Haltestelle gesucht

Geht es nach Oberbürgermeister Ingo Lehmann hat der Hauptplatz nach seinem Umbau als zentrale Schulbushaltestelle ausgedient. Foto: Peters

Noch befindet sich der Umbau des Landsberger Hauptplatzes in der Entwurfsphase, doch längst beschäftigt die künftige Verkehrssituation auch die Behörden. Besonders die von Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) befürwortete Verlegung des gesamten Schulbusverkehrs zum Busbahnhof am Bahnhof stößt im Landratsamt bislang auf wenig Gegenliebe.

Geht es nach den Überlegungen der Stadtoberen, sollen die rund 700 Schüler, welche derzeit am Hauptplatz in den Schulbus einsteigen, nach erfolgtem Umbau den erst vor wenigen Jahren ausgebauten Busbahnhof jenseits des Lechs nutzen. Dass jedoch durch den Wegfall der Schulbushaltestelle am Hauptplatz – wie von vielen erhofft – auch die mittäglichen Staus Geschichte würden, bestreitet Dietmar Winkler. Für den ÖPNV-Experten im Landratsamt habe das eine nichts mit dem anderen zu tun. „Der Stau ist schon um 12 Uhr da, wenn noch gar keine Schulbusse fahren“, erklärt er. Die Busse würden sich quasi „in den Stau einreihen.“ Eine Verlegung des Schulbusbetriebs in Richtung Busbahnhof würde nach Ansicht Winklers eher weitere Probleme schaffen. Während sich etwa die betroffenen Schüler des Ignaz-Kögler-Gymnasiums auf einen längeren Schulweg einstellen müssten, fehle es am Busbahnhof an Kapazitäten, um den Wegfall der Hauptplatzhaltestellen kompensieren zu können, so der Experte. „Man müsste den Fahrplan deutlich entzerren, womit die Schüler noch später nach Hause kommen würden.“ Gemeinsam mit seinen Kollegen hat Winkler die Für und Wider für jede einzelne Lösung – darunter neben der Ist-Situation, die Verlegung an den Busbahnhof sowie eine Direktabholung der Schüler vor dem IKG – in einer Liste zusammengefasst und diese der Stadt über­sandt. Bislang habe es darauf noch keine Reaktion gegeben, sagt er. „Die Stadt prüft das anscheinend noch.“ Noch seien alle Überlegungen auch nur „Sandkastenspiele“, betont der Experte, schließlich wisse derzeit noch niemand, wie es mit dem Hauptplatz genau weitergehe. Gleichzeitig warnt Winkler davor, im Falle eines Umbaus über die generelle Verbannung des Busverkehrs von der wichtigsten Ost-West-Verbindung der Stadt nachzudenken. „Der Hauptplatz ist einer der bedeutendsten Knoten­- punkte im Landkreis. Daran etwas zu ändern, hätte weitreichende Auswirkungen.“ Rund 250 Busbewegungen finden hier an Schultagen statt; an schulfreien Tagen sind es nur knapp 60 weniger. Interessant ist das vor allem im Hinblick auf die anstehenden Kanalsanierungen, die unabhängig von einer eventuellen Neugestaltung des Hauptplatzes durchgeführt werden müssen. Denn noch habe die Stadt kein Konzept vorgelegt, wie der Auto- und Busverkehr bei einem gesperrten Hauptplatz geregelt werden soll, erklärt Winkler, der in diesem Fall ein Verkehrschaos befürchtet. „Was passiert, wenn 17000 Autos und Busse über die Autobahn fahren müssen, hat man gesehen, als der Bahnübergang wegen Bauarbeiten gesperrt war.“ Aus diesem Grund hält Winkler auch das in der Gunst der Bürger vorne liegende Konzepte zum Umbau des Hauptplatzes für wenig praktikabel. Der Entwurf sieht eine Verlegung der Straße in Richtung Osten vor, was eine enge Kurvenführung durch das Schmalztor erforderlich macht – mit weitreichenden Folgen für den Busverkehr. „Denn dort würden die Busse nicht durchkommen, ohne in den Gegenverkehr zu fahren“, stellt Winkler fest und kündigt schon einmal an: „Das Spielchen würden wir nicht mitmachen.“ Noch sei allerdings Zeit, einen „vernünftigen Kompromiss“ zu erarbeiten, weiß auch der Experte. Erst Ende des Jahres soll der Vorentwurf des beauftragten Architekturbüros vorliegen.

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