Auch im Sterben füreinander da sein

Der Hospiz- und Palliativverein kümmert sich um Sterbende und deren Angehörige

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Der Hospiz- und Palliativverein Landsberg begleitet sterbende Menschen und deren Angehörige.

Landkreis – Trotz glühender Hitze haben sich vergangene Woche doch einige Zuhörer im Sitzungssaal des Landratsamtes zu einem Vortag über Hospiz- und Palliativarbeit eingefunden. Dabei wurde vor allem eins vermittelt: Es geht darum, einem sterbenden Menschen zuzuhören.

Roswitha Schmidbaur ist Hospizbegleiterin und seit 2013 im Vorstand des Hospiz- und Palliativvereins Landsberg tätig. Für sie gehört „das Sterben genauso zum Leben wie die Geburt“. Die Hauptaufgabe eines Hospizbegleiters sei es, „durch das Dasein in der letzten Lebensphase ein so gutes Leben wie möglich zu ermöglichen“. Ganz wichtig sei es, dass der Sterbende dabei den Weg bestimmt. „Manchen hält man nur die Hand, liest ihnen vor. Andere haben einen hohen Redebedarf und noch ein paar Baustellen, die sie los werden möchten.“ Doch eins haben sie alle gemeinsam: „Wenn man sieht was die Menschen am Ende ihres Lebens wollen ist es immer das Gleiche – sie wollen nicht allein sein.“

85 ausgebildete Hospizbegleiter sind beim Landsberger Verein tätig – alle ehrenamtlich. „Es ist ein Ehrenamt, über das man selten spricht“, sagt Schmidbaur. Dabei sei es ein erfüllendes und bereicherndes Erlebnis.

Neben den Hospizbegleitern sind noch sieben Palliativ-Beratungskräfte und fünf Koordinatoren bei dem Verein. Es gibt auch speziell ausgebildete Kinderhospizbegleiter. Sie alle sind im gesamten Landkreis tätig.

Neben der Begleitung eines Sterbenden bietet der Hospiz- und Palliativverein auch eine Trauerbegleitung an. Entweder in Einzelgesprächen oder Gruppenkreisen wird den Angehörigen geholfen, mit dem Verlust umzugehen. Einmal im Jahr findet eine Gedenkfeier für diejenigen statt, die der Verein beim Sterben begleitet hat. Dabei sind die Mitarbeiter des Vereins und die Angehörigen anwesend. „In der Gemeinsamkeit Abschied nehmen“, nennt es Schmidbaur.

Ein weiteres Angebot des Vereins ist es, über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht aufzuklären. „Das ist ein wichtiges Thema – nicht nur für alte Menschen, sondern für alle Volljährigen“, betont Schmidbauer. Deshalb solle man es nicht „auf die lange Bank schieben.“

Speziell ausgebildete Berater kommen zu den Menschen nach Hause und erklären ihnen das komplexe Thema. Es gibt allerdings auch immer wieder Vorträge dazu im Landratsamt.

Sämtliche Hilfestellungen, die der Hospiz- und Palliativverein anbietet, sind kostenlos, wie Schmidbaur erklärt. Ein Teil könne durch die Beiträge der rund 450 Mitglieder sowie durch die Refinanzierung durch die Krankenkassen wieder reingeholt werden. Aber das reicht nicht. Deshalb ist der Verein auch auf Spenden angewiesen – egal welcher Art: Geld- Sach- oder Zeitspenden.

Der Verein arbeitet zudem intensiv mit anderen Stellen zusammen. So auch mit der Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgung (SAPV), die ebenfalls im gesamten Landkreis tätig ist.

Der ambulante Palliativ-Dienst kümmert sich um schwerkranke Menschen, die oft alle den gleichen Wunsch haben: so wenig Schmerzen wie möglich.

Josef Binswanger, Palliativarzt und Oberarzt der Inneren am Landsberger Klinikum, sieht neben der Linderung belastender Symptome auch die Erhaltung der Würde und Selbstbestimmung als oberstes Ziel seiner Arbeit. 

Stephanie Novy

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