Streit ums Containerdorf

Höhere Kosten bei der Generalsanierung der Mittelschule Kaufering

Mittelschule Kaufering mit Baugerüst
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Während der Sanierung der Kauferinger Mittelschule müssen die Schüler aushilfsweise in Containern unterrichtet werden. Deren Aufstellung verschiebt sich jetzt allerdings.
  • vonAndrea Schmelzle
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Kaufering – Beschluss geplatzt: Die Einrichtung eines angemieteten Containerdorfs, in dem die Schüler der Mittel- und Grundschule während der Generalsanierung der Gebäude unterrichtet werden können, erfordert zusätzliche 600.000 Euro. Die Räte sollten die Auftragsvergabe auf der Gemeinderatssitzung letzten Mittwoch genehmigen. So der Plan. Gleich drei Fraktionen sprachen sich klar dagegen aus und forderten die Absetzung des Tagesordnungspunktes – mit fast einstimmigem Erfolg. 

Der Antrag, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen und die Entscheidung damit zu vertagen, kam von UBV, CSU und Grünen. Die Ausschreibung erfolge ohne gültigen Gemeinderatsbeschluss, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme der Fraktionen. Die zu genehmigenden Mehrkosten seien nicht im Haushaltsplan eingestellt. Außerdem fehle eine genaue, auf die Jahre verteilte, Kostenaufstellung, genauso wie ein Deckungsvorschlag für die Kosten. „Der Antrag verursacht mir heftige Bauschmerzen“, meinte Markus Rietig (UBV). Zudem habe man noch keine Konzepte gesehen. Das gelte es nachzuholen. Es sei zudem unklar, warum die Verwaltung beim Kauf der Container keine Vorteile sehe, gebe es hier doch einen Wiederverkaufswert – bei der Mietlösung jedoch keinerlei Restwert.

Die Anlage bestehe aus 48 speziell auf die bestehenden Anforderungen angepassten Einzelcontainern, die nur im Verbund wieder verkauft werden könnten, erklärt Bauamtsleiter Andreas Giampa. Die Gefahr, hier einen Verlust zu produzieren, sei zu groß.

Der Hintergrund: Der Bau III der Mittelschule muss für den zweiten Bauabschnitt komplett geräumt werden. Eine abschnittsweise Sanierung habe man bereits im Vorfeld geprüft, so Giampa. Das hätte aber nur unter erheblichen Lärmbelästigungen stattfinden können, sodass Planer und Verwaltung dies nicht befürworten konnten. Dementsprechend sei das Containerdorf öffentlich ausgeschrieben worden – unter Zustimmung des Bauausschusses. Entgegen der ursprünglichen Planung jedoch nicht nur für die zur Sanierung benötigte Laufzeit von 13 Monaten, sondern für 42 Monate. Das Containerdorf werde direkt im Anschluss an die derzeit stattfindenen Baumaßnahmen an der Mittelschule für die anstehende Sanierung im Bereich der Grundschule benötigt. Es sei angedacht, diese in den Folgejahren in zwei Bauabschnitten durchzuführen. Das spare Ressourcen in der Verwaltung und auch Kosten, die durch den zweimaligen Auf- und Abbau entstünden, so Giampa.

Nach der öffentlichen Ausschreibung habe sich herausgestellt: „Unsere bisherigen Kostenansätze werden weit überschritten“, meint Giampa. Daher habe man um Zustimmung der zusätzlich benötigten 600.000 Euro gebeten, die derzeit beschlussmäßig noch nicht gedeckt seien – vorgezogene Kosten, die im Wesentlichen der Sanierung der Grundschule zuzuschlagen seien und in den Folgejahren auf den entsprechenden Haushaltsstellen vorgeplant werden müssten.

Das Projekt Mittelschule selbst werde sich nach derzeitigem Planungsstand um rund 235.000 Euro verteuern. Allerdings sind schon am 10. Februar per Gemeinderatsbeschluss die Projektkosten um zehn Prozent auf 4,4 Millionen Euro angehoben worden, die nun erneut überschritten werden.

Der Ablauf sei „nicht optimal“ gewesen, sagt Bürgermeister Thomas Salzberger (SPD), die öffentliche Ausschreibung jedoch bereits durchgeführt. Daran sei man bis Ende Mai gebunden, bei Nichteinhaltung schadensersatzpflichtig. Eine Neuausschreibung führe zu Bauverzögerungen und werde noch teurer. Aufgrund der Absetzung des Tagesordnungspunktes verschiebe sich alles: „Wir verlieren jetzt vier Wochen“, sagte Giampa. Ob ein Umzug in die Container im August damit noch funktioniere, sei noch
offen.

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