Bis in die Jetztzeit

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Bürgermeister Herbert Kirsch und Elsa Westermayer freuen sich über das „HäuserBuch Dettenschwang“, das auf 520 Seiten Ortsgeschichte aufblättert.

Dießen – Geboren und aufgewachsen in einem der ältesten Häuser Dettenschwangs an der Achbergstraße, entdeckte der vor einem Jahr verstorbene Otto Westermayer schon früh seine Liebe zur Heimatforschung. Mit unermüdlichem Einsatz trug er eine umfangreiche historische Sammlung zusammen, die nun in Buchform erschienen ist. Bürgermeister Herbert Kirsch, Elsa Westermayer und Gemeindearchivarin Elke Ahrens-Ratz stellten das „HäuserBuch Dettenschwang“ im Rathaus vor.

Ein Projekt, das mit Hilfe von Otto Westermayers Witwe Elsa, zahlreichen Bürgern aus Dettenschwang und mit Unterstützung der Gemeinde realisiert werden konnte. Denn eine schwere Erkrankung hinderte den ambitionierten Heimatforscher in den letzten Jahren daran, seine Unterlagen zu Papier zu bringen um sie dem Ort zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe übernimmt nun ein ansehnliches Buch, das die (Häuser-)Geschichte von Dettenschwang auf 520 Seiten nachvollziehbar und reich bebildert darstellt.

Schon seit 1990 konnte Otto Westermayer seinen Beruf als Forstwirt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Somit blieb ihm viel Zeit, sich mit der Dorfgeschichte auseinanderzusetzen. „Der rege Austausch mit den Dettenschwangern über sein Lieblingsthema erfüllte meinen Mann mit großer Freude“, betonte Elsa Westermayer.

Bürgermeister Kirsch erinnerte sich an den ersten Hausbesuch bei den Westermayers in seinem Wahljahr 1996. Damals hatte ihn Otto Westermayer noch persönlich in sein Archiv im Keller geführt: „Ich war beeindruckt“, so Kirsch. Doch nicht nur der Keller, das ganze Haus sei mit Ordnern und Matrikelbüchern angefüllt gewesen. „Otto Westermayer hat über Jahrzehnte alles gesammelt, was er über Dettenschwang lesen, hören oder sehen konnte. Mit Einverständnis fast aller Dettenschwanger Haushalte konnten aktuelle Daten bis in die Jetztzeit hinein erhoben werden. Auch die Dettenschwanger Vereine haben mitgearbeitet“, betont Gemeindearchivarin Elke Ahrens-Ratz. So sei ein ungewöhnlich aktuelles und lebendiges Häuserbuch entstanden.

Neben den Portraits der einzelnen Häuser, die nach Straßenzügen geordnet und mit historischen Zeichnungen und Fotografien, aber auch mit aktuellen Bildern und Daten illustriert sind, findet man auch zahlreiche Dokumente und Erläuterungen zu Ereignissen, die weit in die Vergangenheit hineinreichen: Eines davon ist der große Brand im April 1875, der Dettenschwang fast völlig zerstört hatte. Worauf sich nach öffentlichen Aufrufen ab 1876 zahlreiche Feuerwehr-Vereine in der Umgebung gründeten. Außerdem finden sich Texte und Fotos zum Brauchtum oder zur Schulgeschichte. Echte Schätze sind auch die Chroniken und Aufzeichnungen von Pfarrer Sebastian Dischl (1852-1935), der von 1885 bis 1893 Jahr für Jahr mit spitzer Feder über seine Pfarrgemeinde schrieb, oder von Dorfschullehrer Karl Kagerer. Zur besseren Lesbarkeit hatte Otto Westermayer deren Handschriften zu Lebzeiten abgetippt.

Das „HäuserBuch Dettenschwang“, ist das dritte Exemplar in einer kleinen Serie von Hauschroniken: Bereits zum Millenniumsjahr hatte die verstorbene Heimatforscherin Juliane Wörlein ihr „Dießener Häuserbuch“ vorgelegt, gefolgt im Jahr 2006 von Jakobs Sengers Chronik „Obermühlhausen – das Dorf und seine Häuser“. „Nun haben wir ein umfassendes Werk im gleichen Format für Dettenschwang“, freute sich Bürgermeister Kirsch. Nachfragen von Ahnenforschern seien unterdessen schon bis aus Chile in Dettenschwang eingetroffen, erzählt Elsa Westermayer. Für 49,90 Euro kann man das Buch zu den Öffnungszeiten im Rathaus (Zimmer 006, Einwohnermeldeamt) erwerben.

Ursula Nagl

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