"Hoamat gibt’s nur oane!"

Immer voran: die Festkapelle Hofstetten-Hagenheim, hier beim Kirchenzug. Fotos: Geiger

„Do goht oam ’s Herz auf“, hat Florian Echtler auch bei seinem 22. und vermutlich letzten Lechgautrachtenfest als Gauvorstand ein­mal mehr ausrufen. Rund 3000 Festzugsteilnehmer zogen bei der 90. Auflage des Festes durch Hofstetten, ließen sich von ein paar Regentropfen nicht abhalten und demonstrierten eindrucksvoll, mit wie viel Idealismus die Trachtler doch ihre Sache vertreten.

Schon der Heimatabend am Samstag war ein Beweis für Heimattreue und Bodenständigkeit, die Plattlergruppen aus dem Lechgau zeigten von der Miesbacher Mühle, über den Knappentanz bis hin zu einem abschließenden Holzhacker von den gastgebenden „Windachtalern“ ein kurzweiliges Programm. Die Vertreter der beiden Patenvereine Apfeldorf und Landsberg gratulierten den Hofstettenern zu ihrem 90. Geburtstag und hatten gleich ein ganzes Wagerl mit Brotzeit dabei. Und Landrat Walter Eichner bedankte sich als Schirmherr ganz besonders für das Engagement der Trachtenvereine. „Ihr tragt viel dazu bei, dass unser Landkreis Landsberg so liebenswert ist.“ Als die Organisatoren am Sonntagmorgen die Entscheidung treffen mussten, „Gottesdienst im Freien oder im Zelt?“, hatten sie es nicht leicht. Doch am Ende einer gelungenen Messe, die im Schulhof zelebriert wurde, durfte Pfarrer Horst Borchert den Verantwortlichen sein Lob für den Mut aussprechen. „Der Trachtler trägt nicht nur sein äußerliches Gewand, er trägt auch eine innerliche Tracht mit Güte, Milde und Gemeinschaft“, rief der Seelsorger den schon gut 1000 anwesenden Trachtlern zu, in diesem kameradschaftlichen Geist nicht nachzulassen. Pünktlich um 13.30 Uhr setzte sich dann der gewaltige Festzug in Bewegung, gesäumt von mehreren tausend Zuschauern. Wie die Orgelpfeifen waren die einzelnen Vereine von den ganz Kleinen bis zu den Senioren aufgereiht, dazwischen sorgten immer wieder die stattlichen Musikkapellen aus der Region für den richtigen Takt. Blickfang waren auch die 14 Festwagen, die von den Ortsvereinen sowie einigen benachbarten Trachtenvereinen liebevoll gestaltet wurden. Als kurzzeitig ein Schauer nieder ging, ließen sich die Trachtler auf ihrem Weg durch Hofstetten nicht beirren; auch die rund 2000 Zuschauer mussten nur kurz ihre Regenschirme zücken, dann wurden sie gleich wieder mit Sonnenschein belohnt. Beim Anblick dieser Farbenpracht stellte der Landesvorsitzende Max Bertl zurück im Festzelt fest: „Schöne Plätze gibt’s viele auf der Welt, aber Hoamat gibt’s grad oane“. Und er rief den Trachtlern zu, auf diese „Hoamat“ aufzupassen, damit man auch in Zukunft wieder so schöne Trachtenfeste feiern könne.

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