Heftige Bilder – Bewährungsstrafe für 45-Jährigen Kauferinger

In einem Internetcafé im Pasinger Bahnhof hatte sich ein 45-Jähriger aus Kaufering kinderpornografische Bilder angesehen. Andere Cafébesucher meldeten dies der Polizei. Der Mann wurde festgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass er im Besitz von Fotos und Videos war, die Minderjährige leichtbekleidet und bei sexuellen Handlungen zeigen. Das Amtsgericht Landsberg hat ihn dafür zu einer Bewährungs- strafe von sechs Monaten verurteilt.

Den Besitz kinderpornografischem Materials räumte der Angeklagte während der Verhandlung ein und erklärte: „Mir hat die normale Pornografie nicht mehr gelangt.“ Der Angeklagte hatte die Bilder schon zwischen 2003 bis 2005 beschafft und immer dabei gehabt, um sie sich anzuschauen. So auch im März 2007, als ihn die Münchener Polizei aufgriff. Damals führte der Kauferinger eine Speicherkarte und eine mobile Playstation mit sich. Dass er die Fotos auch verbreitet hätte, bestritt der Mann. Staatsanwältin Jennifer Köster hatte ihm vorgeworfen, zur selben Zeit in einem Landsberger Internetcafé kinderpornografische Fotos ins Internet eingestellt zu haben. Wie der Verdacht auf den Angeklagten kam, berichtete ein Beamter der Kripo Fürstenfeld- bruck. Polizeikollegen in Holland hatten die IP-Adresse eines PCs des Internetcafés mit ins Netz eingestellten einschlägigen Bildern in Verbindung gebracht. Die Landsberger Polizei erfuhr davon und gab der Kripo einen Hinweis auf den 45-Jährigen. Mit Fotos einer im Café installierten Überwachungskamera, die einen Besucher zeigten, wurde weiterermittelt. Der Angeklagte konnte aber nicht als besagter User identifiziert werden. Auch Angestellte des Internetcafés erkannten ihn ebenfalls nicht wieder. Richterin Beate Kreller ließ diese Anklage daraufhin fallen. Bei der Verhandlung kamen auch die Vorgeschichte und die Probleme des Mannes zutage. Wegen seiner Kleinwüchsigkeit war er in der Kindheit und auch im Erwachsenenleben gehänselt worden. Engeren Kontakt zu Frauen hatte er noch nicht. Mit dem Betrachten (kinder-)pornografischer Bilder hatte er das zu kompensieren versucht. Probleme mit Alkohol – Entgiftungen und Entwöhnungsbehandlungen – finden sich ebenfalls in seiner Biografie. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigte ihm eine Persönlichkeitsstörung und heterosexuell-pädophile Neigungen. Wegen Exhibitionismus vor Kinder war der Angeklagte im Herbst 1986 schon einmal zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Seit 1994 wird er psychotherapeutisch betreut. „Es ist mein Wunsch, eine sexualtherapeutische Behandlung zu machen“, versicherte der Kauferinger, der sich laut der Polizei kooperativ verhalten habe. Das positive Verhalten seines Mandanten nach Aufdeckung des Vergehens unterstrich Verteidiger Marcus Becker: „Er hat nichts verschleiert, der Nachschau und Einziehung des Materials zugestimmt“. Becker plädierte für eine Geldstrafe. Auch Staatsanwältin Köster und Richterin Kreller bescheinigten ihm Kooperativität. Doch werteten sie die Menge der Fotos, ungefähr 100, die „heftigen“ pornografischen Darstellungen und den langen Zeitraum, über den der Mann, das Material besessen hatte, als straferschwerend. Eine Geldstrafe reiche da nicht mehr, so Kreller. „Bei einer solchen Persönlichkeitsstruktur besteht zudem die Gefahr, dass etwas Schlimmeres passiert.“ Neben der sechsmonatigen Freiheitsstrafe, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wird, setzte sie auch eine Geldzahlung von 1500 Euro fest. Eine sexualtherapeutische Behandlung, wie er es selbst wünschte, trug sie ihm ebenfalls auf.

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