Landratsamt entschädigt Landwirte für den Schutz von Gelegen

Hilfe für den Kiebitz im Landkreis Landsberg

Ein Kibitz steht auf einer Wiese.
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Der Kiebitz ist auf der Roten Liste und zählt zu den stark gefährdeten Tieren.

Landkreis – Früher als typischer Frühlingsbote und Allerweltsvogel bekannt, ist der Kiebitz mit seinem markanten Federschopf in Bayern heute stark gefährdet. Erkennen kann man ihn an seinem gaukelnden Flug, dem schillernden Federkleid und seinem namensgebenden Ruf „ki-witt“.

Dessen Brutplätze auf feuchten Wiesen gehen durch Trockenlegung und Intensivierung der Landwirtschaft verloren, weshalb Kiebitze mittlerweile bevorzugt auf Äcker ausweichen, informiert die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes. Dort legen sie als Bodenbrüter „meist vier gut getarnte Eier in eine offene Nestmulde“ – in der sie jedoch zahlreichen Gefahren ausgesetzt seien.

Die mechanische Bodenbearbeitung und das Ausbringen von Pflanzenschutzmittel und Dünger führten häufig unbeabsichtigt zur Zerstörung der Gelege oder zur Aufgabe des Nestes durch die Altvögel.

Kiebitzküken sind Nestflüchter, verlassen also wenige Stunden nach dem Schlüpfen ihr Nest und folgen den Eltern bei der Nahrungssuche. Bei drohender Gefahr ducken sich die gut getarnten Küken bewegungslos an den Boden und werden so häufig Opfer von landwirtschaftlichen Maschinen. Zudem sind sie leichte Beute für Beutegreifer wie Fuchs, Krähe und Rotmilan.

Seit Jahren bemühen sich die ehrenamtlichen Wiesenbrüterberater Alex Klose, Ulrich Kreutzer und Klaus Janke vom LBV darum, den Bruterfolg der Kiebitze im Landkreis zu erhöhen, indem sie während der Brutzeit auf der Suche nach brütenden Kiebitzen den Landkreis durchstreifen. Sobald ein Nest entdeckt wird, versuche man, mit dem Landwirt Kontakt aufzunehmen. Ist er einverstanden, werden die Nester markiert, um die Bereiche beim nächsten Bewirtschaftungsgang auszusparen. Bisher hätten die betroffenen Landwirte den Mehraufwand freiwillig auf sich genommen.

Umso mehr freuen sich Wiesenbrüterberater und Biodiversitätsberaterin Rebecca Pilz, dass dieses Jahr erstmalig Fördergelder zur Verfügung stehen, um Landwirten, die sich für den Gelegeschutz einsetzen, eine kleine Entschädigung von 50 Euro pro Nest zahlen zu können.

Wer ein brütendes Kiebitzpaar entdeckt, kann sich an Rebecca Pilz, Telefon 08191/129-1469 oder per E-Mail an rebecca.pilz@lra-ll.bayern.de wenden.

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