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Zwei Jubiläen für den Alpenverein Kaufering

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Von: Andrea Schmelzle

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Gutterthütte AV Kaufering
Traumhaft in der Ferienregion Achensee auf 1.475 Meter gelegen und der Stolz der DAV-Sektion Kaufering: die Gufferthütte, das Ausflugsziel für Familien mit Kindern, Wanderer, Bergsteiger, Bergradler und sonstige Naturbegeisterte. © AV Kaufering/almenrausch.at

Kaufering – 50 Jahre Deutscher Alpenverein in Kaufering, 25 Jahre Alpenverein Sektion Kaufering – für den DAV gibt es heuer gleich zwei Anlässe zu feiern. Beide Jubiläen wurden im Juli im Rahmen eines großen Sommerfestes im Garten des Vereinsheims am Franz-Senn-Weg zelebriert. Der KREISBOTE hat mit dem Ersten Vorsitzenden Helmut Hohenadl gesprochen, der viel über den Verein und dessen Erfolgsgeschichte zu erzählen hat. 

Die Wichtigkeit des Deutschen Alpenvereins für das Gemeinwohl und die Lebensqualität der Marktgemeinde hob Bürgermeister Thomas Salzber­ger schon in seinem Grußwort hervor. Ob im Sommer Klettern, Mountainbiken, Wandern und Bergsteigen oder im Winter Skifahren oder Schneeschuhwandern – der Alpenverein Kaufering hat für jeden was zu bieten. Und das seit nunmehr 50 Jahren.

1972 wurde in Kaufering eine Ortsgruppe der DAV Sektion Landsberg gegründet. Sie startete mit 43 Mitgliedern – nach 15 Monaten waren es bereits 200. Mit Kinderskikursen, einem attraktiven Sommer- und Winterprogramm, interessanten Sektionsabenden und einer sehr aktiven Vereinsjugend wurde der Verein schnell zum Erfolgsmodell in der Marktgemeinde. „Beim zehnjährigen Jubiläum wurde die erste Vereinsfahne geweiht – und die Mitgliederzahl lag mittlerweile bei 700“, berichtet Hohenadl.

Im Herbst 1997 habe sich die Ortsgruppe entschieden, sich von der DAV Sektion Landsberg loszulösen und eine eigene Sektion zu gründen – die 344. Sektion im Deutschen Alpenverein. Seit 2013 ist Hohenadl als Nachfolger von Willy Augustin Vorsitzender der Sektion. Davor sei er 15 Jahre lang in der Jugendarbeit und für die Geschäftsstelle als „Mädchen für alles“ tätig gewesen, erzählt er. Er engagiere sich gern, besonders der Umgang mit den Jugendlichen mache ihm Spaß.

Die Führung in der Sektion Kaufering habe schon früh auf Familien und vor allem auf die Jugend gesetzt. Attraktive Sommer- und Winterprogramme, Events wie Zeltlager und Klettern ließen den Verein stetig wachsen. Besonders gut komme die sechstägige Fahrt an den italienischen Ledro See an, inklusive Kletterevents und Tretbootfahren. Solche Aktionen seien durch den spielerischen Umgang miteinander „unheimlich wichtig für die Jugendarbeit“, meint Hohenadl. Die Tour sei seit mehr als zehn Jahren ein fester Termin im Kalender – und innerhalb weniger Stunden ausgebucht. „In der Jugend liegt die Zukunft“, meint der 62-Jährige. Der Verein und seine ganze „Denke“ blieben dadurch selber jung.

Ein „Glücksfall“ für die Regionen um Landsberg und Kaufering sei 2017 die Kooperation der DAV Sektion Kaufering mit der Firma Wasserle gewesen und die damit verbundene Nutzungsmöglichkeit der Kletterhalle in Kaufering, die damals gebaut wurde. „Damit war endlich für alle Klettersportler eine Halle in unmittelbarer Umgebung der Sektionen vorhanden“, sagt Hohenadl. Die Kletterhalle sei „ein Magnet“ und habe nochmals zu einem Zuwachs von gleich 1.000 Mitgliedern geführt.

25 Jahre Schutzhütte

Streng genommen gibt es noch ein drittes Jubiläum: Fast gleichzeitig mit der Gründung der eigenen Sektion habe man sich den langgehegten Wunsch erfüllt, eine sektionseigene alpine Schutzhütte zuzulegen: die Ludwig-Aschenbrenner-Hütte, die gleich nach Erwerb in Gufferthütte umbenannt wurde. Das „Juwel“ Im österreichischen Rofan-Gebirge sei ein lohnendes Ausflugsziel im Einzugsgebiet München, sagt Hohenadl, und gleichwohl bei Alpinisten und Familien beliebt. Die Hütte, die von Mai bis Oktober bewirtschaftet ist, brauche viel Aufmerksamkeit und sei im Vereinsleben eigentlich ständig präsent: Reparaturen, Verwaltung, Brandschutzvorschriften, die eingehalten werden müssen, da gebe es immer viel zu tun.

Mit rund 3.000 Übernachtungen pro Saison schaffe es die Hütte mittlerweile sogar, sich selbst zu tragen, berichtet Helmut Hohenadl. Zudem sei sie stolze Inhaberin des Umweltgütesigels – durch verschiedene Maßnahmen, die man zur Erreichung des Klimaziels 2030 im letzten Jahr getätigt habe, etwa den Bau einer Fotovoltaik-Anlage auf dem Hüttendach sowie die Installation eines Batteriespeichers. 80 Prozent weniger Gas würden dadurch verbraucht, mehr als zwölf Tonnen CO2 könnten pro Saison eingespart werden. Zudem werde stark darauf geachtet, ausschließlich regional einzukaufen oder auf Touren Fahrgemeinschaften zu bilden.

„Das Gemeinschaftliche steht bei uns immer im Vordergrund, sagt Hohenadl. „Einzelkämpfer gibt es hier keine.“ Gemeinsam unterwegs zu sein, ein Ziel vor Augen, erzeuge ein Wir-Gefühl und verbinde ungemein. Der Umgang untereinander sei „sehr kameradschaftlich, wie eine große Familie“. Ein so großer Verein brauche dabei aber auch immer viele „Kümmerer“ und engagierte Helfer.

Dass der Alpenverein Kaufering auf dem richtigen Weg ist, beweisen die stetig steigenden Mitgliedszahlen – mittlerweile sind es rund 1.800 Mitglieder aus ganz Deutschland, von 0 bis 100 Jahre alt. Es gebe Eltern, die würden das Kind schon vor der Geburt anmelden, Und das bisher älteste Mitglied sei stolze 100 gewesen. Aber auch die Dauer der Mitgliedschaften könne sich sehen lassen: Das könnten schon mal 65 Jahre werden, sagt Hohenadl. Für diese Beständigkeit möchte er gerne seinen Dank aussprechen, denn es sei eine schöne Anerkennung, festzustellen: „Wer kommt, der bleibt.“

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