Nach dem Pfingst-Unwetter

Utting zeigt "Herz für die Gärtnerei"

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Das Gärtnerpaar Gerlinde und Josef Streicher strahlte, als sie von Uttings Bürgermeister Josef Jutzenberger (rechts) einen Scheck über 7.590 Euro überreicht bekam.

Utting – Das krachende Unwetter zu Pfingsten mit golfballgroßen Hagelkörnern wird vielen in Erinnerung bleiben. Besonders schlimm hat es die Uttinger erwischt, ganz speziell die Gärtnerei Streicher. 90 Prozent der gläsernen Gewächshäuser wurden regelrecht „zerschossen“. Und die herab­stürzenden Glasscherben zerhäckselten nahezu alle Pflanzen.

Natürlich ist die Gärtnerei Streicher gegen solche Unwet­terschäden versichert. Allerdings zahlte die Versicherung nur den Zeitwert. Damit blieben die Streichers auf einem sechsstelligen Betrag sitzen. Denn neben den Gewächshäusern wurde auch die ganze Nachzucht vernichtet. Jetzt gab es zumindest ein kleines Happy End für Gerlinde und Josef Streicher.

Nachdem die Gemeinde Utting aus Solidarität zu der seit 1875 im Dorf ansässigen Gärtnerei nach dem Desaster ein Spendenkonto eingerichtet hatte, wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung das erfreuliche Ergebnis bekannt gegeben. Und das Ehepaar Streicher konnte sich über einen Scheck in Höhe von 7.590 Euro aus den Händen von Bürgermeister Josef Lutzenberger freuen. Er lobte Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt der Bürger, die zwischen 10 Euro und 1.000 Euro ge­spendet haben.

Josef Streicher war ob dieses Ergebnisses gerührt und dankte auch für die tatkräftige Hilfe von Nachbarn, Bekannten und „wildfremden Menschen“, die gleich nach dem Hagel beim Aufräumen geholfen haben. Zentnerweise mussten Glasscherben aufgesammelt werden, was sich als ein gefährliches Unterfangen herausstellte. Denn immer wieder fiel Glas von oben herab. Was von Gurken und Tomaten übrig blieb, musste vorsichtshalber wegen eventueller Glassplitter vernichtet werden. Die Wucht der Hagelgeschosse zeigte sich auch daran, dass sogar die Folienhäuser zerstört wurden.

Lutzenberger, der direkt nach dem Hagel vor Ort war, zeigte sich erschüttert angesichts des Scherbenchaos. Er versprach unbürokratische Hilfe, die er bei der nächsten Gemeinderatssitzung in die Tat umsetzte. Mit Billigung des Gremiums richtete die Gemeinde ein Spendenkonto ein. Das eingegangene Geld will Josef Streicher in Energiesparmaßnahmen stecken. Damit könne seine Gärtnerei bis zu 20 Prozent einsparen.
Dieter Roettig

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