Technik ist Mädchensache

Technik-Camp bei Hirschvogel: Schülerinnen sind begeistert

+
Auf den Zehntelmillimeter: Pia beim Anreißen ihres Werkstücks.

Denklingen - Fräsen, löten, bohren: Das ist nicht nur was für Jungs – es macht auch Mädchen Spaß. Dies konnten vergangene Woche zehn Zwölf- bis 14-jährige Schülerinnen im „Mädchen für Technik-Camp“ bei der Hirschvogel Umformtechnik GmbH in Denklingen feststellen. Fünf Tage haben die Schülerinnen im Rahmen der Initiative „Technik – Zukunft in Bayern 4.0“ des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw) und der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber (bayme vbm) Berufe wie Werkzeugmechanikerin, Mechatronikerin, Elektronikerin und Technische Produktdesignerin kennengelernt.

Am Gründonnerstag zeigten die Teilnehmerinnen ihren Eltern und weiteren Gästen ihre Werkstücke und berichteten begeistert von ihren Erfahrungen während des Camps. Für Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände, ist mit der Begeisterung der Schülerinnen für Technik ein wichtiges Ziel des „Mädchen für Technik-Camps“ erreicht: „Gerade die bayerische Metall- und Elektroindustrie bietet Mädchen hervorragende Ausbildungs- und Berufsperspektiven. Deshalb engagieren wir uns seit Jahren für Projekte wie die ,Mädchen für Technik-Camps‘, die Schülerinnen frühzeitig Technik-Berufe nahebringen“, sagte er anlässlich des Camps.

„Wir würden am liebsten ebenso viele Mädchen wie Jungen in den attraktiven technischen Berufen ausbilden“, erklärte Peter Geier, Ausbildungsleiter bei Hirschvogel. „Die ,Mädchen für Technik-Camps‘ sind eine tolle Gelegenheit für uns, Mädchen die Faszination von Technik erleben zu lassen.“ Die 13-jährige Kim berichtete: „Ich habe einen guten Einblick in die verschiedenen Abteilungen bekommen.“ Sie wisse jetzt, dass sie in Zukunft nicht den ganzen Tag am PC sitzen wolle – und dass Löten ihr viel Spaß macht. Für die Mädchen waren aber nicht nur die technischen Inhalte interessant, sondern auch die Stimmung im Betrieb: „Besonders gut hat mir die Betreuung durch die Azubis gefallen“, sagte die 13-jährige Pia. „Die sind total cool und nicht so formal.“

Der Anteil an weiblichen Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie – derzeit rund 25 Prozent – soll steigen. Für dieses Ziel setzen sich auch die Arbeitgeber ein, betonte Verbandsgeschäftsführer Brossardt. Denn, wie Brossardt formulierte: „Um im internationalen Wettbewerb weiterhin einen Spitzenplatz einzunehmen, brauchen die bayerischen Unternehmen auch in Zukunft hochqualifizierte Nachwuchskräfte.“ Vielleicht werden Kim, Pia und die anderen Teilnehmerinnen des „Mädchen für Technik-Camps“ einmal zu diesen jungen Fachkräften zählen. Der Grundstein dafür ist gelegt.

Die „Mädchen für Technik-­Camps“ sind eines von 16 Angeboten der Bildungsinitiative Technik – Zukunft in Bayern 4.0, die Kinder und Jugendliche für Technik begeistern will. Seit 2002 haben bayernweit 3.500 Schülerinnen bei den – fast immer ausgebuchten – „Mädchen für Technik-Camps“ mitgemacht. Auch in diesem Jahr tauchen wieder über 170 Schülerinnen in insgesamt 13 Camps in die Welt der Technik ein. Das Angebot ist kostenfrei.

Auch interessant

Meistgelesen

Erstes Wochenende des "Landsberger Sommers" ist Erfolg
Erstes Wochenende des "Landsberger Sommers" ist Erfolg
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
23-Jähriger schrottet seinen Porsche 911 GT3 RS
23-Jähriger schrottet seinen Porsche 911 GT3 RS
Dießens Marienmünster feiert den 280. Geburtstag mit viel Programm
Dießens Marienmünster feiert den 280. Geburtstag mit viel Programm

Kommentare