Mit tollem Blick auf Landsberg

Für Senioren: Ein neues Zuhause im neuen Heilig-Geist-Spital

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Jetzt hängt der Heilige Geist wieder an seinem richtigen Platz: Das Objekt wanderte zur offiziellen Einweihung des Spitals an den Eingang zum neuen Gebäude.

Landsberg – Georg Schäffler und Hermine Welzmüller lassen es sich gutgehen. Sie sind in ihrem neuen Zuhause angekommen, dem Neubau des Heilig-Geist-Spitals. Helle Räume und ein fantastischer Blick auf Landsberg. Und natürlich die bewährte Pflege der Cari­tas. Der Neubau wurde am vergangenen Freitag offiziell gesegnet. Und wartet nun auf den Sommer, wenn die 117 Bewohner endgültig einziehen.

Die 82-jährige Welzmüller trauert ihrem bisherigen Heim St. Martin schon noch etwas hinterher: „Es war für uns das Para­dies.“ Nur 15 Personen, eben fast wie eine richtige Familie. Im Neubau des Caritas-Seniorenzentrums sei alles noch etwas groß. „Wir wissen noch nicht ganz genau, in welchem Stock was ist.“ Aber erste Veranstaltungen haben die beiden schon besucht. Denn immerhin kennen sie sich schon seit 70 Jahren. Wenn schönes Wetter ist, dann sitzen sie sowieso immer draußen: „Deshalb bin ich so braun“, gibt der 84-jährige Schäffler augenzwinkernd zu.

Seit März sind die zwei ehemaligen Bewohner der Sozialstation St. Martin nun im Neubau. Der Rest kommt im Sommer nach. Der Neubau wurde nötig, da das alte

Hermine Welzmüller und Georg Schäffler stoßen auf ihr neuesZuhause an.

Gebäude energetisch und den Brandschutz betreffend nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen an eine stationäre Pflegeeinrichtung genügte. 14 Millionen Euro wurden in das dreistöckige Haus investiert. Wobei derzeit erst 78 Senioren dort leben.

Die insgesamt geplanten 117 Bewohner werden in drei Wohngruppen auf drei Etagen leben. Insgesamt gibt es 99 Einzelzimmer, davon sind 30 rollstuhlgerecht. Und 18 Plätze in Doppelzimmern. Eine Besonderheit sind die drei Gärten bei der Cafeteria, im Erdgeschoss und im ersten Stock – der ist sogar ein Rosengarten.

Ins Spital sind nicht nur neue Bewohner eingezogen. Auch neue Arbeitskräfte wurden notwendig. „Wir wollen unsere Qualität wahren und unsere Angestellten nicht überfordern“, begründet die Pressesprecherin der Caritas Augsburg Betriebsträger GmbH (CAB) Michaela Weber. Die Einrichtungsleiterin ist mit Petra Fischer die alte geblieben. Als aber kurz vor der geplanten Eröffnung die bisherige Pflegedienstleiterin ihren Job aus familiären Gründen aufgeben musste, „herrschte erst einmal Schockzustand“, berichtet Brigitta Hofmann, Geschäftsführerin der CAB Caritas Augsburg. Weshalb man froh sei, mit Daniel Schützsack so schnell einen kompetenten Ersatz „für dieses tolle Haus“ gefunden zu haben.

Er habe sich schon einige Gedanken zu der neuen Aufgabe gemacht, erzählt der 32-jährige Schützsack. „Zunächst wünsche ich mir aber, dass die Mitarbeiter und Bewohner die Einrichtung mit Leben füllen und den Caritas-Gedanken nach außen tragen“. Einen ähnlichen Wunsch hat auch Generalvikar und Vorsitzender des Caritas-Rates Harald Heinrich, der den Neubau nach drei Jahren Bauzeit eröffnete. Im Sinne von Caritas hoffe er, dass „ein guter Geist zwischen den Mitarbeitern und Bewohnern entsteht und die Senioren eine Heimat in der Einrichtung finden“.

Dr. Andreas Magg, Caritas-Direktor und Domkapitular, der die Segnung vorgenommen hatte, ist vom Neubau angetan: „Es ist sehr schön geworden.“ Man werde auch weiterhin Hand in Hand mit allen Beteiligten denken und arbeiten. „Wir sind Vorbilder, andere spicken bei uns“, verrät er schmunzelnd.

CAB-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Walter Michale sprach in seiner Dankesrede die schwierigen Bauverhältnisse in Landsberg an: diesen „furchtbar historischen Fleck auf der Landskarte“. Mehrere archäologische Funde hatten den Bau um ein halbes Jahr verzögert. Ein Bonmot, das Oberbürgermeister Mathias Neuner schmunzelnd zitierte. Er habe sich auf den heutigen Tag gefreut, erzählt das Stadtoberhaupt. Denn er habe nur schöne Termine gehabt. Wie die Einweihung des Spitals. Bereits 2011 habe er sich mit dem Thema befasst. Er erinnere sich auch an viele „ziemlich raue Personalversammlungen, auch an die mit Bewohnern und deren Angehörigen“. Und „die Juristerei haben wir in diesem Fall, Herr Neuner, besonders gebraucht“, frotzelte Hofmann.

Landsberg sei damals nicht in der Lage gewesen, den notwendigen Neubau allein zu stemmen, berichtet der OB. Weshalb „uns ein Stein vom Herzen gefallen ist, als wir die CAB als Träger gefunden haben“.

Als Zeichen der Verbundenheit Landsbergs mit dem Spital übergab Neuner den Heiligen Geist – eine Skulptur, die bis zum Brand 1874 am ehemaligen Spital am Spitalplatz hing und 1877 nach oben in den Arkadenhof gewandert war. Pfarrer Alois Summer hatte zu seinem 80. die Sanierung des Blattgoldes spendiert. Nun hat dieser heilige Geist am Eingang des neuen Heilig-Geist-Spitals seinen würdigen Platz gefunden.

Stephanie Novy/Susanne Greiner

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