Anschluss im Mai

Gimmenhausen und der Kanal

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Bekommt jetzt auch einen Kanal: Das Dörfchen Gimmenhausen bei Ludenhausen.

Reichling – Seit Jahren laufen die Planungen für die Kanalisation von Gimmenhausen. Jetzt wird der Ludenhausener Ortsteil nun definitiv angeschlossen, im Mai sollen die Arbeiten losgehen. Die Gemeinde versucht, durch eine Härtefallregelung die Kosten für die Anwohner so niedrig wie möglich zu halten.

Gimmenhausen, das vor allem von Landwirtschaft geprägt ist, ist einer der wenigen Nachzügler im Landkreis Landsberg, die noch nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen ist. Das Abwasser seiner 18 Häusern und rund 55 Einwohner wurde bislang durch Sickergruben entsorgt. Ursprünglich war wegen des hohen Aufwands geplant gewesen, dieses Problem künftig mit günstigeren Kleinkläranlagen zu lösen – doch da machte das Wasserwirtschaftsamt Weilheim nicht mit. Seit Herbst 2015 steht fest: Gimmenhausen wird an die Kläranlage Rott angeschlossen. Mit den Bürgern führte die Gemeinde bereite etliche Gespräche. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden die letzten Planungen besprochen.

„Die Anträge gehen im April raus, Baubeginn soll dann im Mai sein“, sagte Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler. Es sei „keine so schwierige Baustelle“. Deshalb hoffe man, rasch mit den Tiefbauarbeiten voranzukommen.

Die Gesamtkosten der Arbeiten: 916.000 Euro. Weil diese große Summe relativ wenige Einwohner betrifft, tritt im Fall Gimmenhausen eine Härtefallregelung in Kraft: Die Förderung für die Kanalisation durch die RZWas (Förderrichtlinie für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhabe) beträgt 475.000 Euro – also über die Hälfte. Letztlich wurde für die Gimmenhausener der Beitragssatz 25,28 Euro/Quadratmeter Geschossfläche und voraussichtlich 1,66 Euro/Quadratmeter Grundstücksfläche festgesetzt.

Asphalt-Problem

Konkret stellt sich nun bei Baubeginn das Problem: Wohin mit dem Asphaltaufbruch der alten Straße? In der Regel wird dieser abgedeckt und zwischengelagert. Nach einer Probeentnahme kann das Material eventuell wieder eingebaut werden. Als Lagerfläche sind dafür etwa 1.600 Quadratmeter nötig.

„Warum nicht auf dem Plateau unserer Kiesgrube lagern?“, so der Vorschlag von Heinrich Quartal. Man solle, so Bürgermeisterin Horner-Spindler, die Entfernung nicht außer Acht lassen, was Zeit und Geld koste: „Da sind dann doch jedes Mal zehn Kilometer für einen Lastwagen.“ Dieter Rapp wandte ein, ob man die Probe nicht vorher entnehmen könne. Dann müsse man das Material eventuell nicht wieder ab- und aufladen. Ottmar Schwentzek, im Zivilberuf beim Straßenbauamt, war zufällig Gast in der Sitzung und wies darauf hin: „Es wird immer erst gelagert und dann beprobt.“

Schlimmstenfalls, so Horner-Spindler, könne es sein, dass man den Aushub je nach Gehalt komplett entsorgen müsse. Zusammen mit dem zweiten Bürgermeister Benedikt Schmid sei man bereits auf der Suche nach einem geeigneten Areal. „Aber es sieht ganz gut aus, dass wir den Aushub bei einem Landwirt zwischenlagern dürfen“, sagte Horner-Spindler auf Nachfrage.

Ob man nun den Asphaltaufbruch wieder verwenden kann oder nicht: Die Gimmenhauser Bürger müssen den Rest des Jahres mit einer provisorischen Straße vorlieb nehmen. Denn asphaltiert wird die neue Straße erst im Frühjahr 2018; der Untergrund soll erst „durchfrieren“, damit eventuelle Setzungen durch Frost im Nachhinein nicht die neue Straße wieder zerstören.

Klaus Mergel

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