Keine Ratten mehr im Park

Hund im Herkomer Park hat nicht Gift aus den Fallen gefressen

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Die Ratten im Herkomer Park sind weitergezogen, die Fallen abgebaut. Was genau der Hund mit Vergiftungserscheinungen dort gefressen hat, ist unbekannt.

Landsberg – Panik bei den Hundebesitzern in Landsberg: Auf Facebook hatte sich Heike Weisser gemeldet. Ihr Hund habe letzten Freitag im Herkomer Park etwas gefressen und zeige jetzt Vergiftungserscheinungen. Ihre Vermutung, es sei das dort ausgelegte Rattengift, war wohl falsch. Das sei sicher in den Fallen verstaut, informierte der zuständige Kammerjäger Steffen Werner aus Augsburg. Über die Fallen muss sich inzwischen niemand mehr Gedanken machen: Sie sind bereits abgebaut. Welches Gift der Hund gefressen haben könnte, ist bisher nicht bekannt.

Werner hatte von der Stadt frühmorgens einen Anruf erhalten. Eine Frau vermute, dass ihr Hund Rattengift gefressen habe. Eine Vermutung, die Weissers Tierarzt später bestätigte. Sie schloss daraus, dass es das dort in Fallen ausgelegte Rattengift gewesen sein könnte, über das die Stadt auch informiert hatte. „Da ich sowieso einen Termin in Landsberg hatte, bin ich gleich auch zum Herkomer Park gekommen“, sagt Kammerjäger Werner. Dort habe er alle Fallen kontrolliert, in keiner habe das Gift gefehlt. Zudem sei es unmöglich, dass ein Hund an das Gift in den Fallen kommen könne.

Eigentlich habe er massiv gegen Weissers Posts auf Facebook vorgehen wollen, sagt Werner. Vor Ort ständen Tafeln mit seinen Kontaktdaten, den Inhaltsstoffen des Giftes und auch eine Giftnotruf-Nummer, „das ist alles gesetzlich so vorgeschrieben“. Er hätte sich gewünscht, dass erst einmal mit ihm gesprochen werde, bevor die Öffentlichkeit mit Vermutungen verunsichert werde. Abends habe er aber noch eine Email von der Hundebesitzerin bekommen, mit einer Entschuldigung wegen des Facebook-Posts. „Es ist zwar ärgerlich, aber ich mach da jetzt einen Strich drunter.“

Weisser räumt ein, dass ihr Post unglücklich formuliert war. „Ich wollte wirklich nur eine allgemeine Warnung aussprechen: Nehmt eure Hunde an die Leine.“ Unter anderem auch, weil die Tafeln im Park bei Dunkelheit kaum zu sehen seien. Und weil Hundebesitzer im Moment in Landsberg nicht allzu viel Platz zum Gassigehen hätten. Sie habe aber niemanden „in die Pfanne hauen“ wollen. Insbesondere die Kommentare in ihrem Post dem Kammerjäger gegenüber hätten sie schließlich dazu bewegt, den Post zu löschen. „Ich weiß nicht, woher das Rattengift kommt. Aber ich mache da jetzt auch einen Strich drunter.“ Ihr Austausch mit Werner sei sehr konstruktiv gewesen. Und ihr Hund sei auf dem besten Weg, wieder gesund zu werden.

Inzwischen sind die Fallen wieder weg, informiert die Stadtverwaltung: „Es waren keine Ratten in den Fallen. Der Schädlingsbekämpfer geht davon aus, dass die Ratten weitergezogen sind.“ Insgesamt standen die Fallen rund eine Woche im Park. Die Fallen am Hauptplatz – die hinter einem Gitter ständen, somit unerreichbar für alles außer Nager – sind noch da. Dort habe es auch einen ‚Befall‘ gegeben, weshalb die Fallen auch weiterhin ausgelegt würden.

In Landsberg gebe es generell wenig Probleme mit Ratten, sagt Werner. Nur ab und zu müsse man mal eingreifen. Leute, die Ratten an ungewöhnlichen Stellen zu sehen bekommen, sollten das melden, empfiehlt der Kammerjäger.
Susanne Greiner

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