Trauer um Hans Koch

Kaufering trauert um Koch

+
Hans Koch (2. v. links) – hier bei der Übergabe der Verdienstmedaille gemeinsam mit Ex-Bürgermeister Dr. Klaus Bühler und Bürgermeister Erich Püttner sowie Landrat Thomas Eichinger und Monika Koch (v. links) – ist vergangene Woche verstorben.

Kaufering – Ein Kauferinger Urgestein ist tot. Hans Koch, langjähriger Marktgemeinderat, früherer 2. Bürgermeister und langjähriges Kreistagsmitglied verstarb am vergangenen Wochenende nach längerer schwerer Krankheit. Auch nach seinem krankheitsbedingten Ausscheiden aus der aktiven Politik im Jahr 2013 nahm er rege am Geschehen in der Marktgemeinde teil.

Hans Koch starb in der Nacht vom 8. auf den 9. Juni 2017 im Alter von 73 Jahren. Seine politische Heimat war die SPD, in die er 1970 eintrat. Bereits 1972 wurde Koch in den Kauferinger Marktgemeinderat gewählt. Im Kreistag betätigte sich Hans Koch als Fraktionsvorsitzender der SPD von 1984 bis 1993. Für seine Verdienste in der SPD wurde Koch die höchste Auszeichnung der Partei, die „Willy-Brandt-Medaille“, verliehen.

Von 1990 bis 2002 nahm er das Amt des 2. Bürgermeisters wahr. SPD-Ortsvereinsvorsitzender Thomas Salzberger sagte dem KREISBOTEN, mit Hans Koch verliere man einen engagierten und langjährigen politischen Mitgestalter für Kaufering und den Landkreis Landsberg.

Quer über alle Parteigrenzen hinaus bescheinigten alle, die ihn kannten, ein unaufhörliches Engagement für die Weiterentwicklung der Marktgemeinde. Koch gehörte zu den Initiatoren des Ortsbusses, das Gesamtverkehrskonzept des Ortes trägt seine Handschrift und er war der Ideengeber des Adventsmarktes am Fuggerplatz.

Zu den Verdiensten von Hans Koch gehört es auch, dass er sich vehement gegen das Vergessen der nationalsozialistischen Gräueltaten eingesetzt hat. Nach der Fertigstellung des Gedenkortes am Bahnhof war es seine Idee, die noch überlebenden Häftlinge aus den KZ-Lagern nach Kaufering einzuladen.

Hans Kochs Handeln war stets auch von seiner christlichen Grundhaltung geprägt. Unter anderem setzte er sich für die in Kaufering untergebrachten Asylbewerber ein und unterstützte sie tatkräftig bei ihren Behördengängen. Er organisierte auch Kennenlerntreffen mit Kauferinger Bürgern und besorgte ihnen Fahrräder, damit sie mobil werden.

Nicht immer war Hans Koch mit der aktuellen Politik einverstanden. Er gehörte zu den Menschen, die sich für den Erhalt des Schmittenbauerhofes eingesetzt hatten. Aus Ärger über eine Entscheidung des Marktes in Zusammenhang mit dem Ärztezentrum gab der streitbare Politiker 2015 sogar den „Goldenen Ehrenring“ zurück, der ihm von der Marktgemeinde 1997 für seine Verdienste verliehen worden war. Der Verstorbene gehörte vielen Vereinen an, unter anderem war er von 1974 bis 1989 1. Vorsitzender des Kauferinger Ortsvereines. Er war darüber hinaus Gründungsmitglied des Alpenvereins in Kaufering. Für seine Verdienste wurde Hans Koch auch mit der „Kommunalpolitischen Verdienstmedaille“ ausgezeichnet.

Die Beerdigung findet am morgigen Dienstag im kleinen Kreis statt. Bürgermeister Erich Püttner würdigte Hans Koch als herausragende kommunalpoltische Persönlichkeit mit weit vorausschauendem Engagement und sehr viel Fleiß.

Siegfried Spörer

Auch interessant

Meistgelesen

Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See
Umzug startet mit Schreck
Umzug startet mit Schreck
Hoher Schaden, keine Beute
Hoher Schaden, keine Beute
Kaltenbergs "letzter Ritter"
Kaltenbergs "letzter Ritter"

Kommentare