Heiße Kohlen und kopflose Geister

Stadtführerin Ingrid Daum lehrt die Besucher das Gruseln: Charmant und kompetent erzählt sie von unheimlichen Begebenheiten in der Teufelsküche (Foto), wo sich die Gruppe trotz Regenwetters auf die Spuren des kopflosen Mannes begibt. Foto: Eckstein

Nebelschwaden wabern um die kleine Schlosskirche Pöring, es ist kalt, grau. Und doch hätte das Wetter nicht passender sein können. Denn in der neu konzipierten Führung des Kultur- und Fremdenverkehrsamtes geht es um allerlei Spuk rund um die Teufelsküche.

Doch zunächst gibt Stadtführerin Ingrid Daum eine kurze Einführung zur Schlosskapelle selbst, einem Werk Dominikus Zimmermanns. Das Schloss über dem Stadtteil Pitzling wurde von dem Sagenforscher Karl Freiherr von Leoprechting im Jahre 1844 gekauft und renoviert, einem Universalgelehrten, der sich besonders für Sagen und Volksglauben interes­- sierte. Seine Sammlung von Sagen des Lechrains stellt insofern eine Besonderheit dar, dass er sie daher holte, wo sie noch lebendig waren: in den Gasthäusern, den Bauernstuben, eben von den Menschen, die damit aufgewachsen waren. „So öffnet Leoprechting mit seiner Sammlung ein Fenster in das Leben der einfachen Menschen des 19. Jahrhunderts“, erläutert Ingrid Daum. Und Geschichten und Sagen gibt es allerlei rund um die geheimnisvolle Schlucht, und nicht nur da: bei einer Wanderung von Pöring entlang der Lechkante bis in die Teufelsküche gibt es mehrere magische Orte, an denen es nicht ganz geheuer ist: nur wenige Meter von der Landstraße entfernt tobt das „Wilde Gejäg“, im Wald spukt der kopflose Ratsherr und treiben Hojemännlein ihr Unwesen. Und in der Schlucht selbst… Da verwandeln sich tote Hexen in glühende Kohlenhaufen, finden unheimliche Gesellen ihre letzte Ruhe. Und wer kein gottesfürchtiges Leben führt, sollte schauen, wohin er seine Füße setzt. Doch soll an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden, nur ein guter Rat: Egal wer oder was einem in und um die Teufelsküche begegnet, dem solle man mit Respekt begegnen, denn man weiß nie, was passiert, wenn man ein Hojemännlein oder einen Geist ärgert. Infos und Termine gibt es unter www.landsberg.de oder direkt im Kultur- und Fremdenverkehrsamt.

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