Zwei Poller sollen’s richten

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Poller, wie dieser am Bäckertor, sollen auf Beschluss des Stadtrates die Einfahrt vom Hauptplatz in die Salzgasse und die Herzog-Ernst-Straße verhindern.

Landsberg – Auch vier Wochen nach der Freigabe für den Verkehr beschäftigt der umgebaute Hauptplatz die Gemüter der Bürger und den Stadtrat. Die neueste Änderung: An den Einfahrten zur Salzgasse und zur Herzog-Ernst-Straße werden Sperrpfosten aufgestellt, um die Autofahrer an der Durchfahrt zu hindern. Der Rat stimmte dem Antrag der CSU mit 20:6 zu.

„Jeden Tag wird trotz eindeutiger Beschilderung in die Salzgasse abgebogen, speziell in der Früh, wenn die Kinder zum IKG gebracht werden“, begründete Martin Zeiser (parteilos) den Vorstoß der Christsozialen. Im Bürgerentscheid zum Umbau des Hauptplatzes sei aber festgelegt worden, dass genau dieses Linksabbiegen nicht mehr stattfinden soll. Zeiser: „Es kann auch nicht sein, dass die Verkehrsüberwachung dort jeden Tag einen Mann hinstellt, der den Autofahrern sagt, dass sie das nicht dürfen. Das müsste inzwischen jedem klar sein.“

Nur wenige Stadträte argumentierten gegen Aufstellung der „Poller“. „Es liegt an der Unvernunft der Bürger“, sagte Axel Flörke von der Landsberger Mitte. „Aber wenn es danach geht, müssten wir überall in der Stadt Poller aufstellen. Wir sollten dem Platz ein Jahr lang eine Chance geben.“ Auch Dr. Reinhard Steuer (UBV) plädierte dafür, die beiden Straßen nicht zu sperren. „Man kann nicht alles über Verbote und Erziehungsversuche regeln.“

Dagegen setzte sich OB Mathias Neuner (CSU) für die Pfosten ein und hatte auch einen pragmatischen Ansatz für die Rettungsfahrzeuge parat. Zwar könne man die Sperren einfach umklappen, „aber wenn es der Feuerwehr wirklich einmal so sehr pressiert, fährt sie drüber und wir kaufen danach einen neuen.“

Bis zu 12 Abfalleimer

Weniger Diskussionen gab es um die Mülleimer, die künftig auf dem Platz aufgestellt werden sollen. „Es tut mir fast leid, dass ich diesen Punkt hier ausführen muss“, so der OB, „das ist eigentlich eine Aufgabe der laufenden Verwaltung, aber wir hatten ja sogar schon Schriftverkehr wegen grundsätzlicher Bedeutung von Entscheidungen am Hauptplatz.“ Statt der maximal vorgesehenen 16 Abfalleimer sollen nun nach dem einstimmigen Beschluss zwischen acht und zwölf Behältnisse aufgestellt werden. Die Entscheidung über die Standorte delegierte der Stadtrat zurück an die Verwaltung. „Ver­trauen Sie uns, wir machen das schon richtig“, so Neuner.

Keine Änderung gibt es dagegen beim Halteverbot vor dem Hotel Goggl. Nach einem Gespräch vor Ort mit dem Ordnungsamt und dem Eigentü­- mer blieb Neuner dabei: „Jeder kann 30 Minuten umsonst in der Tiefgarage parken. Wenn die Gäste nur schnell einen Koffer vor dem Hotel ausladen würden, würde man hier außerdem sicher ein Auge zudrücken, aber die Leute checken dann noch ein und schauen sich die Zimmer an, so dass es dann nicht um ein oder zwei Minuten, sondern um 30 Minuten geht.“ Zudem lasse die Beschlusslage einen Halteplatz vor dem „Goggl“ gar nicht zu. „Die Mindestbreite der Fußgängerbereiche am Hauptplatz soll zwei Meter betragen, wenn dort ein Auto steht, ist das teilweise weniger als ein Meter.“

Wo absteigen?

Keine Lösung gab es für eine Unklarheit, die nach Beobachtung von Jonas Pioch (Landsberger Mitte) bei den Rad­- fahrern aufgetaucht ist: „Wer aus der bisherigen Fußgängerzone kommt, darf ja jetzt auf dem Hauptplatz weiterfahren. Ab wo muss der Radler absteigen?“ Der Bereich vor der Bäckerei Manhart sei den Fußgän­- gern vorbehalten, stellte Ernst Müller klar, „da muss in die Herkomerstraße eingeschwenkt werden“. Dass dies offenbar vielen Radfahrern nicht klar ist, sieht er in der Verantwortung des Stadtrates selbst. „Sie haben beschlossen, dass sie keine Markierungen und keine Schilder haben wollen."

Christoph Kruse

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