Snowdance-Filmfestival

Rote Teppiche gibt es nicht!

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Regisseur Tom Bohn, Schauspieler Heiner Lauterbach und Eventmanager Oliver Stigler wollen das Independent-Filmfestival „Snowdance“ in Landsberg installieren.

Landsberg – Landsberg wird Filmstadt: Im nächsten Jahr soll hier ein Festival der Independent-Filme stattfinden. Die Organisatoren des Festivals, das den Namen „Snowdance“ trägt, sind „Tatort“-Regisseur Tom Bohn, Schauspieler Heiner Lauterbach und Event-Manager Oliver Stigler.

Die Drei backen keine kleinen Brötchen. Vom 31. Januar bis 2. Februar 2014 werden an verschiedenen Spielorten in der Landsberger Innenstadt 20 Lang- und mindestens 20 Kurzfilme laufen, die allesamt ohne staatliche Fördergelder und ohne Mitwirkung von Fernsehsendern entstanden sind. Die Bezeichnung Snowdance ist angelehnt an das große amerikanische Independent-Filmfestival „Sundance“ und sein englisches Pendant „Raindance“, zwei etablierte internationale Veranstaltungen. In diese Kategorie soll Landsberg sich einreihen. Warum auch nicht? „Hof war ursprünglich auch ein Nobody im Filmgeschäft“, sagt Oliver Stigler. Inzwischen sind die Hofer Filmtage seit Jahrzehnten jedem ein Begriff.

Die Voraussetzungen für den Erfolg von Snowdance sind gegeben, die Independent-Szene boomt. Die Herstellungskosten eines abendfüllenden Spiel- oder Dokumentarfilms sind dank moderner Technik in den letzten Jahren stark gesunken. „Ich kann heute für 50000 Euro einen professionellen Film drehen, der früher eine halbe Million gekostet hätte“, sagt Stigler. Deshalb lassen sich mittlerweile viele Projekte realisieren, ohne dass sich der Produ­zent in die Mühlen der staatlichen Filmförderung oder die Korsetts der Fernsehsender begeben muss, die auf risikolose Quotenbringer angewiesen sind.

Tom Bohn betont aber: „Wir machen nichts gegen das Fernsehen, im Gegenteil.“ Er ist sich sicher, dass Sender und Filmverleiher die kreative Vielfalt des Snowdance-Festivals aufmerksam beobachten und Kontakte zu den Indie-Filmemachern knüpfen werden.

Das Programm wird bunt. „Wir greifen die ganze Welt nach guten Filmen ab“, sagt Bohn. Von der Komödie über den schrägen Historienfilm bis zum Horror-Thriller soll die Bandbreite reichen. Vor allem soll sie Frisches und Außergewöhnliches bieten, mutige Produktionen von unabhängigen Köpfen, „aber keine intellektuellen Nischenfilme, die kein Mensch versteht“, betont der 53-Jährige. Auch Preisverleihungen sind geplant. Aus den Langfilmen wählt eine hochkarätig besetzte Jury den besten aus, über die Kurzfilme stimmt das Publikum ab.

Vorführorte sind öffentliche Gebäude ebenso wie die stadtbekannten Szene-Lokale, in denen es rund um die Filme Live-Musik und Partys geben wird. Auch Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden übers Filmemachen sind im Rahmenprogramm vorgesehen. Produzenten, Regisseure und Darsteller sollen vor Ort sein, ihre Filme präsentieren und mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Was es nicht geben soll, sind rote Teppiche, Absperrgitter und VIP-Bereiche.

Beste Voraussetzungen

Landsberg ist für die Organisatoren ein idealer Festspielort. „Die schöne Altstadt, die kurzen Wege, die Nähe zu Augsburg und München – das alles sind beste Voraussetzungen“, sagt Bohn. Mit Festival-Direktor Heiner Lauterbach steht außerdem einer der erfolgreichsten deutschen Schauspieler hinter dem Projekt. Oliver Stigler bringt unter anderem zehn Jahre Erfahrung als technischer Leiter des Münchner Filmfests mit, und Tom Bohn ist ehemaliger Fernsehjournalist, preisgekrönter Werbefilmer, Regisseur und Produzent mit eigenem Label – natürlich für Independent-Filme.

Ulrike Osman

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