Hilfe zur Selbsthilfe

Dr. Soeren Gatz aus Landsberg leistet mit der Organisation Humanitäre Hilfe Aufbauarbeit in einem Krankrenhaus in Kamerun. Fotos: Humanitäre Hilfe

Bis nach Zentralafrika reisen etwa zwanzig Mediziner, Pflegekräfte und Handwerker aus Landsberg, um beim Wiederaufbau eines Krankenhauses zu helfen. Über das ganze Jahr verteilt fliegen Ehrenamtliche des Vereins Humanitäre Hilfe nach Kamerun und realisieren unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ ein weitreichendes Fortbildungs- und Sanierungsprogramm. Unterstützt wird die Organisation durch Spenden und um weitere Förderer zu gewinnen findet am Samstag, 23. Juni, ein Benefizkonzert mit der russischen Pianistin Aglaya Sintschenka in der alten Bibliothek der Landwirtschaftsschule statt.

Der Wiederaufbau eines Krankenhauses für die Ärmsten der Armen des Hospital Protestant de Ndoungue, das vor über hundert Jahren von deutschen Ordensschwestern gegründet wurde, ist für eine kleine Organisation aus Landsberg ein großes Projekt geworden. Der Verein Humanitäre Hilfe, eine NGO mit etwa 150 Mitgliedern, gegründet am Klinikum Landsberg, hat sich nach einer kurzen Erkundungsphase Anfang des Jahres durch zwei ehemalige Oberärzte des Klinikum Landsberg, Dr. Michael Pahl, Chirurg, und Dr. Soeren Gatz, Internist und Kardiologe, entschlossen, seine Aktivitäten auf dieses Projekt zu fokussieren. Mittlerweile ist die Riege ehrenamtlicher Mitarbeiter auf etwa zwanzig Mediziner, Pflegekräfte und seit Neuestem auch Handwerkern angewachsen, die sich über das ganze Jahr verteilt dieser Aufgabe stellen. „Moskitonetze, eine für afrikanische Verhältnisse komfortable Unterkunft, eine gute Köchin und ein landschaftlich sehr ansprechendes Ambiente, das sind Dinge, die das Leben eher angenehm gestalten im Hügelland des Littoral“, so Dr. Gatz in seinem Bericht aus dem Hospital Protestant de Ndoungue. „Hier im Südwesten Kameruns, nahe Nkongsamba, 130 Kilometer nördlich von Douala, wo man mit dem Flieger landet, liegt unser Ziel...“ In die Tat umsetzen Zusammen mit einheimischen Ärzten und Pflegekräften wird dort unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ ein weitreichendes Fortbildungs- und Sanierungsprogramm in die Tat umgesetzt. Schulungsprogramme für das Pflegepersonal, Ultraschallkurse für einheimische Assistenzärzte und Studenten, für Chirurgen und Internisten vor Ort werden realisiert. „Als Ausbilder stehen Chirurgen, Anästhesisten und Internisten sowie erfahrene Pflegekräfte mit langjähriger Auslandserfahrung zur Verfügung“, erklärt der Internist. „Unterstützt werden sie von technischen Assistentinnen aus Labor und Röntgendiagnostik.“ Die Unterstützung des Wiederaufbaues wird flankiert durch großzügige Spenden an technischem Gerät, der mit einem seit Januar laufenden Ultraschallgerät für Geburtshilfe und allgemeine Sonographie begann, einen Halbautomaten komplexer Laborleistungen fortgesetzt wurde und mit der Einführung einer Endoskopie und einer mobilen Durchleuchtungseinheit im Juni zunächst abgerundet wird. „Erfreulicherweise wird das Projekt durch großzügige Unterstützung aus Landsberger Industriebetrieben und vom SES, dem Senior Experten Service sowie den Rotariern hervorragend gefördert“, so der engagierte Arzt. „Ein bereits jetzt durchgeplantes Sanitär- und Stromversorgungsprojekt wird durch eine Gruppe deutscher Handwerker in Kürze realisiert.“ Das mit großem personellem und finanziellem Engagement begonnene Projekt ist auf eine langfristige Wiederaufbauphase abgestimmt und die Nachhaltigkeit als Grundsatz eingeführt. Die beispielhaft gute Kooperation mit den einheimischen Ärzten einerseits, die Akzeptanz der Mitarbeiter der Humanitären Hilfe durch die einheimische Bevölkerung andererseits hat bereits jetzt zu einer erfreulichen Aufwärtsbewegung in diesem unter kirchlicher Leitung stehenden Krankenhaus geführt. Sponsoren gesucht Für das laufende Jahr werden dringend weitere Sponsoren und Mitarbeiter aus dem medizinischen Bereich, auch überregional, gesucht. Ein Benefizkonzert mit der russischen Pianistin Aglaya Sintschenko am Samstagabend, dem 23.Juni in der alten Bibliothek der Landwirtschaftsschule um 19.30 Uhr ist als Dank für die Sponsoren, aber auch als Forum für weitere Förderer und Interessenten gedacht. Weitere Informationen zur Arbeit der Humanitären Hilfe und zum Krankenhaus-Projekt in Kamerun gibt es im Internet auf der Homepage des Vereins: www.humanitaere-hilfe-ev.de.

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