Parkplatzsituation am Untermüllerplatz

Zwölf bleiben übrig

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Auf dem Untermüllerplatz darf weiterhin geparkt werden. Ein Antrag auf Verzicht auf die Parkplätze entlang der Beet- und Baumreihe wurde mehrheitlich abgelehnt.

Dießen – Ausgiebig wurde in der jüngsten Dießener Gemeinderatssitzung die Detailplanung für den Wassererlebnisbereich am Tosbecken in der Mühlstraße besprochen, zahlreiche Besucher waren gekommen, um die Ergebnisse aus dem Bürgerbeteiligungsprozess Seeanlagen (siehe nebenstehender Bericht) zu erfahren – eine hitzige Debatte gab es zur Parksituation am Untermüllerplatz.

Das Ehepaar Irmi und Peter Hofheinz hatte den Antrag gestellt, auf die Parkplätze entlang der Baumreihe und der blühenden Beete nördlich des Mühlbaches zu verzichten. Irmi Hofheinz kümmert sich ehrenamtlich um die Pflege der Grünflächen. Sie stört nicht nur die Tatsache, dass Autofahrer mit dem zarten Grün nicht immer rücksichtsvoll umgehen, ihrer Meinung nach würde der Platz ohne Autos mehr Raum für Kreativität bieten und wäre einladender und sicherer für Fußgänger, insbesondere für Kinder. Sie steht mit dieser Ansicht nicht alleine da.

Massiver Gegenwind kam unterdessen von den Gewerbetreibenden: Auch der örtliche Gewerbeverband war fristgerecht zur Sitzung mit einem Brief für den Erhalt der Parkplätze – garniert mit einer Liste mit 90 Unterschriften – bei der Gemeinde vorstellig geworden. Im Gemeinderat verliehen die Freien Wähler, Gewerbereferent Thomas Hackl und Martin Brink, Wirt des Gasthofs „Unterbräu“, den Gewerbetreibenden eine Stimme: Die Parkplätze am Untermüllerplatz würden dringend benötigt, so Hackl, hier gehe es „um den Erhalt von Existenzen“. Der Parkplatzmangel ziehe ein „langsames Sterben“ von Geschäften und Lokalen nach sich.

Grundsätzlich, fehle in Dießen ein vernünftiges Parkleitsystem, das Autofahrer zu den Parkplätzen am Bahnhof oder in der Eichendorffstraße führe. Der Wunsch nach autofreien Sommerwochenenden sei zwar verständlich, „aber was geschieht bei Kälte, Regen, Schnee, Sturm oder Hitze?“, fragte Brink: „Dann kaufen die Kunden dort ein, wo es Parkplätze gibt“. Alle Anlieger der verkehrsberuhigten Zone hätten während des Umbaus eine „schwere Zeit hinter sich gebracht“. Ziel der Sanierung sei ein gemeinsamer Verkehrsraum gewesen, doch sukzessive seien immer mehr Parkplätze gestrichen worden, auf dem Untermüllerplatz seien nur noch zwölf übrig, die unbedingt erhalten bleiben müssten, denn es dürfe keine „Saisonlastigkeit“ durch fehlende Stellflächen entstehen, betonte Brink. Schließlich gelte es, Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu sichern.

Für sie sei die Autokarawane durch die Mühlstraße einfach unerträglich, betonte dagegen Petra Sander (Grüne). Sie könne die Gründe des Ehepaars Hofheinz durchaus nachvollziehen. Außerdem störe sie der Subtext der Anwohner, die mitbezahlen und deshalb auch bestimmen wollen. Schließlich seien die Anwohner in die Gestaltung von Mühlstraße und Untermüllerplatz einbezogen worden.

Kein Verständnis für große Emotionen zeigte Hanni Baur (SPD): „Der Untermüllerplatz ist toll geworden und die Anzahl der Parkplätze ist okay. Ich sehe keinen Handlungsbedarf“. Ebenso wie Sander drängte sie darauf, umgehend den Entlastungsparkplatz nördlich des Bahnhofs zu erweitern.

Eine gelbe Karte gab es für die Zuhörer, die in der Diskussion dazwischenfunkten und applaudierten. Bürgermeister Herbert Kirsch musste erst eine Sitzungsunterbrechung androhen, bevor dies endete. Einen Themenwechsel brachte Bea von Liels (Dießener Bürger) Antrag auf Ende der Debatte, nachdem auch die Räte untereinander persönlich geworden waren. Die Abstimmung brachte eine klare Mehrheit für den Erhalt der Parkplätze auf dem Untermüllerplatz. Der Antrag des Ehepaars Hofheinz fand nur vier Befürworter. 

Ursula Nagl

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