Schlagwerker-Band begeistert in St. Ottilien

"Hexagon" punktet mit perfekter Percussion

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Trommeln kann man auf allem. Zum Beispiel auf Werkzeugkästen, mit dem die sieben Hexagoner den Song „Tool-Kit“ zelebrierten. Sogar eine Bohrmaschine war mit an Bord.

St. Ottilien – Eine Bitte an alle Eltern: Falls Ihre Kinder ständig auf allen möglichen Dingen herumtrommeln – lassen Sie sie. Es könnte nämlich passieren, dass die Kleinen eines Tages mit einer Schlagwerker-Band auf der Bühne stehen und heftig bejubelt werden, so wie Hexagon Percussion am Sonntag Abend im Festsaal des Gymnasiums St. Ottilien.

Die Band stammt aus dem benachbarten Türkenfeld, und die meisten der sieben Mitglieder haben vor nicht allzu vielen Jahren in eben jenem Festsaal ihr Abiturzeugnis entgegengenommen. Inzwischen sind die sieben jungen Männer eine feste musikalische Größe in der Region und darüber hinaus. Zurecht, wie die Zuschauer im fast ausverkauften Kloster-Konzert feststellen konnten.

Angetan mit schwarzen Hemden, schwarzen Hosen, weißen Hosenträgern und weißen Fliegen zündeten die leidenschaftlichen Schlagwerker vom ersten Ton an ein rhythmisches Feuerwerk. Bei den ersten Titeln – wohlbekannten Hits von gegenwärtigen und früheren Pop-Größen wie Jennifer Lopez und den Eurythmics – beschränkten sich Hexagon noch auf konventionelle Instrumente wie Marimbaphone, Trommeln und Schlagzeug. Doch dann war Schluss mit dem Anflug von Boyband. „Wir sind Männer, wir brauchen Schweiß und Metall“, ließ die Truppe das Publikum wissen und performte den Titel „Tool Kit“ mit Werkzeugkisten, Werkbänken, Sägen, gar einer Bohrmaschine.

Spätestens jetzt konnte an der Kreativität der sieben Percussionisten kein Zweifel mehr bestehen. In der Folge wurden die Instrumente immer origineller – von Blumentöpfen über Plastikbecher bis hin zu Kuhglocken kam alles zum Einsatz. Bei jedem Stück beeindruckten die perfekte Harmonie, die Musikalität und die ausgeklügelten Choreographien der Sieben, die das Fehlen von Fehlern übrigens damit erklären, dass sie in Wirklichkeit an den Fäden eines genialen Marionettenspielers hängen – belegt durch eine eigene Nummer mit entsprechender Performance. Wobei natürlich niemand wirklich an Fäden hing, was das überaus witzige Zusammenwirken des „Puppenspielers“ und der „Puppen“ noch beeindruckender machte.

Ein eingeschobener Gagteil mit Leierkasten und Flachwitzen (Wie nennt man einen kleinen Türsteher? Sicherheitshalber!) sorgte für zusätzliche Abwechslung. Da war es verschmerzbar, dass die Moderationen erst im zweiten Teil so richtig zündeten und die Pause mit einer halben Stunde überlang ausfiel.

Viele Bands erheben den Anspruch, alle Generationen anzusprechen. Hexagon tun es wirklich. Im Publikum saßen junge Pärchen ebenso wie Eltern mit Kindern und Vertreter der Großeltern-Generation. Alle gemeinsam erklatschten sich zu guter Letzt zwei Zugaben. Und werden sich den nächsten Konzerttermin (am 6. März im Orlandosaal in Germering) schon notiert haben.

Ulrike Osman

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