"Ich sage, wann Schluss ist!"

Eine verschmähte Liebe kann unter Umständen ganz schön teuer werden – das musste jetzt ein 22-Jähriger aus München erfahren, der wegen Nachstellung vor dem Amtsgericht Landsberg stand. Weil er seine in Dießen lebende Ex-Freundin wochenlang mit Anrufen und SMS terrorisierte, sie beleidigte, ihren Laptop klaute und zerstörte, muss er jetzt 1600 Euro Geldstrafe zahlen.

Die beiden lernten sich im März vergangenen Jahres auf der Internet-Plattform Lokalisten kennen und hatten ein halbes Jahr lang eine Beziehung. Im Oktober machte die junge Frau Schluss mit dem 22-Jährigen und teilte ihm mit, dass sie keinen Kontakt mehr zu ihm haben wolle. Das aber konnte der Angeklagte nicht verkraften. Am letzten Abend, den er in ihrer Wohnung verbrachte, beschimpfte er sie als „bitch“, nahm ihren Laptop mit und tauchte ihn später ins Wasser. In den folgenden Wochen bombardierte er seine Ex-Freundin mit Anrufen und SMS. An manchen Tagen rief er 15mal innerhalb von zwei Stunden an, schickte 50 Kurznachrichten in einer Woche und rief auch in der Arbeitsstelle der Geschädigten an. Sie gehöre ihm und könne erst Schluss machen, wenn er es ihr gestatte, ließ er die junge Frau wissen. Einer früheren Lebensgefährtin habe er in einer ähnlichen Situation zweimal mit einem Messer in den Bauch gestochen. Der Psychoterror führte letztlich dazu, dass die Geschädigte nicht mehr essen und schlafen konnte und sich abends nicht mehr aus dem Haus traute. „Das wollte ich nicht“, beteuerte der Angeklagte vor Strafrichterin Beate Kreller. „Ich war zu der Zeit psychisch ziemlich angeschlagen, weil mein Vater gerade an Krebs gestorben war.“ Nur bei seiner Freundin habe er abschalten können. „Es war schlimm für mich, als es vorbei war. Ich war einfach nur verzweifelt.“ Wie sehr seine Ex-Freundin unter seiner Nachstellung litt, wollte er nicht bemerkt haben. Einen Anruf der Polizeiinspektion Dießen, die ein Kontaktverbot aussprach, habe er für einen dummen Streich gehalten. Letztendlich akzeptierte der Angeklagte den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Augsburg und entging damit einem Urteil, das möglicherweise härter ausgefallen wäre. Er muss nun eine Geldstrafe von 1600 Euro zahlen. Den kaputten Laptop hatte er der Geschädigten bereits vor der Verhandlung ersetzt.

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