"Kein Schnaps, nur Bier!"

Unterdießens Bürgermeister in der Ape auf Alkoholfahrt

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Bis zum letzten Halloween-Kürbis: Oana geht no!

Unterdießen – Gäbe es für diese Halloween-Nacht einen Reload-Button, Alexander Enthofer würde ihn sofort betätigen. Doch das geht nun mal nicht, und so muss der Unterdießener Bürgermeister, der auch Inhaber einer Fahrschule ist, jetzt mit den Folgen einer „großen Dummheit“ leben: Alkohol am Steuer. 1,8 Promille zeigte das Atemalkoholmessgerät der Polizei an. Absolute Fahr­untüchtigkeit. Strafverfahren. Führerschein weg.

Während es in Unterdießen längst alle Spatzen von den Dächern pfeifen, will sich Poli­zeisprecherin Anita Graf nicht näher zu dem Vorgang und auch nicht zur Person äußern. Ja, es sei in besagter Nacht „ein Mann im Bereich Unterdießen“ kontrolliert und aufgrund seiner Alkoholisierung einer Blut­ent­nahme unterzogen worden. Letzteres sei bei über 1,1 Promille normal. Ebenso üblich sei es, nichts an die Öffentlichkeit zu geben, wenn es keine weitergehenden Schäden gab.

Ist seinen Führerschein vorerst los: Bürgermeister Alexander Enthofer.

Und genau das war bei Enthofers Alkoholfahrt der Fall. „Ich habe doch nur meine Ape (dreirädriges Rollermobil; d. Red.) umgeparkt“, schildert der 53-Jährige auf Anfrage des KREISBOTEN. Als ihn die Polizei kontrollierte, sei er gar nicht mehr am Steuer gesessen, beteuert der Bürgermeister. So geschehen am 31. Oktober um 23.45 Uhr in Oberdießen, nach einer „Festivität“, bei der er, Enthofer, keinen Schnaps, sondern nur Bier getrunken habe. Das dürfte bei polizeinotierten 1,8 Promille dann eine ordentliche Menge gewesen sein. Doch der Überführte zweifelt diesen Wert an, er entspreche keinesfalls den Tatsachen. Enthofer wolle erst mal das Ergebnis der Blutentnahme abwarten und dann gegebenenfalls dagegen vorgehen.

Das Lenken eines Fahrzeugs mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille und mehr fällt unter „absolute Fahruntüchtigkeit“ und ahndet der Gesetzgeber als Straftat. Laut aktuellem Bußgeldkatalog gibt es drei Punkte in Flensburg, eine Freiheits- oder Geldstrafe sowie mindestens sechs Monate Führerscheinentzug. Mehr noch: Weist der Alkoholtest über 1,6 Promille nach, dann ist zudem eine medizinisch-psychologische Untersuchung fällig.

Wie geht nun ein Bürgermeister und Fahrschulinhaber mit der Führerscheinlosigkeit auf unbestimmte Zeit um? „Ganz normal“, sagt Alexander Enthofer, „zum Rathaus der VG nach Leeder ist es ja nicht weit“ und im Berufsleben könne er gottlob auf Angestellte zurückgreifen. Gleichwohl ärgert er sich ohne Ende über sein Verhalten in der Hallo­ween-Nacht. „Das ist sehr unangenehm.“

„Besorgte Bürger der Gemeinde Unterdießen“ fordern bereits in einem „Offenen Brief“ (anonym) den Rücktritt des Gemeindeoberhauptes.

Toni Schwaiger

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