Masterplan 2030

"Berg der Bildung" doppelt bedacht

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Unter dem großen blauen Arbeitsdach finden umfassende Sanierungsarbeiten am Agrarbildungszentrum statt. Im Mai 2017 soll die Maßnahme beendet sein.

Landsberg – Bereits seit Ende November thront auf dem Agrarbildungszentrum ein großes blaues Dach. Was es damit auf sich hat, wird sich wohl der ein oder andere Lechstädter beim Vorbeigehen fragen. Dabei handelt es sich lediglich um ein Arbeitsdach, wie Verwaltungsleiter Wolfgang Rupp erklärt. Die eigentlichen Arbeiten finden nämlich darunter, am historischen Dach, statt – und sind nur ein kleiner Teil von umfangreichen Sanierungsmaßnahmen auf dem „Berg der Bildung“.

Zwischen historischem und Arbeitsdach: Der historische Dachstuhl soll nach der Sanierung erhalten bleiben.

Das kleine Gebäude im Süden ist 1554 als „Zehentstadel“ für das Kloster Wessobrunn erbaut worden. Nun muss es von Grund auf saniert werden: Bis auf die Außenmauern und die tragenden Wände muss das Gebäude komplett entkernt werden. Im Juni hat man damit angefangen, so Wolfgang Rupp. Eine erste Verzögerung gab es durch die Arbeiten von Archäologen, denn unter der Bodenplatte des ehemaligen „Zehentstadels“ hatte man Fragmente eines Gewölbes entdeckt. Dabei habe es sich aber lediglich um Verstärkungen für die Statik gehandelt, erläutert der Verwaltungsleiter. Aber auch im sogenannten „Obstgarten“ innerhalb des Gebäudekomplexes fanden die Archäologen Tonröhren aus Klosterzeiten aus dem 16. beziehungsweise 17. Jahrhundert. Ob sie der Be- oder Entwässerung dienten, ließe sich nicht mehr eindeutig sagen.

Heute ist in dem „Zehentstadel“ und dem daran anschließenden Zwischengebäude an der Malteserstraße hauptsächlich das Internat des Agrarbildungszentrums untergebracht. Beim Beginn der Bauarbeiten im Juni habe man noch nicht gesehen, wie marode die Dächer der beiden Gebäude eigentlich sind. Erst als das Dach völlig freigelegt war, wurde das Ausmaß erkennbar. Äußerst sensibel und „immer in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege“ werde jetzt versucht, die Gebäude nach modernsten Gesichtspunkten nutzbar zu machen, erklärt Wolfgang Rupp.

Sichtbare Historie

Der Dachstuhl soll am Ende sichtbar sein. Ein Tagungs- und Schulungsraum mit Galerie sowie Büros werden in dem „Zehentstadel“ Platz finden. Die bestehenden Säulen sollen erhalten bleiben und die Zwischenwände verglast werden: „Die Historie soll einfach sichtbar sein“, so Rupp. Insgesamt werden in den beiden Gebäuden 29 Einzelzimmer für die Internatsschüler Platz finden. Aber auch ein Fitnessraum, eine Lernstube, ein Billardzimmer sowie das Bierstüberl mit Biergarten werden dort eingerichtet. Diese Maßnahme kostet insgesamt etwa 7,5 Millionen Euro. Es sei sehr erfreulich, dass der Bezirk Oberbayern als Träger erkannt habe, dass Bildung Geld kostet, so der Verwaltungsleiter. Außerdem rechne man mit Zuschüssen von bis zu 30 Prozent vom Freistaat.

Im Mai 2017 soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Generell sei man am Agrarbildungszentrum aber schon seit 2002 am Sanieren und danach „soweit“ durch, erklärt Wolfgang Rupp. Im Anschluss gehe es dann an der Landmaschinenschule weiter. Da sei die Größenordnung allerdings noch garnicht bekannt. Die Hallen aus den Jahren 1958 bis 1986 stellten aber „energetisch eine Katastrophe“ dar. Die Bauzeit nehme abgesehen davon zudem immer mehr Zeit in Anspruch, da die Arbeiten im laufenden Schulbetrieb stattfinden müssten, so der Verwaltungsleiter: „Der Masterplan 2030 steht.“

Astrid Erhard

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