Die Zukunft des Parkens?

Utting: Ticket- und münzfrei parken mit Handy-App

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Handy-Nutzer mit ParkNow-App müssen im Uttinger Freizeitgelände künftig nicht mehr zu einem der sechs Parkautomaten. Per Fingerdruck auf das Smartphone meldet man sich an und ab. Am Monatsende wird minutengenau abgerechnet.

Utting – Zum Thema Parken gab es bei der Gemeinderatssitzung im Feuerwehrhaus zwei gute und eine weniger gute Nachricht. Das Parken im Freizeitgelände wird durch einen neuen EC-Automaten sowie eine Handy-App einfacher und bequemer. Allerdings fallen künftig auch an der Fahrmannsbachstraße beim Hochseilgarten und Labyrinth im Maisfeld Gebühren an.

Auslöser ist ein überzähliger Parkscheinautomat. Weil die Gemeinde einen der sechs Münz-Automaten auf dem Freizeitgelände durch einen mit EC-Karten-Funktion ersetzen wird, hat man nun ein Gerät zuviel. Was tun damit? Im Gemeinderat wurden Alternativen diskutiert. Verkaufen, in Zahlung geben, als Ersatzgerät im Bauhof einlagern oder an einer anderen Stelle Gebühren kassieren?

Bei der Vorberatung im Bau- und Umweltausschuss hatte man dabei an den Parkplatz beim alten Feuerwehrhaus unterhalb der Schule gedacht. Man wolle damit das Dauerabstellen von Bootsanhängern verhindern, hieß es. Die sogenannte „Brötchentaste“ könne man von einer halben Stunde auf zwei Stunden verlängern, damit man die Boote in Ruhe und ohne Hektik zu Wasser lassen kann.

Schließlich entschied man sich dann doch auf Anregung des Finanzausschusses für die Fahrmannsbachstraße. Bislang war hier auf dem Seitenstreifen gegenüber Kletterschiff und Mais-Labyrinth das Parken für vier Stunden kostenlos. Mit einer knappen Mehrheit von neun zu sieben Stimmen gab der Gemeinderat dafür sein Okay. Die Gebühren sind hier wie im Freizeitgelände relativ human. Die erste halbe Stunde ist kostenlos. Jede weitere angefangene halbe Stunde schlägt mit 50 Cent zu Buche, eine Tageskarte kostet fünf Euro. Klingt wenig, macht aber in der Summe einen schönen Batzen Geld aus. Laut Geschäftsleiter und Kämmerer Florian Zarbo hat die Gemeinde im ersten Jahr rund 65.000 Euro mit den Parkautomaten eingenommen und sie damit bereits amortisiert.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Einführung des bargeld- und ticketlosen Handy-Parkens, angeboten vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland. Ein Service, der für die Nutzer viele Vorteile bietet. Die ParkNow-App kann im App Store oder bei Google Play kostenlos runtergeladen werden.

Nach Eingabe von Nummernschild und persönlichen Daten ist das bequeme Handy-Parken betriebsbereit. Auf Parkflächen mit dem ParkNow-Zeichen startet und stoppt man den Parkvorgang mit nur einem Fingerdruck. Bezahlt wird minutengenau am Monatsende per Lastschrift, PayPal oder Kreditkarte. Man braucht kein Kleingeld mehr und der Weg zum Park- oder Kassenautomaten entfällt. An der ParkNow-Plakette hinter der Windschutzscheibe erkennt die zuständige Parkraumüberwachung, dass hier ein ParkNow-Nutzer steht. Der digitale Parkschein wird von den Kontrolleuren anhand des Kennzeichens kontrolliert.

Selbst eine Parkscheibe ist in den kostenlosen ParkNow-Zonen künftig nicht mehr nötig. Und das Schönste daran: Per SMS wird der Nutzer gewarnt, dass seine Parkzeit bald abläuft. Das von BMW entwickelte Park-

Now-System ist bereits in vielen Gemeinden und Städten installiert und wird ständig erweitert. Wer einen Ausflug nach München macht, kann damit in vielen Parkhäusern bequem ohne Ticket parken.

Wie rar Parkplätze vor allem in der Seenähe von Utting sind, zeigte der Antrag von Lena Mielke. Sie benötigt für ihr Restaurant „Lenas am See“ dringend drei Sonderausweise für ihre Mitarbeiter. Der Gemeinderat aber billigte ihr nur einen einzigen Ausweis zu, allerdings übertragbar.

Dieter Roettig

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