Hauptplatzentwickler für Landsberg gesucht

„Die Landsberger Bürger sollten die Gelegenheit beim Schopfe packen und mit Blick auf eine mögliche Rathausplatzneugestaltung noch einmal richtig durchstarten.“ Das betonte Städteplaner Prof. Dr. Joachim Vossen (LMU München). Geschehen könne dies in einem ersten Schritt am besten mit einer Beteiligung an einem Workshop, wo Ideen und Anregungen einfließen. Wichtig ist dem Wissenschaftler dabei eine große Transparenz: „Ich bestehe auf einem offenen Verfahren mit einem kontinuierlichen Fluss von Informationen.“

Aktuell führt Prof. Vossen Einzelgespräche mit Einzelhändlern, Lokalpolitikern, Anliegern, Kreditinstituten, ADFC und Taxifahrern. Ohne dabei ins Detail gehen zu wollen, zeichne sich laut Vossen bereits eines ab: „Es muss mit dem Hauptplatz etwas passieren.“ Ihm sei es wichtig, die Befindlichkeiten abzufragen, auch von den Kritikern, die aufgrund ihrer Erfahrungen zweier zurückliegender Bürgerentscheide doch Zweifel an der Umsetzbarkeit dieses Vorhabens äußerten. Hier gilt es vor allem das Vertrauen wieder aufzubauen. Dabei setzt Vossen auf einen regelmäßigen Informationsaustausch und steht auch sonst gerne für Auskünfte bereit. Letztlich seien die Landsberger für ihren Hauptplatz verantwortlich. Nicht er treffe die Entscheidungen, er sehe sich lediglich als Moderator mit entsprechender fachlicher Qualifikation. Das „Wie?“ betreffend, habe ihm Oberbürgermeister Ingo Lehmann freie Hand gelassen, so Vossen. Er möchte in einem nächsten Schritt fünf verschiedene Arbeitsgruppen zusammenstellen, die in einem offenen Verfahren im Zuge des Bürgerforums „STADTLeben – Landsberg gemeinsam gestalten“ ein gemeinsames Fundament erarbeiten, wie der Hauptplatz umgestaltet werden könnte. Laut Pressesprecherin Bettina Barnett ist dabei jeder, der zur Entwicklung des Hauptplatzes etwas beitragen möchte, aufgerufen, sich aktiv daran zu beteiligen. Anmeldung für die Workshops am 16. Juni von 15 bis 17 Uhr und am 23. Juni von 15 bis 17 sowie 19 bis 21 Uhr in der Stadtverwaltung sind ab sofort möglich unter e-Mail marketing@landsberg.de oder Telefon 08191/128194. Die dort erlangten Informationen werden dann von Prof. Vossen erfasst und bis Mitte Juli ausgewertet. Als Ergebnis dürfte eine Prioritätenliste zu Papier gebracht wer- den, die zu einem späteren Zeitpunkt in mögliche Planungen einfließen soll. Dabei werde man aber sicher nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner kommen. „Realistischer sind da schon eher 70 Prozent, die man unter einen Hut bekommt“, so Vossen. Bei all diesen Aktionen hält sich die Stadt bewusst zurück, damit nicht der Eindruck entstehe, dass die Aktivitäten von ihr gelenkt würden, sagt der Wissenschaftler. Erst wenn es um ein Ratsbegehren und bei positivem Ausgang in die Planungsphase für einen Umbau des Hauptplatzes geht, werde die Stadt aktiv werden. Unter anderem dann, wenn es um die öffentliche Ausschreibung der Planung geht. Aber auch Vossen will zusammen mit seinem Team das Verfahren weiter begleiten und die Bürger am Geschehen teilhaben lassen: „Alles muss transparent sein und darf nicht im stillen Kämmerlein entschieden werden.“ Für alle, die sich einen Überblick über „Platzkultur“ im Allgemeinen, die Entwicklung sowie Charakter von Plätzen informieren möchten, veranstaltet Prof. Dr. Vossen am Montag, 15. Juni, um 19.30 Uhr in der Säulenhalle Landsberg einen Vortragsabend. Er weist aber darauf hin, dass er aufgrund der Aktualität nicht auf das Thema Landsberger Hauptplatz eingehen wird.

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