Für Jung und Alt im Einsatz

Hannes Schmidt ist neuer Seniorenbeauftragter im Fuchstal

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Im neuen Zuhause in Leeder: Hannes Schmidt, Fuchstals neuer Seniorenbeauftragter.

Fuchstal – Er gehört der älteren Generation an, im Einsatz ist er freilich für Jung und Alt. Die Rede ist von Hannes Schmidt. Erst seit gut einem Jahr im Fuchstal zuhause, engagiert er sich als Schulweghelfer genauso wie neuerdings als Seniorenbeauftragter der Gemeinde. Und: Auch in der mittleren Generation möchte er sich gern einbringen – etwa im Theaterverein.

Mit Bühnen hatte Hannes Schmidt (72) beruflich über viele Jahrzehnte zu tun. Kinderdarsteller, Regieassistent, Chef des künstlerischen Betriebsbüros, Intendant: Das ist der Werdegang des überaus umtriebigen Organisationstalents. Das möchte er – inzwischen seit sieben Jahren im (Un)ruhestand, nach dem Umzug von München ins Fuchstal auch am neuen Wohnort für Aktivitäten in der Gemeinde nutzen. Mit seiner Partnerin Sigrun Schnugg ist er mitten in Leeder an der Poststraße zu Hause.

Bei den Schulweghelfern gehört Schmidt zu den zwölf Erwachsenen, die sich abwechselnd darum kümmern, dass die Kinder frühmorgens sicher über die Straße zur Grundschule im Hofgartenhaus kommen. „Morgens geht da auf der Weldener Straße ordentlich was ab“, beschreibt er den Verkehr auf der Gefällstrecke.

Jetzt das Thema Senioren. Nach einem Aufruf der Gemeinde hatte sich Hannes Schmidt bei Bürgermeister Erwin Karg gemeldet. Und er erfuhr: In den vergangenen fünf Jahren gab es keinen Seniorenbeauftragten; dieses Ehrenamt hatte der Rathauschef nebenbei mitbetreut.

Inzwischen hat sich Schmidt schon bei zwei aktiven Senioren­gruppen in Leeder und in Seestall vorgestellt. Beide seien ordentlich organisiert, ist sein erster Eindruck. Noch könne er mit keinem Konzept aufwarten, was er alles anstoßen wolle. Gewiss gehe es darum, auch durch Kontakte zum Landratsamt Veranstaltungen zu organisierten, in denen altersspezifische Themen aufgegriffen werden – etwa Mobilität, Patientenverfügung oder Testament.

Doch der ehemalige Intendant und jetzige Seniorenbeauftragte interessiert sich vor allem für die menschlichen Aspekte der älteren Generation. Da gebe es auch in Fuchstal ein „ganzes Paket an Biografien“, ist er überzeugt. Die Erfahrung der älteren Mitbürger dürfe nicht verkümmern. Auch könne man der „Einsamkeit“ begegnen. Das könne schon damit beginnen, dass ein Senior ein Mädchen oder einen Buben vom Kindergarten abhole, wenn berufstätige Eltern dies wünschen und ihr Einverständnis geben.

Als Seniorenbeauftragter, aber auch im Theaterverein kann Hannes Schmidt seine die berufliche Erfahrung einsetzen. Geboren ist er in Ulm. Der Vater war Opernsänger, der Sohn bereits mit acht Jahren im Kinderchor der Bayerischen Staatsoper. Er könne sich noch gut an die „spannende Zeit“ neben der Schule erinnern, bekundet Schmidt, der zudem Kinderdarsteller an den Münchner Kammerspielen war.

Mit 17 Jahren war er schon früh Inspizient und Regieassistent in der Kleinen Komödie. Es folgte die Schauspielschule; bei August Everding hatte er die Prüfung gemacht. Das erste Engagement führte an das Landestheater Salzburg, wo er Chef des künstlerischen Betriebsbüros war. Bei aller Organisation sei die Zeit „künstlerisch erfüllend“ gewesen, zumal er in den Ferien auch das Wirken Herbert von Karajans bei den Salzburger Festspielen erleben konnte.

Von 1980 bis 1987 war Schmidt dann Leiter des künstlerischen Betriebsbüros am Staatstheater Braunschweig. Ein kurzes Zwischenspiel war 1988 die Volksoper in Wien, wo er in der „Regiekanzlei“ tätig war. Vier Jahre war er – wieder zurück in München – die rechte Hand von Regisseur und Intendant Wolfgang Sawallisch. Damals baute er auch ein Haus in Trudering.

1992 wurde Schmidt zum Intendant bei den Stuttgarter Philhar­monikern berufe. Er führte spezielle Konzerte für Senioren, für Jugendliche und für Kinder ein – „etwas, was ich geliebt habe“, blickt Hannes Schmidt zurück. Eine Neuerung war damals auch, dass es zu Konzerten eine Einführung gab.

2001 folgte der Wechsel nach Halle an der Saale. Dort hatte er die Intendanz an der Staats­philharmonie übernommen, war mit Planung und Organisation betraut. Als „Himmelfahrtskommando“ beschreibt er die schwierige Aufgabe, das Opernhaus und die Philharmonie mit dem Sinfonieorchester zur Staatskapelle Halle zusammenzulegen. Da habe es regelmäßig Reibungen mit dem Kollegen vom Opernhaus gegeben.

Seit 2012 ist Hannes Schmidt in Rente. Er kam aus Halle in das eigene Haus nach München zurück. In der Isar-Metropole ist auch eine Tochter mit dem Enkelkind daheim; dort wohnt auch seine Frau. Er selbst hat sich in München, wo er den „Charme früherer Jahrzehnte“ vermisse, nicht mehr wohlgefühlt. Deshalb verkaufte Schmidt das Haus in der Großstadt und erstand ein anderes in Fuchstal. Dorthin zog er mit seiner Partnerin Sigrun Schnugg, die als Töpferin kreativ arbeitet und deren Vater in Kaufbeuren wohnt.
Johannes Jais

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