Herkomer-Konkurrenz in der Champions-League angekommen

War bei der Fahrzeugpräsentation auf dem Hauptplatz ein echter „Hingucker“: der Bentley „Speed Six“, Baujahr 1929, von Helmut und Renate Karbe aus Andorra. Fotos: Bloos

Die erlösenden Worte von Oberbürgermeister Ingo Lehmann fielen bei der Verabschiedung der Teilnehmer am Sonntag im Bierzelt auf der Waitzinger Wiese: Die nächste Herkomer-Konkurrenz, die bisher bekanntlich alle zwei Jahre stattfand, werde auch 2013 wieder über die Bühne gehen. Eine Aussage, die von den versammelten Teilnehmern mit rauschendem Beifall und Erleichterung aufgenommen wurde.

Aufgrund verschiedener Gerüchte im Verlauf der aktuellen Herkomer-Konkurrenz waren nämlich Zweifel aufgekommen, ob der Stadtrat an einer weiteren Durchführung hundertprozentig interessiert sei. Ein Grund: die Überbelastung des Veranstaltungsleiters Raimund J. Stolz, der ja als städtischer Angestellter auch eine „kleine Nebenbeschäftigung“ hat. Außerdem mussten in diesem Jahr einige Investitionen getätigt werden, die möglicherweise das Stadtsäckel etwas strapaziert haben. Inzwischen wurde ein Rallyebeirat gegründet, der sich in Zukunft helfend mit Rat und vor allem Tat einbringen wird. Und zwar kostenlos. Diese Investitionen waren notwendig, um die Herkomer-Konkurrenz auf internationales Level zu heben, was absolut ge ­lungen ist. Das Gute dabei: Angeschaffte Gegenstände, wie die Startrampe, Transparente, Warnwesten für die Funktionäre, diverse jahresunabhängige Drucksachen, stehen für weitere Veranstaltungen wieder zur Verfügung. Aus der Reaktion der Teilnehmer – mit 77 Fahrzeugen waren am Wochenende so viel, wie noch nie zuvor – war zu entnehmen, dass auch Routiniers von der guten und herzlichen Organisation und der wunderschönen Streckenführung geradezu begeistert waren. Die Herkomer-Konkurrenz ist, auch mit internationalen Maßstäben gerechnet, in der Champions-League entsprechender Oldtimer-Veranstaltungen angekommen. Mehrere Teilnehmer aus Belgien, Großbritannien, Österreich und der Schweiz beweisen die Tendenz. Speziell die Beschränkung des Baujahres bis 1930 kommt hervorragend an. Endlich eine Veranstaltung, bei der man nicht dauernd in den Rückspiegel schauen muss, ob ein Ferrari, Jaguar oder Porsche an einem vorbei brettern will. Zum 10. Mal Im Jahr 2013 findet die Herkomer-Konkurrenz zum 10. Mal statt, also ein kleines Jubiläum. Welch ein Unterschied zu den zaghaften Anfängen anno 1997 mit gerade mal 25 Automobilen. Die Veranstaltung ist deutlich größer und wesentlich professioneller geworden. Dass dann möglicherweise einige Teilnehmer dabei sein werden, die schon damals am Papierfleck zum ersten Mal gestartet sind, beweist ihre Beliebtheit. Sie lebt von ihrem guten Ruf und der Flüsterpropaganda. Ein zufriedener Teilnehmer veranlasst immer ein paar Neugierige es auch mal zu probieren. Langsam müssen die Verantwortlichen aufpassen, dass es nicht zu viele werden, um sie in Landsberg unterzubringen. Aber: Vielleicht sollten sie überlegen, für 2014 eine „Zwischenrallye“ ins Auge zu fassen. Da jährt sich nämlich der Todestag Herkomers zum hundertsten Mal.

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