Auf dem Holzweg – Waldhackschnitzelheizwerk für Bezirk, Landkreis und Stadt Landsberg

Der Name ist Programm. Mit „Waldhackschnitzelheizwerk“ will die Stadt exakt ausdrücken, was hier verheizt wird. Das betonte OB Ingo Lehmann am Freitag im Rahmen einer Feierstunde zur Einweihung der Anlage im Agrarbildungszentrum. Unter den Gästen war auch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, der das Landsberger Projekt als „sehr nachahmenswert“ befand.

Die Idee für das Holzhackschnitzelheizwerk in Landsberg entstand 2005 im Rahmen eines Arbeitsprojektes des Agrarbildungs- zentrums, bei dem eine alternative Beheizung erarbeitet werden sollte, erinnert Wolfgang Hampel, Leiter der Einrichtung. Damals habe man den sicheren Weg (Heizen mit Gas) verlassen und den „Holzweg“ eingeschlagen, so der ehemalige Student Benedikt Ley. Zusammen mit seinen Kollegen hatte er eine Hackschnitzelanlage konzipiert, die in Spitzenlastzeiten auf Erdgas zurückgreifen konnte. Mit Blick auf die damaligen Energiepreise erzielten die Studenten kaum eine Wirtschaftlichkeit. Dies habe sich inzwischen deutlich zum Positiven gewandelt. Ebenso erfreulich sei der Umstand, dass neben den ursprünglich kalkulierten Abnehmern, wie der Stadt Landsberg und die Einrichtungen des Bezirks Oberbayern, als „Sahnehäubchen“ noch die nahe Berufsschule des Landkreises dazugestoßen sei. Aus der Theorie entwickelte sich eine Machbarkeitsstudie, die zum vorliegenden Projekt einer ökologischen Lösung für öffentliche Gebäude dieses Viertels avancierte. Im Dezember ’07 wurde die GmbH mit den Beteiligten Bezirk Oberbayern (Agrarbildungszentrum), Stadt Landsberg (Städtische Werke, Bauhof, Heilig-Geist-Spital) mit Anteilen von je 40 Prozent und Landkreis (Berufsschule, Fachoberschule) mit einem Anteil von 20 Prozent gegründet. Vor allem für die Lechstadt hat dieses Projekt große Bedeutung, ist sie doch selbst großer Waldbesitzer und damit potenzieller Lieferant von Biomasse, betonte OB Lehmann. Auf der anderen Seite ist sie mit seinen genannten Gebäuden auch Hauptabnehmer der erzeugten Wärme. Für Bezirkstagspräsident Josef Mederer ist vor allem die Tatsache, dass die Anlage das gesamte Jahr ausgelastet sei, ein glücklicher und wünschenswerter Umstand. Denn nur so könne gewährleistet werden, dass die Anlage zu 95 Prozent mit Biomasse betrieben und damit fast gänzlich auf Öl verzichtet werden kann. Darüber hinaus diene sie auch einem Bildungsauftrag, denn sie werde in den Schulbetrieb integriert. Technische Meisterleistung Das Heizwerk besitzt zwei Biomassekessel mit einer Nennwärmeleistung von 1000 Kilowatt. Die Wärmegrundlast wird von den Hackschnitzelkesseln abgedeckt, während für die Spitzenlastabdeckung ein Ölkessel mit einer Leistung von 2800 Kilowatt als Reserve zur Verfügung steht. Die Holzhackschnitzel werden in einem 350 Kubikmeter fassenden Brennstoffbunker gelagert. Dies garantiert einen Vollbetrieb von rund fünf Tagen. Durch den Einsatz eines „Economizers“ wird der Energieverbrauch gesenkt. Dabei werden die entstehenden Rauchgase nach dem Austritt aus dem Elektrofilter von 190 auf 160 Grad Celsius abgekühlt. Die zusätzlich gewonnene Energie von rund 160 Kilowatt wird in das Netz eingespeist. Das Biomasseheizkraftwerk kostete rund 2,4 Millionen Euro. Als Zuschüsse gab es 200000 Euro vom Freistaat und 132000 Euro vom Bund. kail

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