsamt vorbei würden sich die Schüler dann dem Busbahnhof von Norden her nähern und somit den Busverkehr auch nicht behindern. Auch das Zeitargument hätte man damit entkräftet, stellte Lehmann fest: „Der Weg ist nur 150 Meter länger als zum Hauptplatz. Das macht gerade einmal zwei Minuten aus.“ Bei den Stadträten fanden die Pläne der Verwaltung mehrheitlich große Zustimmung. Axel Flörke (Landsberger Mitte) wunderte sich nur darüber, weshalb man ein Büro mit der Untersuchung der verschiedenen Standorte beauftragen musste, wo doch die Lösung klar auf der Hand gelegen habe. „Das hätte man sich sparen können.“ Nur CSU-Stadtrat Dr. Benedikt Ball warnte davor, den Hauptplatz als Schulbushaltestelle für immer abzuschaffen. „Durch die fehlenden Schüler geht eine große Kaufkraft verloren“, argumentierte er und warb dafür, den Busbahnhof nur für die Zeit des Hauptplatzumbaus als Alternative zu verwenden. Ein Antrag, der bei den übrigen Stadtoberen auf Unverständnis stieß und schließlich abgelehnt wurde. Unklar ist derzeit noch, wo genau die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke am Ostufer enden wird. Der bereits fertige Plan, mit dem das Büro Zwischenräume 2007 den Wettbewerb Stadt-Land-Fluss gewonnen hatte, sieht den Beginn der Brücke beim Trafohäuschen des Inselbades vor. Um auf künftige Entwicklungen im Bereich des Inselbades besser reagieren zu können, wollen Michler und Lehmann den Steg dagegen am liebsten direkt am Ufer enden lassen und per Fußweg an den bestehenden Weg anbinden. Ob sich das auch realisieren lässt, müssen weitere Planungen zeigen. Mit einer Gegenstimme gab der Stadtrat grünes Licht für das Projekt. „Wir rechnen damit, dass wir spätestens in der heißen Phase des Hauptplatzumbaus mit dem Bau der Brücke fertig sind“, sagte Lehmann. Damit dürften die Bauarbeiten bereits im kommenden Jahr beginnen.

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