Finanzspritze, Hilfe beim EInkaufen, Besuch mit dem sozialmobil

Helfen, wo es nötig ist: der Schondorfer Verein GemEINSAM

Gemeinsam schondorf
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Für 25-jährige Mitgliedschaft beim Verein „GemEINSAM“ wurden von Peter Raithel (rechts) geehrt: Stefanie Curry, Thomas Curry und Ute Riegeler-Kessler (von links). Die Currys leiten mit „Lebenslinien“ ebenfalls einen wohltätigen Verein, den sie vorstellten.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Schondorf – Stolze 44.165 Euro an Spenden im letzten Jahr konnte Vorsitzender Peter Raithel vom Verein „GemEINSAM Ammersee“ bei der Hauptversammlung im Strandbad Forster vermelden. Denn die gemeinnützige Organisation ist neben den Beiträgen ihrer 312 Mitglieder auf Spenden angewiesen, um gezielt Hilfe für bedürftige Mitbürger realisieren zu können. Laut Peter Raithel, dem unermüdlichen Motor, des Vereins, waren auch etliche Großspenden dabei.

Neben 10.000 Euro von der Bert-Fanselau-Stiftung und 5.000 Euro von Georg Bechtelers AXIA-Baufirma kam das Restvermögen des aufgelösten Frauenbunds Schondorf in Höhe von 518 Euro auf das GemEINSAM-Konto. Markus Merkle, Student aus Schondorf und sein Kommilitone Wolfgang Scheitz aus Herrsching ließen Corona-Masken mit Ammersee-Logo nähen und spendeten den Erlös von 1.500 Euro. Die Sparkasse Landsberg überwies aus dem PS-Sparen 1.000 Euro und die Sparda-Bank München 1.500 Euro aus der Aktion „Ein Herz für Helfer“. Selbst Edeka-Händler Armin Schmidt zeigte Herz und war mit einem Tausender dabei.

Die Gemeinde Schondorf ließ coronabedingt das Silvester-Feuerwerk ausfallen und spendete zweckgebunden 3.500 Euro. Da GemEINSAM nicht nur in Schondorf, sondern am ganzen Westufer und darüber hinaus aktiv ist, erhielt der Verein von der „Nachbarschaftshilfe Dießen e.V.“ zweckgebundene 5.000 Euro, um gezielt Dießener Bürgern zu helfen. Antoinette Bagusat von der Vorstandschaft vernahm mit Freude, dass davon acht Personen Bargeld bekommen haben und bei vier Dießenern Darlehen reduziert oder erlassen wurden.

Die vielen Facetten der Einzelhilfen bei Altersarmut oder für alleinerziehende Mütter zeigte sich im Jahresbericht von Peter Raithel. So wurden im vergangenen Jahr 34.245 Euro dafür aufgewendet. Ob für Strom- oder Mietnebenkostennachzahlungen, Arzt- oder Medikamentenrechnungen, Autoreparaturen oder -versicherungen, Altschuldentilgung, Abwendung von Pfändungen oder für Zuschüsse zum täglichen Leben und Überleben.

Der Verein geht auch zum Einkaufen, wenn Bedürftigkeit besteht. So wurden im letzten Jahr u. a. Heizöl, drei Waschmaschinen, zwei Kühlschränke, Möbel und Bettzubehör, sechs Brillen und eine Perücke nach Krebserkrankung gekauft. Wichtig ist dem Verein „Hilfe zur Selbsthilfe“. So wurden zwölf Darlehen von insgesamt 10.457 Euro vergeben. Laut Peter Raithel erfolgen die Rückzahlungen in der Regel planmäßig.

Alle Aktivitäten laufen über den kurzen Dienstweg nach dem Motto „GemEINSAM schaffen wir das“. Die Vorstandsmitglieder schließen sich telefonisch oder per E-Mail kurz und dann wird unbürokratisch gehandelt. Alle Helfer außer den Fahrern des Sozialmobils arbeiten ehrenamtlich, so dass die Verwaltungskosten nur bei 2,5 Prozent liegen.

Einer der größten Ausgabeposten sind die Personalkosten der Fahrer für das Sozialmobil. 987 Fahrten mit insgesamt 28.782 Kilometern wurden 2020 absolviert, wobei Sozialcard-Inhaber zum halben Preis zu Ärzten oder Besorgungen gefahren werden. Seit 2011 fährt das Sozialmobil unmotorisierte Mitbürger aus Eching, Schondorf und Utting zur Dießener Tafel oder liefert auch direkt ins Haus. Wer die Dienste des Sozialmobils nutzen möchte, kann sich von Montag bis Freitag (8 - 17 Uhr) unter der Mobilnummer 0170 8961302 melden. An den Personalkosten der Fahrer beteiligten sich 2020 neben den Gemeinden Schondorf, Greifenberg, Eching, Utting, Windach und Dießen auch die Karwendelwerke Exquisa, die Bert-Fanselau-Stiftung sowie die Stiftung Gemeinsam mit insgesamt 20.359 Euro. Den Rest von 15.300 Euro übernahm der Verein Gemeinsam.

Wie bei jeder Jahreshauptversammlung von GemEINSAM durfte sich zum Finale ein Schondorfer Verein präsentieren, der ebenfalls ehrenamtlich und wohltätig wirkt. Diesmal bekamen Stefanie und Thomas Curry den obligatorischen 500 Euro-Schein für die Vereinskasse von „Lebenslinien e.V.“. Die 2005 gegründete Organisation hilft in Südafrikas Armenvierteln gegen Hunger und Unterversorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen mit eigens kreierten „Magic Muffins“. Sie baut Kindergärten, fördert Sport und legt Fundamente für einen erfolgreichen Schulbesuch. Sichtlich erschüttert und den Tränen nahe schilderte Thomas Curry die traurige Situation der Kinder am Kap. Da tat die musikalische Aufmunterung gut, für die die stimmgewaltige Pop- und Soulsängerin Maggie Jane aus Greifenberg mit vielen Zugaben sorgte.

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