"Ich war so in die Arbeit vertieft"

Dem schwer verletzten Opfer der Brandattacke bei Klausner Holz Bayern im Frauenwald geht es den Umständen entsprechend besser. Laut Polizeisprecher Franz Kreuzer ist der junge Mann inzwischen aus der Unfallklinik Murnau entlassen worden und ist nun in ambulanter Behandlung. Der 19-jährige Landsberger war in der vorvergangenen Woche von zwei Arbeitskollegen im Beinbereich mit einer brennbaren Flüssigkeit begossen und danach angezündet worden.

Unterdessen gehen die Ermittlungen der Landsberger Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung weiter. Die Ergebnisse sollen nach Abschluss an der Staatsanwaltschaft übergeben werden, so Hauptkommissar Kreuzer. Klausner hat ebenfalls reagiert und die beiden mutmaßlichen Täter sowie einen dritten Beteiligten, der nicht eingriff, fristlos entlassen sowie eine Strafanzeige gestellt. Wie berichtet, war der 19-jährige Mario M. bei Klausner bei einer mechanischen Instandhaltungstruppe als Auszubildender beschäftigt. Am besagten Tag war er gerade mit Schweißarbeiten beschäftigt, als ihm offensichtlich die Kollegen von hinten mit einem Reinigungsspray besprühten und anschließend anzündeten. Laut Ermittlungen der Polizei soll das leicht entzündliche Material sofort die Hosen des Auszubildenden in Brand gesetzt und ihm schwere Verbrennungen bis zur Hüfte zugefügt haben. Das Opfer selbst kann sich an den Tathergang kaum erinnern. „Ich war in meine Arbeit vertieft und habe nichts von dem, was um mich herum passiert ist mitbekommen.“ Mehr wollte Mario M., der seine Leidensgeschichte inklusive Fotos bereits im Internet auf der Privat-Community lokalisten.de eingestellt hat, zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Es stehe ja noch seine Aussage bei der Polizei aus. Wie Polizeisprecher Kreuzer weiter erläuterte, werde gegen die drei mutmaßlichen Täter wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Inzwischen habe ein 26-jähriger Landsberger gestanden, seinen Kollegen in Brand gesetzt zu haben. Unterschiedliche Aussagen gebe es jedoch bei der Frage, wer gesprüht hat und ob es gewollt war. Klausner reagiert sofort Auch die Geschäftsführung der Klausner-Gruppe hat sich inzwischen zu dem Vorfall im derzeit stillgelegten Sägewerk – Kurzarbeit Null ist noch bis Mitte des Jahres – geäußert. „Wir sind tief bestürzt und wünschen unserem Auszubildenden vollständige und schnelle Genesung. Wir stehen in engem Kontakt zu ihm und seiner Familie und haben ihnen unsere umfassende Unterstützung zugesichert“, erklärte Carsten Doehring, Mitglied der Geschäftsleitung. Um die Arbeit der Ermittlungsbehörden nicht zu behindern, wolle man von Unternehmensseite zum Tathergang oder zu möglichen Gründen derzeit keine Auskunft erteilen. Ursprünglich ging die Polizei von einem Arbeitsunfall aus, ermittelt dann aber infolge der Aussagen eines 50-jährigen Meisters, dem die Sache zweifelhaft vorkam, in eine andere Richtung. „Wir haben größtes Interesse daran, dass diese schreckliche Tat aufgeklärt, die Ursachen ermittelt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Wir verurteilen den Vorfall in Landsberg auf das Schärfste, sind entrüstet über ein solches Verhalten und stehen ihm mit völligem Unverständnis gegenüber“, betonte Doehring. Zu den gegenüber dem KREISBOTEN geäußerten Gerüchten, der junge Mann würde bereits seit geraumer Zeit gemobbt werden, bezieht das Unternehmen einen klaren Standpunkt: „Verbale oder gar körperliche Gewalt tolerieren wir in unserem Unternehmen in keiner Weise. Bereits am Donnerstag lagen uns Informationen vor, die zur fristlosen Entlassung von insgesamt drei Mitarbeitern führte. Gegen sie wurde Strafanzeige gestellt. Wir legen in unserem Unternehmen großen Wert auf ein respektvolles und kollegiales Miteinander.“ Carsten Doehring abschließend: „Sobald es Anzeichen für ein solches unkollegiales und ausgrenzendes Verhalten unter Arbeitskollegen in einem unserer Werke gäbe, würden wir unverzüglich einschreiten.“

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