Urkunden und Ehrennadel der Gemeinde neben Haushaltsvorstellung

Schondorfer bei Bürgerversammlung geehrt

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Urkunden und Ehrennadeln überreichte Bürgermeister Alexander Herrmann (links) an Leonhard Seyser (2. von links) und posthum an Susanne Sticker, deren Sohn Christoph (3. von links) die Auszeichnung entgegennahm. Landrat Thomas Eichinger (rechts) gratulierte.

Schondorf – Fleißig waren die 16 Gemeinderäte im vergangenen Jahr. In 18 Sitzungen haben sie 273 Beschlüsse gefasst und viel auf den Weg gebracht. Dazu kamen noch 36 vorbereitende Treffen und Ortstermine der diversen Gremien, davon allein 17 vom Bauausschuss. Einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse und Maßnahmen gab Bürgermeister Alexander Herrmann bei der Bürgerversammlung im voll besetzten Café Forster. Unter den Besuchern auch Landrat Thomas Eichinger, der in Schondorf lebt und damit ein „Heimspiel“ hatte.

In seinem Grußwort sprach Eichinger über die größte Baumaßnahme des Landkreises in Schondorf. Dreifachturnhalle, Mensa sowie die energetische und brandschutztechnische Sanierung des Altbestands der Wolfgang-Kubelka-Realschule werden 23 Millionen Euro kosten. Für den zeitweisen Umzug der Schüler in Container bat er um Verständnis. Baubeginn für das 7,5 Millionen Euro teure Greifenberger Warmbad sei definitiv noch in diesem Jahr und schon 2020 soll eröffnet werden. Mit einer verkleinerten Wasserfläche, dafür aber mit Rutsche und Sprungturm. Und im Seniorenheim Theresienbad Greifenberg stehe in Kürze die Brandschutzsanierung an.

Bevor Bürgermeister Alexander Herrmann auf konkrete Projekte einging, gab es im Kassenbericht nüchterne Zahlen. So schloss der Verwaltungshaushalt 2018 in Ein- und Ausgaben mit 8.516.643 Euro ab. Größte Einnahmeposten waren mit 3.084.178 Euro die Einkommensteuerbeteiligung und mit 908.793 Euro die Gewerbesteuer. Stand des Vermögenshaushalts zum Jahresende: 12.793.158 Euro dank des Verkaufs des Prix-Geländes für 10.500.000 Euro an die Wüstenrot Haus- und Stadtplanungs GmbH.

Der Schuldenstand betrug 5.518.57 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1.401 Euro entspricht. Beifall gab es für das entscheidende Fazit „Der Haushalt ist ausgeglichen und es wurden keine neuen Kredite aufgenommen.“

Über die Schondorfer Feuerwehr mit 43 Aktiven und 13 Jugendlichen war Herrmann voll des Lobes und erinnerte an die Übergabe des neuen Mannschaftstransportwagens. Auch der Fuhrpark des Bauhofs wurde mit einem neuen Pritschenwagen ergänzt. Im Kinderhaus wurden die Sanitätsräume saniert und ein Therapieraum eingerichtet. Bei der Hort- und Mittagsbetreuung hat man das neue Raumkonzept inklusive neuer Möbel umgesetzt. Über den Stand des Prix-Geländes, die anstehende Renovierung der Ufermauern in den Seeanlagen und den geplanten Hotelneubau an der Kirche St. Jakob informierte der Bürgermeister. Gerade beim letzten Punkt gebe es bislang kein Ergebnis, da „der intensive Dialog mit den Bauwerbern“ noch andauere.

Zur Arrondierung des Rose-Anwesens hat die Gemeinde das Rose-Atelier gekauft. Im Erdgeschoss des Rose-Hauses wurde eine Wohnung an den Privatkindergarten „Ein Platz für Kinder e.V.“ vermietet. Über den Nachlass des Künstlers Heinz Rose referierte die Kunsthistorikerin Dr. Silvia Dobler. Sie sichtet, katalogisiert und bewertet die von der Gemeinde geerbten 204 Ölgemälde und 1.500 grafischen Arbeiten. Schätzwert bislang ca. 150.000 Euro. Zwei Ausstellungen sollen das Werk Roses wieder mehr in den Mittelpunkt rücken: Im September im Studio Rose und im Dezember im Stadtmuseum Weilheim. Auch für die am 31. Mai beginnende Ausstellung des Impressionisten Paul Paede im Studio Rose warben Dobler und Herrmann: „Wer bislang nur die Paul-Paede-Straße in Schondorf kennt, kann hier den Künstler und sein Werk kennenlernen“.

Für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK habe sich laut Herrmann der Gemeinderat zunächst auf fünf Projekte geeinigt, die jetzt eingereicht und hoffentlich bezuschusst werden: Feinuntersuchung der Staatsstraße St2055 inklusive Aufstellung eines Verkehrskonzeptes, Ausweisung eines Sanierungsgebietes, Vernetzung der Gewerbetreibenden mit der Gemeindehomepage, Feinuntersuchung der Radwegenetzverbindung sowie Sanierung der Ufermauer.

Schondorf war bislang die einzige Gemeinde am Westufer, wo nicht geblitzt wurde. Durch die Einschaltung des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit Oberland wird der fließende Verkehr jetzt regelmäßig kontrolliert. Bei 73,11 Überwachungsstunden im letzten Jahr wurden pro Stunde 4,61 Verstöße festgestellt und 231 Verfahren eingeleitet. Beim ruhenden Verkehr haben die „Parkschandis“ 628 Knöllchen verteilt. „Lieber aufs Fahrrad umsteigen“ empfahlen da Barbara Freier und Herbert Thalhofer und warben für das „Stadtradeln“ vom 30. Juni bis zum 20. Juli.

Marlene Orban, die Seniorenbeauftrage im Gemeinderat, hoffte auf noch mehr Beteiligung an den vielfältigen Aktivitäten wie Kaffee-Treffs, Kegel-, Mal- oder Schachnachmittage, Ausflugsfahrten oder Gedächtnistrainings.

84 Prozent der 115 in der Verwaltungsgemeinschaft Schondorf, Greifenberg und Eching lebenden Flüchtlinge haben eine Arbeit oder Lehrstelle gefunden, erzählte stolz Anne Pfefferkorn, die Asyl- und Integrationsbeauftragte. Sie dankte dem aktiven Helferkreis, der nach wie vor mit Feuer und Flamme mitarbeite.

Zum Finale der aufschlussreichen Bürgerversammlung wurden zwei herausragend aktive Schondorfer mit Urkunden und der Ehrennadel der Gemeinde ausgezeichnet, davon die im letzten Jahr verstorbene Susanne Sticker posthum. Für ihr ehrenamtliches Engagement als Gemeinderätin und Büchereileiterin nahm ihr Sohn Christoph Stricker die Urkunde im Empfang. Der zweite Geehrte war Leonhard Seyser, der jahrelang den Schondorfer Christkindlmarkt betreut hat und bei der Organisation vieler Veranstaltungen maßgeblich beteiligt war. 

Dieter Roettig

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