Harfenzauber im Museum

Mit ihrer Harfe entführte sie im Stadtmuseum auf eine musikalische Reise: Ausnahmekünstlerin Maria Stange. Foto: kb

Vor ausverkauftem Haus hat Harfen-Virtuosin Maria Stange kürzlich im Neuen Stadtmuseum begeistert. In dem Abschlusskonzert zur Sonderausstellung „Harfenmusik des 20. Jahrhunderts“ entführte sie die Zuhörer auf eine höchst interessante musikalische Reise.

Die Virtuosität Maria Stanges kam im großen Ausstellungssaal des Museums akustisch hervorragend zum Tragen, zwischen den Kunstobjekten platziert erlebten die Besucher eine reizvolle Symbiose aus Musikerlebnis und Bildender Kunst. Das Konzert entführte das Publikum in emotionale Klangwelten und auf eine Reise quer durch mehrere Kontinente: Die Professorin an der Musikhochschule Stuttgart spielte Kompositionen des 20. Jahrhunderts, die in Armenien, Eng­- land, auf dem Atlantik, in Frankreich oder etwa in Nordafrika entstanden sind. Charmant und kurzweilig führte Maria Stange selbst in die Musikstücke ein, zitierte beispielsweise ein Gedicht Paul Verlaines, das Gabriel Faurés „Une chatelaine en sa tour“ zugrunde liegt. Das Publikum erfuhr an diesem Abend nicht Innur Interessantes zu den Musik­- stücken, sondern auch manch amüsante Anekdote über die Komponisten, etwa, dass Carlos Salzedo, Franzose baskischen Ursprungs, nicht nur eine Reihe von Kompositionen seinen Schülerinnen gewidmet, sondern auch eine Reihe von diesen geehelicht hat. Die Ausnahmemusikern, die erst mit 17 Jahren ihr Instrument erlernte und seitdem als Solistin und Ensemblemitglied großer deutscher Orchester eine steile Musikkarriere absolvierte, ist vor allem dafür bekannt, dass sie die Ausdrucks­- möglichkeiten ihres Instruments wesentlich erweitert hat. Dieses vielseitige Harfenspiel demonstrierte Maria Stange im Stadtmuseum durch den Variantenreichtum der Spieltechniken: Das Heimweh des emigrierten und nach England auf dem Schiff zurückkehrenden Benjamin Britten verdeutlichte sie durch ein rhythmisches, dem Takt der Wogen nachempfundenes, schmerzliches Zupfen. Der Orientalische Tanz von Aram Khatchaturian wurde durch sich steigernde, klopfende Laute begleitet. Bei den Stücken von André Caplet stellte Stange unter Beweis, welch intensiver Einsatz der Pedale beim Harfenspiel möglich ist. Der lange Applaus, der am Ende des Konzerts zu einer Zugabe führte (Fuge von Benjamin Britten), dankte Stange ihren virtuosen Einsatz.

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