"Es war einmal ..."

Humperdincks "Hänsel und Gretel" mit "Well-B(lech)" und Wörsching

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Hinter Sepp Wörsching (vorne, sitzend) und Dirigent Hans-Günter Schwanzer (vorne, stehend) reihen sich die Musiker von WeLL(B)lech.

Landsberg – The same Procedure as every Year – aber immer wieder etwas Besonderes. Wenn das Ensemble „WeLL-B(lech) “ und Sepp Wörsching ins Stadttheater zu Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ laden, ist der Saal voll. Und bunt gemischt: Vom Kleinkind bis zu den Großeltern ist jede Altersstufe mit Spannung dabei.

Die Musik Humperdincks ist Romantik pur: teiwleise sanft, dann wieder aufbrausend, lautmalerisch und schwelgend lässt sie Bilder entstehen. Der Text in Wörschings Stimme verlesen liefert dazu die perfekte Ergänzung. Das Libretto zu Humperdincks Oper schrieb seine Schwester Adelheid Wette, wohlgemerkt in Versen. Im Großen und Ganzen hielt sie sich dabei an Grimms Vorlage – Brotkrumen spielen allerdings keine Rolle. Dafür gibt es viel Natur, Engel und sogar den kleinen Sandmann und eine Elfe. Und musikalisch ist auch das ein oder andere Volkslied verarbeitet.

„Es war einmal ein Bub und ein Mädel“, beginnt Wörsching mit stimmlicher Präsenz. Die behält er auch die gesamte Aufführung über. Und genießt es sichtlich, mit knarzend-quietschender Verstellung und einem „Hokus-Pokus-Hexenschuss“ sowie einem faustischen Hexeneinmaleins die Lebkuchenhaus-Hexe äußerst bildlich vors Auge zu holen.

Die Musik ist ja eigentlich die einer Oper. Aber die WeLL-B(lech)er“ schaffen es, das von Hans-Joachim Drechsler für Blech, Schlagwerk und Sprecher arrangierte Werk groß herauszubringen. Mit einem Klang, der den Raum mit Leichtigkeit und Wohlklang erfüllt. In dem von Hans-Günter Schwanzer geleiteten Ensemble sind Schüler seiner Blechbläserklasse. Und die waren auch heuer wieder mit Engagement, Ernsthaftigkeit und viel Musikalität bei der Sache. Die Trompeter griffen dabei auch mal zur Piccolotrompete, die Percussionistin imitierte den Kuckuck auf einer Hirtenflöte.

Aber auch die Unheimlichkeit, die dem nicht ungrausigen Märchen innewohnt, setzte WeLL-B(lech) überzeugend um. Und die ließ manch Kind erst wieder aufatmen, als am Ende der Lebkuchenzaun ums Hexenhaus wieder lebendig wird und die von der Hexe verbackenen Kinder freigibt. Großer Applaus für Musiker und Vorleser.
Susanne Greiner

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