Hellgrünes Licht für Edeka – Kauferinger Räte für Logistikzentrum und Bürgerentscheid

Grünes Licht für das Edeka-Logistikzentrum: Mit 14:6 Stimmen hat sich der Marktgemeinderat für eine Ansiedlung auf dem Areal an der B17alt beim Biomasseheizkraftwerk ausgesprochen. Und einstimmig votierte das Gremium für ein Ratsbegehren; am 15. März sind die Kauferinger aufgerufen, sich im Rahmen eines Bürgerentscheides für oder gegen das Logistikzentrum auszusprechen.

In der rund vierstündigen Ratssitzung wurden vor der Abstimmung noch einmal alle Fakten auf den Tisch gelegt. Auch Edeka war mit einer Delegation anwesend, um ihr Projekt selbst vorzustellen. Dabei unterschied Alois Eder, Prokurist von Edeka Südbayern, in zwei Ausbauphasen. Demnach könnte bis 2013 erst ein Regionallager mit einen Investitionsvolumen von rund 65 Millionen Euro entstehen, das bis 2020 zu einem Zentrallager ausgebaut werden könnte. „Diese Option müssen wir uns offen halten können“, so Eder. Bei den präsentierten Zahlen bezieht sich das Unternehmen auf das größere Zentrallager. Als wichtigstes Argument für eine Ansiedlung aus Kauferinger Sicht führte der Prokurist die „Verbundenheit mit der Region an“. Sie spiegle sich unter anderem darin wider, dass die Einkäufe von Obst, Fleisch und Wurst in der Region stattfänden und damit die Kaufkraft wieder zurück in sie fließe. Eigens hierfür würde sogar eine Abteilung mit Regionaleinkäufern entstehen. Darüber hinaus könne Kaufering auf Gewerbesteuer hoffen, die nach seinen Schätzungen rund eine halbe Million Euro betragen werde. Bei der Planung des Lagers befinde man sich am „Anfang der Detaillierung“, erklärte Folker Schaaf-berg, Geschäftsführer Edeka Zen- trallager in Hamburg. Diese Planung könne auch auf jedem anderem Areal verwirklicht werden. Er hob hervor, dass es sich beim möglichen Kauferinger Logistikzentrum nicht um eine Spedition handle, da hier die Waren auch kommissioniert würden. Aus der Lechraingemeinde würden bei Ausbaustufe I (Regionallager) rund 350 Märkte angefahren werden. 560 An- und Abfahrten Laut Schaafberg kämen in der maximalen Ausbaustufe (Zentrallager) dann rund 560 Lkw-An- und Abfahrten pro Tag auf die Umgebung zu. 70 Prozent davon werden über die A96 an- und abrollen, 21 Prozent Richtung Augsburg und zehn Prozent verlassen das Lager in südlicher Richtung. Dabei wird von Montag bis Freitag durchgehend im Lager gearbeitet, hinzu kommt am Samstag die Kommissionierung und Auslieferung der Frischkost sowie am Sonntag die Kommissionierung für Montag. In Spitzenwochen, wie etwa vor Weihnachten, werde zudem auch am Wochenende durchgehend gearbeitet. Um dieses zu stemmen werden würden laut dem Edeka-Geschäftsführer in der ersten Ausbaustufe (Regionallager) 300 Vollzeitkräfte benötigt, die dann in Ausbaustufe zwei um rund 250 aufgestockt werden müssten. Dabei soll es sich laut Eder um „krisensichere Arbeitsplätze“ handeln. Rund 20 Hektar benötigt Edeka für das Logistikprojekt, die maximale Höhe des U-förmigen Gebäudekomplexes liege bei 25 Metern. Trotz der Größe wolle Edeka nicht, dass das Lager „wie ein Klotz in der Landschaft“ wirke. Schaafberg versprach eine „hochwertige Land- schaftsplanung“. Vom Bau profitieren – die ersten Erdarbeiten könnten Anfang 2010 beginnen – würde auch die heimische Wirtschaft. So sollen die bei der Ausschreibung zum Zuge gekommenen Firmen vertraglich verpflichtet werden, einen gewissen Prozentsatz der Arbeiten auch an lokale Unternehmen abzugeben. Mit Blick auf die Abnahme der Nahwärme des Biomasseheizkraftwerkes hielt sich die Edeka-Delegation noch zurück: „Das Interesse, diese Energie zu nutzen ist da, jedoch müsse wir noch prüfen, inwieweit dies für uns wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist“, betonte Eder. Immerhin reiche die Kauferinger Anlage nicht aus, die Energie auch für den Bereich Tiefkühlkost bereitzustellen. Deshalb benötige Edeka selbst eine Kühlanlage. Die wiederum erzeuge auch Wärme, welche man zum Heizen des Lagers nutzen könnten, so Schaafberg. Keine Alternative Zum Abschluss machte der Prokurist noch einmal deutlich, dass Edeka in Kürze zwingend ein Lager zwischen München und Landsberg benötigt, um den Betrieb abwickeln zu können. Bis auf den Standort Kaufering verfolge man derzeit keinen anderen. Inzwischen habe sich aber das Bayerische Wirtschaftsministerium eingeschaltet und seine Mitarbeit bekräftigt, entlang der Achse München Landsberg ein passendes Areal zu finden. Jedoch wolle die Behörde die Entscheidung aus Kaufering und Landsberg abwarten. Auf die Nachfrage von Manfried Nieß (CSU), ob auch das Areal Frauenwald von der Stadt Landsberg Edeka angeboten wurde, sagte Eder: „Bisher liegt uns seitens der Stadt kein Angebot vor.“

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Geschlossen über die Ziellinie
Geschlossen über die Ziellinie
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges

Kommentare