Im Dialog mit dem Sterben

Der Hospiz- und Palliativverein Landsberg lädt zur Projektwoche 

+
Der Hospiz- und Palliativverein Landsberg lädt zur Projektwoche anlässlich des Welthospiztages in die Säulenhalle und ins Stadttheater.

Landsberg – „Sie werden lachen, es geht um den Tod“. Diesen nicht ganz alltäglichen Titel trägt das Improtheater der „Tabutanten“. Sie sind Auftakt zur Projektwoche des Hospiz- und Palliativvereins Landsberg anlässlich des Welthospiztages am 12. September. Unter dem Motto „Bis zuletzt lachen“ bietet der Verein gemeinsam mit dem projektraum von Catherine Koletzko eine Annäherung an Sterben und Tod.

Sich mit dem Tod zu beschäftigen fällt schwer. Aber schon beim Thema Patientenverfügung wird deutlich, dass das Thema Tod nicht verdrängt werden darf. Vom 12. bis zum 20. Oktober haben alle die Chance, sich in der Säulenhalle und dem Stadttheater dem sperrigen Thema aus verschiedenen Richtungen anzunähern.

Zum Beispiel in der Ausstellung „Abschied“: Bilder von Gitte Berner-Litzau und Johann Neuhauser sind am Samstag, 12. Oktober, ab 18.30 Uhr zu sehen. Aber auch andere Objekte, die direkt die Verbindung zum Tod setzen: gefilzte oder geschnitzte Urnen von Trine Pesch und Nicole Gruber, Trauergestecke von Floristin Susanne Sommer oder „Kisten“, wie der Schreiner Fred Theiner seine Arbeiten nennt. Die Einführung hält Kulturbürgermeister Axel Flörke.

Die Auftaktveranstaltung des Hospiz- und Palliativvereins findet am Tag darauf in der Säulenhalle ab 12 Uhr statt: mit dem bereits erwähnten „Tabutanten“-Theater. Christine Holzer und Simone Schmitt setzen „heikle“ Themen in Interaktion mit dem Publikum in Szene. Anschließend werden die neu ausgebildeten Hospizbegleiter feierlich begrüßt. Ab 16 Uhr ist im Theaterfoyer die Lesung „Dement oder weise?“ mit Monika Manz und Gerd Lohmeyer zu hören. Und ab 20 Uhr zeigt die Schweizer Clownin Gardi Hutter, wie sie mit dem Thema Tod umgeht. Ihr geht es um Wurzeln und Flügel, um Beständigkeit und Erneuerung. Und um den großen Strom von Generationen, die das Leben weitergeben – und sich ab und zu auch auf die Köpfe hauen.

Künstlerisch kann Tod und Sterben auch cineastisch verarbeitet werden. Zum Beispiel in dem Film „Im Winter ein Jahr“ von Caroline Link, der im Filmforum des Stadttheaters am 14. Oktober zu sehen ist. Am Tag darauf hält Dr. Grosse Kleimann seinen Vortrag zur Patientenverfügung, ein Informationsabend zum Thema „Bestattung“ schließt sich am Tag darauf, dem 15. Oktober, in der Säulenhalle an.

Eine Klangschalenmeditation am 16. Oktober und ein Liederabend mit Annett Kuhr am 19. Oktober, widmen sich dem Thema Tod und Sterben von der musikalischen Seite aus. Dass das nicht nur melancholisch oder gar traurig wird, zeigt schon Kuhrs Konzerttitel: „Wenn ich mal tot bin, mach ich, was ich will.“

Nicht nur Hören und Sehen ist möglich – man darf auch selbst ‚Hand anlegen‘. Im ‚offenes Atelier‘ am 18. Oktober geht es ab 11.15 Uhr um „Handwerken für den Tod“. Selber eine Urnen filzen, zimmern oder Blumen im Trauergesteck verarbeiten? Kein Problem: Die Künstler Trine Pesch, Susanne Sommer und Fred Theiner assistieren Neugierigen beim Umgang mit dem, was für den Tod notwendig ist.

Den Abschluss macht am 20. Oktober die Gesprächsrunde mit dem Team der Spezialisierten Ambulanten PalliativVersorgung SAPV, moderiert von BR-Journalistin Sabine März-Lerch.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos – mit Ausnahme der Film- und Clown-Aufführungen, die das Stadttheater veranstaltet. Eine Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements der Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter des Hospiz- und Palliativvereins Landsberg in Form von einer Spende ist natürlich herzlich willkommen. Neben den Abendveranstaltungen ist die Ausstellung täglich von 11 Uhr bis 15 Uhr geöffnet. In diesen Zeiten stehen auch Ansprechpartner des Vereins zur Verfügung. Das vollständige Programm gibt es im Internet unterwww.hpv-landsberg.de.
Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Landsberg: Pfeiler für den Lady-Herkomer-Steg werden gesetzt
Landsberg: Pfeiler für den Lady-Herkomer-Steg werden gesetzt
Sanierung der alten Schule in Hofstetten dauert länger als geplant
Sanierung der alten Schule in Hofstetten dauert länger als geplant
KREISBOTEN-Serie: Feuerwehrkommandanten im Landkreis - Florian Hoffmann aus Utting
KREISBOTEN-Serie: Feuerwehrkommandanten im Landkreis - Florian Hoffmann aus Utting

Kommentare