Herrsching dockte an – Neues Trockendock in Stegen

Das Trockendock der Schifffahrt Ammersee in Stegen am ist am Montag erstmals in Betrieb genommen worden. Vor einigen Tagen erst waren das Schwimmtor und die Pallen, eine Trage- und Hebeeinrichtung für Großschiffe, geliefert worden. Als erstes Fahrgastschiff kam nun der Raddampfer „Herrsching“ ins neue Trockendock.

Dafür ist das Trockendock zu- nächst entleert worden, um die für jedes Schiff in unterschiedlichen Abständen angebrachten Pallen mittig auf dem Dockboden fixieren zu können. Danach wurde das Dock wieder geflutet. Pro Füllung sind 2500 Kubikmeter Seewasser nötig. Nachdem die Herrsching eingefahren war, wurde das Trockendock durch das Schwimmtor wieder verschlossen. Während des Abpumpvorganges sank das Schiff auf die Pallen, sodass es vom TÜV im Trockenem begutachtet werden und auch notwendige Renovierungsarbeiten beginnen konnten. Das neue Trockendock hat eine Größe von 58 mal 17,50 Meter, die Seiten sind vier Meter hoch. Die Unterbodenkonstruktion misst 60 Zentimeter, mit einer Stallbetonplatte von 50 Zentimetern Stärke. Der Bau des Trockendocks gestaltete sich wegen der Beschaffenheit des Untergrunds im Schwemmlandbereich des Ammersees sehr schwierig. Bei den Bauarbeiten zeigte sich, dass mit der Zerstörung der Baugrube durch Grundwasser wegender zu geringen Auftriebssicherheit der Baugrubensohle zu rechnen war. Deshalb wurde eine Grundwasser- absenkungsanlage installiert. Erst nach weiterer Absenkung des Grundwassers wurden die Aushubarbeiten fortgesetzt und die Bodenplatte erstellt. In der Dock-Bodenplatte gibt es eine Mittel- längsrinne, die in einem Pumpensumpf mündet. Zur Ableitung des Tagwassers wird hier eine Pumpe installiert, die über Abscheideanlagen in das öffentliche Kanalnetz entwässert. Das Trockendock ersetzt die bisherige, schadhafte, Längs-Hellinganlage aus dem Jahr 1892, deren Renovierung sich nicht mehr ausgezahlt hätte. Die Längs-Helinganlage war auf Holzpfählen im sandigen Boden gegründet und hatte sich als nicht mehr tragfährig genug für Raddampfer erwiesen. Zwei Millionen Euro Kosten Für die gesamte Baumaßnahme, die rund zwei Millionen Euro kosten wird, waren zeit- und kostenaufwendige Genehmigungsverfahren durch die Landratsämter Starnberg und Landsberg nötig. Die Anlagengenehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetzt umfasste auch ein wasserrechtliches und landschaftsschutzrechtliches Verfahren und eine FFH-Verträglichkeitsprüfung. Eine weitere Vorprüfung durch das Landratsamt Landsberg hatte auch ergeben, dass auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung verzichtet werden konnte. Auch für den Schutz von Fischen, die sich beim Abpumpen im Trockendock befinden könnten, wurden in Abstimmung mit dem Fischerereiberechtigten besondere Maßnahmen getroffen. Für die Zufahrt zum Trockendock war es notwendig, auf einer Fläche von 700 Quadratmetern eine Fahrrinne im Ammersee auszuheben. Um während den Baggerarbeiten einen Feinstoffaustrag in die Amper zu vermeiden, wurde an der Westseite der Fahrrinne eine temporäre Schutzvorrichtung aus Holzpiloten mit dazwischen gespannten Geotextilien eingebaut. Die Holzpiloten bleiben als spätere Richtpfähle bestehen. Zur technischen Kontrolle werden die Fahrgastschiffe, zusätzlich zu den zweijährigen TÜV-Untersuchungen, alle fünf Jahre einer TÜV-Überprüfung an Land, die den Schiffrumpf einbezieht, unterzogen. Dabei beheben die Schifffahrt-Mitarbeiter auch Schäden am Schiffsrumpf und dem Außenanstrich. Während der Sommersaison wird das Trockendock geflutet und dient dann als zusätzliches Hafenbecken für das MS Augsburg, das Arbeitsboot Alfons Goppel und die schwimmende Lagerung des Schwimmtores. Wetterschutzhalle Im Laufe der nächsten Monate ist zudem die Errichtung einer verschiebbaren Wetterschutzhalle vorgesehen, um auf den Schiffen im Winter witterungsgeschützte Arbeiten ausführen zu können. Die verschiebbare, auf Schienen gelagerte Wetterschutzhalle, die demnächst errichtet wird, soll etwa 20 Meter lang, 18 Meter breit und zwölf Meter hoch sein. Die Halle ist eine Stahlkonstruktion mit Wänden aus Lärchenholzbeplankung und einer Dachhülle aus Falzblech.

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