Wenn die Straße zum Freiluft-Café wird

Himmlische Ruhe an Dießens Nadelöhr

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Aus der sonst immer extrem frequentierten Herrenstraße am Dießener Marktplatz wurde bei der Anwohner-Demo ein Freiluft-Café. Um auf die Mißstände in dem Nadelöhr hinzuweisen, hatte man zwei Stunden den Verkehr großzügig umgeleitet.
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Aus der sonst immer extrem frequentierten Herrenstraße am Dießener Marktplatz wurde bei der Anwohner-Demo ein Freiluft-Café. Um auf die Mißstände in dem Nadelöhr hinzuweisen, hatte man zwei Stunden den Verkehr großzügig umgeleitet.
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Aus der sonst immer extrem frequentierten Herrenstraße am Dießener Marktplatz wurde bei der Anwohner-Demo ein Freiluft-Café. Um auf die Mißstände in dem Nadelöhr hinzuweisen, hatte man zwei Stunden den Verkehr großzügig umgeleitet.
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Aus der sonst immer extrem frequentierten Herrenstraße am Dießener Marktplatz wurde bei der Anwohner-Demo ein Freiluft-Café. Um auf die Mißstände in dem Nadelöhr hinzuweisen, hatte man zwei Stunden den Verkehr großzügig umgeleitet.
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Aus der sonst immer extrem frequentierten Herrenstraße am Dießener Marktplatz wurde bei der Anwohner-Demo ein Freiluft-Café. Um auf die Mißstände in dem Nadelöhr hinzuweisen, hatte man zwei Stunden den Verkehr großzügig umgeleitet.
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Aus der sonst immer extrem frequentierten Herrenstraße am Dießener Marktplatz wurde bei der Anwohner-Demo ein Freiluft-Café. Um auf die Mißstände in dem Nadelöhr hinzuweisen, hatte man zwei Stunden den Verkehr großzügig umgeleitet.
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Aus der sonst immer extrem frequentierten Herrenstraße am Dießener Marktplatz wurde bei der Anwohner-Demo ein Freiluft-Café. Um auf die Mißstände in dem Nadelöhr hinzuweisen, hatte man zwei Stunden den Verkehr großzügig umgeleitet.
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Aus der sonst immer extrem frequentierten Herrenstraße am Dießener Marktplatz wurde bei der Anwohner-Demo ein Freiluft-Café. Um auf die Mißstände in dem Nadelöhr hinzuweisen, hatte man zwei Stunden den Verkehr großzügig umgeleitet.

Dießen – „Dass sich nicht mal Gabriele Übler, die grüne Mobilitätsreferentin im Gemeinderat, hier blicken lässt, finde ich sehr traurig“, bedauerte Peter Kaun jun., einer der Organisatoren der „Stillen Anwohner-Demo“ in Herrenstraße und Hofmark. Unter dem Motto „Zu laut, zu dreckig, zu gefährlich“ hatten er und Klaus Zwettler die Hauptverkehrsader für zwei Stunden sperren lassen.

Wenn es stimmt, dass der liebe Gott alles hört, dann müssen ihm am Donnerstag die Ohren von den Flüchen genervter Autofahrer geklungen haben. Denn just zum Beginn des Feierabendverkehrs sperrte die Polizei die Zufahrten in die genehmigte Demonstration gegen die extrem hohe Verkehrsbelastung statt, was PKWs, Omnibusse und Lastwagen zu Umwegen zwang. Laut den Organisatoren wurde damit der Zweck erreicht: Viel Aufmerksamkeit für den Verkehrsmissstand, der seit Jahren bekannt ist, gegen den aber nichts unternommen wird.

Zwei Stunden lang verwandelte sich das Nadelöhr ab dem Rathaus Richtung Marienmünster in eine Flaniermeile, Spielstraße und ein Freiluft-Café. Anwohner stellten Tische und Stühle auf die Fahrbahn, Kinder bemalten sie mit Kreide und Familien nutzten die ungewohnt abgasfreie Luft für einen Spaziergang. Zwar beteiligten sich laut Peter Kaun jun. weniger Anwohner und Geschäftsleute als erhofft an der Aktion, aber er spricht trotzdem von einem Erfolg.

Mit Bürgermeisterin Sandra Perzul hatten er und Klaus Zwettler bereits vor der Demo ein Treffen, um ihre Argumente auszutauschen. Perzul räumte ein, dass sich auch in ihrer Wahrnehmung die Verkehrsbelastung an der Hofmark/Herrenstraße in den letzten Jahren deutlich erhöht habe. Sie sicherte zu, sich nach der im Herbst geplanten offiziellen Verkehrsschau um Lösungen zu bemühen. Wobei die Marktgemeinde alleine nicht viel ausrichten könne, weil es sich um eine Staatsstraße (St2056) handle.

Von Seiten des Gemeinderats wurde die Veranstaltung zum Bedauern von Peter Kaun jun. nahezu ignoriert. „Dass sich nicht mal die grüne Mobilitätsreferentin Gabriele Übler blicken lässt, finde ich sehr traurig“, so Kaun. Lediglich Franz Sanktjohanser (Dießener Bürger) und Volker Bippus (UBV) waren da und diskutierten mit den Anliegern. Sie mussten sich anhören, dass das Überqueren der Herrenstraße oder Hofmark einem russischen Roulette gleiche und Schulkinder auf nur 40 Zentimeter breiten Gehwegen balancieren müssten.

Lüften der Wohnungen sei wegen der Abgase kaum möglich, Fensterputzen sei eine Sisyphusarbeit. Selbst nachts schrecke man aus dem Schlaf, wenn Lastwagen trotz Tempo 30 viel zu schnell vorbeidonnern und die Fanfare ertönen lassen. Optikermeister Thomas Koch plädierte für eine Geschwindigkeitsüberwachung der 30er-Zone und eine veränderte Ampelschaltung.

Unterhaltung unmöglich

Klaus Zwettler, der am Marktplatz das Bistro M 2 betreibt: „Ich lade Bürgermeisterin Perzul am Wochenende auf einen Cappuccino auf unsere Terrasse ein. Vor lauter Motorradgeknatter versteht man hier sein eigenes Wort nicht.“

Das kennt auch Sabine Vöge, die an der Engstelle Herrenstraße 4 einen Stoffladen betreibt und die Türe stets geschlossen halten muss. Beim Streik saß Vöge nun mit ihrer Mitarbeiterin auf der Straße und genoss die ungewohnte Stille, weil keine Reifen an die Gehsteigkanten schram­mten.

Dießens Polizeichef Alfred Ziegler, der mit seinem Vize Boris Netschajew persönlich die Veranstaltung beobachtete, spricht von einer Demo ohne Zwischenfälle: „Wir zählten rund 120 Teilnehmer, die sich ausnahmslos friedlich benahmen.“ Lediglich einige Autofahrer zeigten sich erbost, weil sie auf dem Rathausparkplatz standen und bis 18 Uhr nicht mehr rauskamen. Aber das lag an den Organisatoren, die keine entsprechenden Schilder aufgestellt hätten.

Die gesperrte Herrenstraße nutzte übrigens das Bauamt der Marktgemeinde. Ein Holztransporter hatte kürzlich bei einem Ausweichmanöver auf den Gehsteig in vier Metern Höhe ein Eckstück vom Rathaus weggebrochen, das jetzt über ein Gerüst repariert wurde. Ein sichtbarer Beweis, dass bei den Engstellen ein dringender Handlungsbedarf besteht.
Dieter Roettig

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