Das Hauptplatz-Meinungsbild liegt jetzt vor – "Lohnende Bürgerworkshops" in Landsberg

Geplant wurde noch nichts – aber viel herausgefunden. Das Thema „Umgestaltung Hauptplatz“ hat nach dem Stadtrat nun auch Landsberger Bürger beschäftigt. Bürgerworkshops nennt es die Verwaltung, bei denen rund 70 Einwohner kürzlich ihre Meinung kundgetan haben. „Überraschend homogen“ seien die Ergebnisse ausgefallen, erklärt Prof. Dr. Joachim Vossen. Der Städteplaner hat in der Funktion des Moderators bei den Treffen die Anregungen gesammelt. Nächstes Etappenziel ist wieder der Stadtrat. Auf der Sitzung Ende Juli, bei der die Bürgermeinungen präsentiert werden, könnte es ein Ratsbegehren zum Hauptplatz geben, dem dann ein Bürgerentscheid am 27. September folgen würde.

Lange Listen mit den Äußerungen der Bürger aus fünf Gruppen kann Vossen vorzeigen. Dabei gibt es eben viel Konsens – zum Beispiel darüber, dass die Gehsteige am Platz zu schmal sind – aber auch Ausreißer, das heißt ungewöhnliche Ideen. So wird bei der Forderung nach mehr Aufenthaltsqualität sogar geäußert, doch Liegemöglichkeiten aufzustellen. Als „konstruktiv, unterhaltsam und vielseitig“ bezeichnete Vossen die Arbeit mit den Landsberger Bürgern und meint: „Mir hat es Spaß gemacht.“ Kommentiert worden sei bei den Gruppentreffen nichts, schließlich sollten zunächst Wünsche formuliert werden. Diskussionen über die Machbarkeit von Vorschlägen waren nicht gewollt. Angesprochen wurden neben den Aufenthaltsmöglichkeiten in der Stadtmitte besonders die Möglichkeit, diesen bei (Groß-)Veranstaltungen, wie Festen oder Konzerten zu nutzen. Möglichst funktional soll der Wunsch-Hauptplatz sein. Ein großes Problem für viele Befragte ist der Verkehr. Dabei wollten die meisten die Autos nicht völlig aus der Stadtmitte verbannen, sondern waren vielmehr für eine moderate Lösung, bei der alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Die Sicherheit für Fußgänger spielte eine große Rolle – vor allem für Kinder. Dass Barrierefreiheit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gewährleistet werde, hieß eine weitere Forderung. Bürgerwunsch sei auch, etwas an der Geräuschkulisse zu ändern und daher den Verkehrslärm zu reduzieren. Das Kopfsteinpflaster steht zur Disposition. Kritik übten einige Beteiligte an der Beleuchtung und der Unterführung des Hauptplatzes – beides wurde direkt als „hässlich“ bezeichnet. Und die Lechkiesel kämen für manche gar einer „Katastrophe“ gleich, berichtet Professor Vossen weiter. "Repräsentative Ergebnisse" Die Pressesprecherin der Stadt, Bettina Barnet, erklärt, dass das Teilnehmerfeld bei den Workshops gut gemixt gewesen sei. Von der Verkäuferin bis zur Akademikerin, vom 20- bis zum 70-Jährigen sei alles dabei gewesen. Angemeldet und beworben hatten sich die Teilnehmer selbst. Barnet sieht die Ergebnisse daher als repräsentativ. Auf der Internetseite der Stadt www.landsberg.de sind sie inzwischen einsehbar, „und zwar 1:1“, wie Prof. Vossen betont. „Jetzt liegt ein Meinungsbild der Landsberger zu ihrem Hauptplatz vor“, sagt Vossen. Er ist ein ausgemachter Experte, lehrt Wirtschaftsgeographie an der Universität Göttingen, ist wissenschaftlicher Leiter am Institut für City- und Regionalmanagement Ingolstadt und hat das Institut für Stadt- und Regionalmanagement gegründet. Vier bis fünf Schwerpunkte wird er als zentrale Äußerungen aus den Workshop-Ergebnissen herausgreifen. Diese sollen Ende Juli bei einer Stadtratssitzung auf den Tisch der Ratsmitglieder kommen. Und die dürfen dann entscheiden, ob es einen „von oben oktroyierten“ Bürgerentscheid zum Thema Hauptplatz-Umgestaltung geben wird. Dafür geplant ist der 27. September, der Tag der Bundestagswahl.

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