"Die Vorstellung ist vorbei"

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Neun Länder und rund 3.300 Kilometer liegen hinter Hubert Berger und seinem 45 Jahre alten Eicher, jetzt bricht er die Weltumrundung ab.

Unterdießen – Am Muttertag ist Hubert Berger aus Unterdießen aufgebrochen, um seinen Weltrekord „longest journey by tractor“ anzutreten. Einen Monat später ist nun Schluss: Am Sonntag verkündet der Weltenbummler auf Facebook, dass er seine Reise beendet und in die Heimat zurückkehren wird. „Das Projekt Weltumrundung ist gestorben“, so Berger. Ein Grund dafür ist vor allem finanzieller Natur.

Neun Länder haben Hubert Berger und sein 45 Jahre alter Eicher Tiger 2 bereits hinter sich, 24 würden somit noch vor ihnen liegen. Doch irgendwo zwischen Moldawien und der Ukraine fällt der 58-Jährige die Entscheidung seine Reise abzubrechen: „30.000 Euro habe ich jetzt verbraucht und muss kapitulieren“, so Berger. Trotz einem Jahr Vorbereitung und Suche nach Sponsoren, komme einfach kein Geld bei ihm an. Für eine Einreise nach China müsste er beispielsweise für die Strecke von 600 Kilometern 3.000 Euro bezahlen. Da er aber kaum Unterstützung erhalte, könne er sich China einfach nicht leisten.

Bis zu 250 Kilometer hat der Unterdießener mit seinem 45 Jahre alten Gefährt im vergangenen Monat täglich zurückgelegt. So ist er über Österreich, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Moldawien bis in die Ukraine gelangt. Schätzungsweise etwa 3.300 Kilometer hat er zurückgelegt. Doch nun ist es vorbei: „Das Thema Weltumrundung ist abgeschlossen“, schreibt Berger auf seiner Facebook-Seite. Ob der Weltrekord-Versuch überhaupt noch Zukunft habe, hänge nun davon ab, „ob ein Wunder geschieht und noch irgendwoher viel Geld kommt.“

Bis dahin ist eigentlich alles nach Plan verlaufen: Der Eicher läuft gut, Berger kommt zurecht. „Und trotzdem hab ich immer noch keine rechte Freude an dem, was ich da mache“, schreibt Berger in einer E-Mail am Freitag. Zu viele Ängste und Sorgen hätten sich mittlerweile bei ihm eingeschlichen. Immer wieder hat er Probleme mit der Einreise: „Politisch gestaltet sich das alles sehr, sehr schwierig“, so der 58-Jährige, der unter anderem zehn Jahre Erfahrung als Reisebusfahrer auf allen Kontinenten mitbringt. Also macht er sich nun wieder in Richtung Westen auf den Weg in die Heimat. „Vorerst werde ich als privater Eicher-Fan weiter vor mich hin tuckern und mal sehen, was passiert“, so der Unterdießener. Aber: „Die Vorstellung ist vorbei.“

Astrid Neumann

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