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Halt der Schulbusse am Landsberger Hauptplatz - bleibt es dabei?

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Stau ist vorprogrammiert, wenn am Morgen die Schulbusse etwas länger halten müssen, um alle Schüler aussteigen zu lassen.

Landsberg – Wenn Schulferien sind, ist es ruhig in Landsberg. Vor allem morgens am Hauptplatz, wenn keine Schulbusse den Verkehr stocken lassen. Wäre es nicht sinnvoll, diese Stopps zu verlegen? Beispielsweise zum Bahnhof? Und wäre dazu nicht gerade der ideale Zeitpunkt? Denn momentan arbeiten sowohl der Landkreis, verantwortlich für den ÖPNV, als auch die Stadt an neuen Konzepten: Der Landkreis will im Hinblick auf den MVV-Beitritt ein neues Nahverkehrskonzept. Und die Stadt bastelt am städtischen Verkehrskonzept, zu dem bis Mitte des Jahres erste Ergebnisse erwartet werden.

Die Situation ist nicht neu. Bereits vor rund zehn Jahren, als der Umbau des Hauptplatzes anstand, tauchte die Frage nach ‚Halt oder Nichthalt‘ der Busse am Hauptplatz auf. Viele Landsberger hatten sich in der Bürgerbefragung gegen den Halt ausgesprochen. Bäcker und Metzger und weitere Einzelhändler votierten hingegen wegen Einsatzeinbußen für einen Halt am Hauptplatz. Gebaut wurde letztendlich eine Fahrbahn ohne Haltebuchten. Und sowohl der Stadtbus – der vom Landkreis betrieben wird, bei dem die Stadt aber Mitspracherecht hat, auch was die Haltestellen angeht – als auch die Linienbusse, für die der Landkreis alleine zuständig ist, halten weiterhin am Hauptplatz.

„Wenn es eine Alternative für den Halt der Schulbusse am Hauptplatz gäbe, würde ich mich freuen“, urteilt Oberbürgermeister Mathias Neuner. Das sei jedoch nicht „kriegsentscheidend“ fürs Verkehrskonzept. Allerdings biete der neue Lechsteg natürlich den Schülern, insbesondere denen des IKG, einen sicheren Schulweg vom Bahnhof aus. Dass der Landkreis bereits jetzt den Nahverkehr neu aufstellen will, ohne auf die Ergebnisse des Stadtkonzepts zu warten, findet Neuner nicht unbedingt problematisch. „Das können wir nachträglich einarbeiten“.

Der grüne OB-Kandidat Moritz Hartmann spricht sich ebenfalls für eine Verlegung der Bus-Stopps aus. „Aber Landsberg ist auch eine Schulstadt“, gibt er zu bedenken. Schüler gehörten zu Landsberg dazu und belebten die Innenstadt. „Aber wenn der Steg fertig ist und die Wegeführung klar, wäre die Möglichkeit ‚Bahnhof‘ sicherlich sinnvoll.“ Eine ‚Bitte möglichst schnell‘-Lösung, also bereits im kommenden Schuljahr, sei aber sicher nicht machbar, da der neue Lechsteg samt Wegeführung bis dahin wohl nicht fertig werde.

Auch Felix Bredschneijder, OB-Kandidat der SPD, kann sich eine Verlegung vorstellen: „Gerade, wenn der neue Steg tatsächlich da ist, würde der Zustieg am Bahnhof deutlich mehr Sinn machen. Weniger Stopps am Hauptplatz heißt dann auch weniger Stau.“ Zudem müsse man sich aber auch Gedanken um eine Haltestelle am Schlossberg machen, wenn die Spitalschule dort einziehe. Der Verkehr könne auch entlastet werden, wenn weniger Eltern ihre Kinder mangels kurzer Wege zwischen Haltestelle und Schule per Auto transportierten.

Er würde es begrüßen, wenn der Landkreis auf das Verkehrskonzept der Stadt warte, um eine gemeinsame Entwicklung zu ermöglichen. „Wir müssen ja mit dem Landkreis zusammenarbeiten, da er den Stadtbus betreibt.“

Die OB-Kandidatin der UBV Doris Baumgartl äußert sich nicht konkret zu der Frage der Bus-Stopps am Hauptplatz: „Bevor nicht die Von-Kühlmann-Straße so ausgebaut ist, dass Schulkinder dort gefahrlos queren können, kann man über eine Verlegung nicht nachdenken.“ Ihres Wissens nach werde es aber eine Zwischeninsel geben, mit deren Hilfe Fußgänger die Von-Kühlmann-Straße „in zwei Etappen gefahrlos queren können“.

Ein Bus-Wunschzettel

Vor allem bei mehreren Bussen mit Schülern am Morgen staut es sich auf der Neuen Bergstraße.

Dietmar Winkler, ÖPNV-Verantwortlicher beim Landratsamt, berichtet, dass der Landkreis gerade Anschreiben an alle Kommunen bezüglich des Nahverkehrskonzeptes herausgeschickt habe. Abgefragt werden sollen ‚Spezialwünsche‘ – also nicht die Verlängerung von Fahrzeiten einer bestimmten Linie, sondern grundlegende Änderungen. Ein Beispiel dieser ‚Sonderwünsche‘ sei der der Stadt Landsberg nach einer „völligen Überplanung des Stadtverkehrs“. Die Antworten benötige man, um sie in die Ausschreibung für das Nahverkehrsgutachten aufnehmen zu können. Dazu werde es sicher auch Arbeitskreise und Workshops sowie eine Bürgerbeteiligung geben.

Moritz Hartmann äußert sich kritisch zu diesem Anschreiben, über das die Stadt die Stadträte zudem nicht einmal informiert habe. Die Fragen seien so gehalten, dass sie in der Kürze der Zeit – verschickt wurde das Schreiben am 15. Januar, Antworten sind bis 6. März möglich – für eine Stadt wie Landsberg nicht zu beantworten seien. Eine Frage lautet: „Sie wünschen eine völlig neue Buslinie. Bitte geben Sie den gewünschten Busweg vor.“ Eine zweite Frage fordert die Kriterien, die die Kommune für eine völlige Neuplanung des bestehenden Verkehrs ansetzt. „Es ist momentan ja auch noch Wahlkampf, zudem stehen einige Bürgermeisterwechsel an“, so Hartmann. „Ich kann da keine Antwort innerhalb von nur zwei Monaten erwarten.“ Er hoffe dennoch beim Thema Nahverkehr auf eine „kollegiale Zusammenarbeit“ mit dem Landkreis. Anders ginge es auch nicht.

Es bleibt eng

Auf das Verkehrskonzept der Stadt könne man nicht warten, sagt Winkler: Der Kreistag habe den Beitrittswunsch zum MVV beschlossen. Und vom Freistaat gebe es dazu die Vorbedingung, jetzt ein Nahverkehrskonzept zu erstellen. Die bisherigen Ideen in Landsberg 2035 seien zu allgemeiner Art, um darauf einzugehen. Zudem sieht Winkler ein Verkehrskonzept für die Stadt generell als schwer umsetzbar: „Es wird sich nicht viel ändern können. Die Straßen, die man fahren muss, sind eben begrenzt.“ Der Hauptplatz bleibe das Nadelöhr.

Schulbusse habe der Landkreis außerdem gar nicht, nur die Linienbusse. Die allerdings dann fahren, wenn Schüler aus dem Landkreis nach Landsberg zur Schule müssen. Nicht umsonst fallen viele Fahrten in den Schulferien aus. Wie auch immer, die Linienbusse „kommen morgens im Zeitversatz am Hauptplatz an“, gibt Winkler zu bedenken. Dadurch minimiere sich der Stau, der zudem vor allem durch die vielen Autofahrer in Landsberg entstehe. Mittags stiegen die Schüler ja schon lange am Bahnhof ein, da seit dem Umbau des Hauptplatzes dort nicht mehr genug Platz für die vielen Schüler sei. Diese Busse hielten dann auch nicht am Hauptplatz. „Wir wollten ja die Haltebuchten haben, aber das wollte die Stadt nicht.“ Zwar könne der neue Lechsteg einen sicheren Schulweg ermöglichen, „aber warten wir erstmal, bis der steht“.
Susanne Greiner

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