Die Doppelstrategie

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Der BRK-Kreisverband Landsberg verfolgt eine Doppelstrategie

In Sachen "Bayerisches Rotes Kreuz" (BRK) sind wir eigentlich befangen. Der BRK-Kreisverband war Gastgeber unserer "Initiative Guter Rat". Wir haben intensiv die Asylbetreuung und Sozialberatung verfolgt, die der Verband bis zu einer missglückten Ausschreibung des Landratsamts engagiert durchführte. Wir sprachen immer wieder mit Einsatzkräften, vom Kriseninterventionsteam bis zum Rettungsdienst.

Aus jahrelanger naher Betrachtung: Wir sehen die Arbeit des BRK Landsberg mit Hochachtung. Wir freuen uns über seine Erfolge. Zu denen gehören Auszeichnungen, neue Beauftragungen und, nach schwieriger Zeit, die wirtschaftliche Gesundung.

Umso überraschter waren wir, als der Leiter der Bereitschaften und sein Pendant auf oberbayerischer Ebene via Tageszeitung Breitseiten gegen den Kreisverband abfeuerten. Und zwar, in der Ferienzeit, so getimed, dass der Vorstand und der Geschäftsführer darauf nicht kurzfristig antworten konnten. Das war extrem schlechter Stil.

Wir haben uns dann erstmals mit der internen Struktur des BRK befasst und Besonderheiten festgestellt. Den Ausgangspunkt dafür bildeten Kleinigkeiten. Wir stießen bei unserer Recherche darauf, dass die Internet-Adresse der Rettungshundestaffel von einer Privatperson angemeldet wurde. Wieso von ihr und nicht vom Verband?

Relativ rasch wurde uns dann klar: Das BRK ist aus historischen Gründen in ein Haupt- und ein Ehrenamt gegliedert. Die fünf "Gemeinschaften" - die Bereitschaften, die Bergwacht, die Wasserwacht, das Jugend-Rotkreuz und die Wohlfahrts- und Sozialarbeit - sind "eigenständig".

Das ist konfliktträchtig. Das ist ein strukturelles Problem. Kreisverbands-Geschäftsführer Andreas Lehner kann in manchen Angelegenheiten viel, in manchen wenig bewirken. Trotzdem wird von ihm erwartet, dass er alles fest im Griff hat.

Der Vorstand des BRK unter Leitung von Alex Dorow hat nun mit einem Doppelbeschluss reagiert: Er hat sich "einhellig, vorbehaltslos und sehr deutlich" zu Lehner bekannt, dem ausgeschiedenen Leiter der Bereitschaften für die Zukunft alles Gute gewünscht und zum Ausdruck gebracht, dass er mit dem Bezirksbereitschaftsleiter Oberbayern nichts mehr zu tun haben will. Zum Artikel des KREISBOTEN

Gleichzeitig aber hat der Vorstand beschlossen, die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Gemeinschaften, insbesondere den Bereitschaften, nun effektiver und transparenter zu gestalten. Eine der Maßnahmen ist die Gründung eines "beschließenden Ausschusses", der "unverzüglich den aktiven Dialog zwischen Vorstandsmitgliedern und Gemeinschaften, insbesondere der Bereitschaft, aufbauen und führen" soll. Geprüft wird auch die Einstellung eines hauptamtlichen "Beauftragten für die Gemeinschaften".

Das klingt ein wenig so, als hätte man das lange schon machen sollen. Aber besser zu spät als nie.  Mit diesem Doppelbeschluss demonstriert der BRK-Kreisverband Handlungsfähigkeit. Er übt Kritik, ist aber zugleich konstruktiv. Alle Achtung - das muss man in so einer schwierigen Phase erst einmal schaffen.

Deswegen bleibt es dabei, aus jahrelanger naher Betrachtung und nun auch mit Strukturkenntnis: Wir sehen die Arbeit des BRK Landsberg mit Hochachtung.

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