Für Menschen aller Größen

Dem Hauptplatzgefälle sei Dank: Die Sitze im neuen Bushäuschen auf dem Hauptplatz weisen Höhen zwischen 31 und 55 Zentimeter auf.

Landsberg – Nein, „schiefgegangen“ sei da nichts, sagt der Chef des Tiefbauamtes, Hans Huttenloher, zum neuen Bushäuschen am Hauptplatz. Im Gegenteil: die Sitzgelegenheiten, die dem abfallenden Platz nicht folgen und somit in der Höhe stark differieren, seien das Ergebnis langer Diskussionen und bewusst so geschaffen worden.

„Wir haben uns die Köpfe heißgeredet, wie wir das am besten lösen“, so Huttenloher. Dass es schon wenige Tage nach dem Aufstellen des Wartehauses von einigen Bürgern Kritik und teilweise sogar Spott gibt – vom „Zwergenhäuserl“ ist die Rede – überrascht ihn aber ebenfalls nicht. „Der Platz hat nun einmal ein Gefälle. Das kann man so oder so lösen, irgendeiner wird sich hinterher immer beschweren, das war uns schon klar.“

Bei der Bestuhlung des neuen Bushäuschens stand man vor der Wahl: Die Sitze waagerecht oder treppenförmig einbauen? Für die zweite Lösung hätte eine gleichmäßige Sitzhöhe gesprochen, aber: „Die Unterkonstruktion hätte es nicht ohne weiteres hergegeben, das so anzubringen, da hätte man erheblichen zusätzlichen Aufwand betreiben müssen.“ Der jetzt verwirklichten Ausführung kann man in der Stadtverwaltung durchaus Positives abgewinnen, auch Hans Huttenloher meint: „Man hat jetzt eine Sitzgelegenheit für Menschen aller Größen. Kleinere können sich oben hinsetzen, größere weiter unten, auch ältere Menschen sitzen ja gerne etwas höher.“

Immerhin: In der Mitte des Häuschens erwischt man in etwa den Durchschnitt, der bei öffentlichen Planungen vorgesehen ist. 47 bis 48 Zentimeter werden inzwischen als „angenehme Sitzhöhe“ auch für Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen angesehen. Am Landsberger Hauptplatz be­wegt man sich jetzt zwischen 31 und gut 55 Zentimetern.

An anderer Stelle? 

Die Gefälle-Problematik entstand ohnehin nur, weil das Bushaus nicht am ursprünglich geplanten Ort deutlich weiter südlich aufgestellt wurde – wo der Hauptplatz fast eben ist. Die umstrittenen Bäume empfand die Regierung von Oberbayern als „störendes Element“ auf dem historischen Platz und forderte die Stadt auf, dann auch das ebenfalls „störende“ Bauwerk wenigstens an der selben Stelle wie die Bepflanzung zu errichten.

Gegen Kritik an dem Glas-Stahl-Element, das jetzt mitten im Platz steht und so aus fast allen Richtungen teilweise den Blick auf die historischen Fassaden versperrt, wehrt man sich aber bei der Stadt deutlich. „Es wurde extra eine so filigrane Konstruktion beschlossen und verwirklicht, um die Optik des Platzes nicht zu zerstören“, teilt Pressesprecher Andreas Létang die offizielle Haltung mit.

Christoph Kruse

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