Die Hofstettener teilhaben lassen!

Eine Mülldeponie und einen Funkmast hat Hofstetten schon. Und wenn es nach Diplom-Ingenieurin Anita Scherdi geht, soll nun auch noch ein Windrad hinzukommen. Das wäre neben den beiden in Denklingen die dritte Windkraftanlage im Landkreis Landsberg. Problem ist nur: Das von Scherdi favorisierte Grundstück zwischen Hofstetten und dem Windachspeicher liegt nach Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde im Landrats- amt in einem Landschaftsschutzgebiet.

Die selbst aus Hofstetten stammende Ingenieurin für Wasserbau und erneuerbare Energien hatte ihr Projekt erst kürzlich als Bauvoranfrage den Ratsmitgliedern ihrer Heimatgemeinde präsentiert. Demnach soll die Anlage in einer Entfernung von 1700 Metern östlich von Hofstetten auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Strecke zum Windachspeicher errichtet werden. Grundstücksinhaber des geplanten Standortes ist der Bruder von Anita Scherdi. Nicht bei Westwind „Der vorgeschriebene Abstand zur Bebauung liegt bei 800 Metern“, erklärte Anita Scherdi im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Das Windrad sei also weit genug vom Ort entfernt und „bei Westwind nicht zu hören.“ Die Gesamtkosten schätzt sie auf rund 3,5 Millionen Euro. Betreiben möchte Scherdi die Windenergieanlage, die eine Nabenhöhe von 138 Metern haben soll, zusammen mit den Hofstettener Bürgern in Form einer Beteiligungsgesellschaft. Die Mindestbetei- ligung liegt bei 5000 Euro pro Bürger, die Einspeisevergütung mit einer Laufzeit von 20 Jahren bei rund 9,5 Cent pro Kilowattstunde. „Ich möchte die Bürger Hofstettens teilhaben lassen“, erklärte Scherdi. Und auch die steuerlichen Einnahmen durch die Gewerbesteuer würden zu 100 Prozent in die Gemeindekasse gehen. Der Gemeinderat habe sich größtenteils positiv für das Projekt ausgesprochen, so Scherdi. Lediglich der Standort habe für Diskussionen gesorgt. Und mit dem hat auch Landrat Walter Eichner (CSU) so seine Bauchschmerzen. „Windkraft ist sicher eine ganz interessante regenerative Energieform“, sagt Eichner. „Aber auch der Landschaftsschutz spielt eine große Rolle und der ist mir persönlich sehr wichtig.“ Auf Anfrage des KREISBOTEN bestätigte Heinrich Heiß von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt dann auch, dass sich der geplante Standort im Landschaftsschutzgebiet befindet. Das heißt, in der Regel muss nun überprüft werden, „ob ein Befreiungstatbestand besteht“, so Heiß. Eine Befreiung wäre beispielsweise möglich, wenn ein überwiegend öffentliches Interesse bestünde. „Und das ist bei einer Windkraftanlage eher nicht der Fall“, so Heiß, dem bislang keinerlei schriftliche Unterlagen von Scherdi vorliegen. Wie es nun weitergeht, wird sich zeigen. Der Gemeinderat will zunächst das Windgutachten abwarten und fordert von Scherdi eine zweite Standortmöglichkeit. Und am morgigen Donnerstag trifft sich Anita Scherdi in der Kreisbehörde mit dem Landrat und den zuständigen Vertretern zur „Antragskonferenz“, um die naturschutz- und immissionsschutz- rechtlichen Belange zu erörtern. „Einen Alternativstandort habe ich vorerst nicht“, stellt Scherdi klar.

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