Hellgrünes Licht fürs Biogas

Den Weg für die erste Biogasanlage in Denklingen hat der Gemeinderat in der vergangenen Woche frei gemacht. Das Gremium erteilte für das Projekt von Alfred Sporer das gemeindliche Einvernehmen. Sobald das Landratsamt Landsberg als zuständige Baubehörde Grünes Licht gibt, will der Landwirt mit dem Bau beginnen und möglichst schnell in die Stromproduktion einsteigen.

Wie im KREISBOTEN berichtet, möchte Sporer in der Nähe des Feldkreuzes am Buchweg, wo er sein Strohlager hat, eine Biogasanlage errichten. Diese soll eine Leistung von 150 Kilowatt zur Verfügung stellen. Nachdem vor zwei Wochen, als der Gemeinderat den Antrag erstmals auf dem Tisch liegen hatte, einige Gremiumsmitglieder dem Projekt noch etwas skeptisch gegenüber standen, mehrten sich jetzt die Stimmen für die Pläne. Mit einer deutlichen 12:2-Mehrheit erhielt das Vorhaben schließlich Grünes Licht. Als Entscheidungshilfe hatten die Ratsmitglieder einen Tag zuvor eine ähnliche Anlage in Finning besichtigt und schilderten auf der Sitzung jetzt ihre Eindrücke. „Meine Bedenken bezüglich des Stinkens haben sich in Luft aufgelöst“, berichtete Werner Dacher. Ihn habe lediglich der scheppernde Ventilator der besichtigten Anlage gestört. Auch Wolfgang Martin hatte der Besuch „sehr positiv gestimmt“ – er sah von der Windrichtung her an dem gewünschten Standort kein Problem. Hedwig Eberle sprach allerdings ihre Bedenken an, dass die geplante Anlage in Denklingen im Falle einer zukünftigen Erweiterung zu laut werden könnte. Andreas Horber bekannte, dass er zunächst zwar zu den Skeptikern gehört habe. Inzwischen, nach der Besichtigung mehrerer Anlagen, seien seine Bedenken in Sachen Geruchsbelästigung ausgeräumt: Die Anlagen würden nicht mehr Geruch erzeugen als jeder andere landwirtschaftliche Betrieb. Den Standort am Buchweg befürwortete Horber ebenso. Bürgermeisterin Viktoria Horber rief die Räte vor der Abstimmung dazu auf, bei der Entscheidung sowohl die Belange des Antragstellers als auch die jener Bürger zu berücksichtigen, die in der Nähe der geplante Anlage wohnen. Die nächsten Häuser liegen etwa 400 Meter von der Anlage entfernt. Laut Landratsamt sind in einem Dorfgebiet je nach Größe der Anlage mindestens 150 Meter und in einem Wohngebiet mindestens 300 Meter Abstandsfläche nötig. Ein Mitarbeiter der Immissionsschutzbehörde hatte der Gemeinde mitgeteilt, er sehe bei der beantragten Anlage mit einem Abstand von 400 Metern keine Probleme. Zudem hatte sich Bürgermeisterin Horber im Vorfeld bei den Gemeinden Finning und Vilgertshofen über deren Erfahrungen mit den dortigen Biogasanlagen schlau gemacht. Die 100 kW-Anlage in Finning verursache laut Bürgermeister Fritz Haaf keine Geruchsbelästigungen, jedoch habe der Betreiber aufgrund von Beschwerden in der Bevölkerung eine Lärmschutzwand errichten müssen. Bei der 500 kW-Anlage in Vilgertshofen gebe es laut Vizebürgermeister Franz Erhard keine Lärmbelästigungen, je nach Windrichtung aber leichte Geruchsbelästigungen, die vor allem bei einem nur 200 Meter entfernten Aussiedlerhof auftreten würden.

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