Mit Höhen und Tiefen

Dr. Klaus Bühler übergab in feierlichem Rahmen „sein Kind“, die neue Bücherei in Kaufering, der Öffentlichkeit. Foto: Kruse

Stolz war Dr. Klaus Bühler ebenso wie Wehmut anzumerken, als er vor 100 geladenen Gästen eines seiner wichtigsten Projekte, die neue Bücherei, der Öffentlichkeit übergab: „Sie ist zum einen mein Kind und enthält zum anderen alle Höhen und Tiefen, die es bei einer Projektwerdung geben kann.“

Mit letzterem spielte Bühler ausdrücklich nicht auf Bau und Planung ab. Sowohl Hermann Bader aus der dem Bauamt als auch Architektin Irena Schmid sowie alle beteiligten Firmen hätten ausgezeichnete Arbeit geleistet. „Die Planungsschritte haben sich harmonisch bis zum fertigen Bauwerk entwickelt“, so Bühler, „Höhen waren auch das exzellente Teamwork auf der Baustelle.“ Mit den „Tiefen“ spielte er dagegen auf den Widerstand im Gemeinderat an. Mehrere Räte hatten die neue Bücherei als „unnötiges und zu teures Prestigeprojekt“ angesehen, über Monate hart dagegen gekämpft und auch dagegen gestimmt. „Darunter möchte ich einen Schlussstrich ziehen“, sagte Bühler, bevor Pfarrer Norbert Marxer und Diakon Alfred Mayer die neuen Räume kirchlich weihten. Der 67-jährige Bühler kündigte die Einweihung der Bücherei überraschend als seine letzte Amtshandlung an. „Ich hätte gerne noch die Gemeinderatssitzung am 28. März geleitet, aber ich will einem Neu­anfang nicht im Wege stehen.“ Da wollte sich dann auch Landrat Walter Eichner, wie auch der größte Teil der Gemeinderäte, dem Termin nicht verweigern: „Der FC Bayern spielt, in Dießen ist eine Veranstaltung, in Landsberg ist Podiumsdiskussion. Aber zu Kaufering kann ich dann einfach nicht nein sagen“, so Eichner, der die neue Bücherei am Fuggerplatz als „typisch für das Bühlersche Tempo“ bezeichnete. „Vor genau einem Jahr haben wir im Kreisausschuss den Beschluss gefasst, Räume und Grund an die Gemeinde zu verkaufen und jetzt stehen wir in diesen hellen und freundlichen Räumen.“ Im neuen Anbau am Hochhaus in der Mitte der Siedlung ist jetzt neben der Bücherei die Volkshochschule untergebracht, und auch dazu hatte Eichner eine bewundernde Anekdote parat. „Ich muss ehrlich sagen, dass wir schon damals neidisch auf die Kaufe­ringer VHS geschaut haben, wenn sie mit fünf Bussen ins Theater nach München gefahren ist und wir in Landsberg gerade noch einen halben zusam­mengebracht haben.“ Dafür haben die Mitarbeiter jetzt in den neuen Räumen 120 Quadratmeter Platz, der Bücherei stehen 600 Quadratmeter zur Verfügung, rund doppelt soviel wie zuvor. Über 21000 Medien kann man sich ausleihen, und das künftig auch samstags (von 10 bis 13 Uhr). Nach Abschluss der Bauarbeiten stehen auch die Kosten für das umkämpfte Projekt fest: Rund 1,37 Millionen Euro hat die Baumaßnahme laut Bühler gekostet. Die Sanitärarbeiten führte dabei die Firma von Bühlers Sohn Tobias aus. „Sie hat diesen Auftrag nach Beratung im Gemeinderat mit 16:3 Stimmen erhal­ten“, so der Bürgermeister und stellte klar: „Ich habe zu Beratung und Beschluss den Raum verlassen. Soviel zur Klarstellung böswilliger Behauptungen.“ Hintergrund: Der ge­- scheiterte CSU-Bürgermeisterkandidat und -Ortsvorsitzende Stefan Puchmayr hatte zuletzt seiner „Verwunderung“ Ausdruck verliehen, dass bei zahlreichen kommunalen Projekten ebendiese Firma zum Zuge komme.

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